Diskussion um Vogelproblem an der Eschstraße hält an
Wohin mit dem Taubenschlag?

Bünde  (WB). Händeringend suchen die Mitglieder des im vergangenen November gegründeten Vereins Stadttaubenhilfe Bünde einen Standort für einen Taubenschlag in der Elsestadt. »In der Eschstraße sind immer noch sehr viele Tiere, die auch in einem schlechten Zustand sind«, sagt Vereinsmitglied Tanja Bültermann.

Samstag, 12.01.2019, 10:05 Uhr aktualisiert: 12.01.2019, 10:50 Uhr
Zahlreiche Tiere sitzen auf dem Dach der Filiale von Karlchens Backstube an der Bünder Eschstraße. Die Aufnahme hatte Tierfreund Tanja Bültermann am vergangenen Donnerstagmorgen etwa gegen 8.30 Uhr gemacht. Foto: Tanja Bültermann
Zahlreiche Tiere sitzen auf dem Dach der Filiale von Karlchens Backstube an der Bünder Eschstraße. Die Aufnahme hatte Tierfreund Tanja Bültermann am vergangenen Donnerstagmorgen etwa gegen 8.30 Uhr gemacht. Foto: Tanja Bültermann

Wie berichtet, hatten sich Anfang vergangenen Jahres Anwohner und Ladenbetreiber an der oberen Eschstraße über die dortige Taubenpopulation und deren Hinterlassenschaften beschwert. Die Kommunalpolitik hatte sich in mehreren Ausschusssitzungen mit dem Thema beschäftigt. Letztlich wurde das »Problem« als nicht so gravierend angesehen. Es gebe in Bünde keine »überbordende Taubenpopulation«, so der Tenor. Reinhard Rokitta, Betreiber der Punkt-Apotheke, meint aber noch immer: »Das ist durchaus ein Problem. Zumal irgendwer die Tiere auch immer noch füttert.«

Augsburger Modell

Zuletzt hatte Tanja Bültermann vergeblich beantragt, mit Hilfe der Kommune einen betreuten Stadttaubenschlag nach dem sogenannten Augsburger Modell errichten zu dürfen. Dort, so die Idee, sollten die Vögel versorgt werden und die gelegten Eier der Tiere würden gegen Attrappen ausgetauscht. So könne laut Bültermann ein unkontrolliertes Wachstum der Taubenpopulation »tierschutzgerecht« reguliert werden. Zudem hielten sich die Vögel größtenteils in ihrem Domizil auf, der meiste Kot würde dort verbleiben und die Tiere müssten auch nicht in der City auf Futtersuche gehen.

Stadt sieht sich nicht in der Pflicht

Bündes Erster Beigeordneter Günther Berg hatte in der jüngsten Sitzung des Bünder Hauptausschusses, Anfang Dezember 2018, ausgeführt, dass es keine öffentliche Aufgabe der Stadt Bünde sei, in der Sache tätig zu werden. Einem ehrenamtlichen Engagement wolle man aber nicht entgegenstehen.

Bei einer neuerlichen Zählung der Tauben in der Innenstadt hatte Bültermann nun mindestens 90 Tiere entdeckt, verwaltungsseitig war man stets von einer weitaus geringeren Zahl ausgegangen. »Auf jeden Fall haben wir nun mehr Tauben als letztes Jahr. Teils nisten die sogar in der Eschstraße«, so die Tierfreundin, die auch einige Beweisfotos geschossen hat. Nachdem das Cordes-Gebäude, das viele Tauben als Rückzugsort nutzten, abgerissen wurde, würden viele Tiere zudem im Severin-Gebäude im Bahnhofsviertel leben. »Dort ist eine Dachluke kaputt. Die fliegen dort rein und raus.«

15 Mitglieder

Mit ihren Mitstreitern – 15 Mitglieder hat der Verein aktuell – bittet Tanja Bültermann die Bevölkerung um Mithilfe nach einem Standort für einen Taubenschlag. Unter anderem hat sie auf Facebook einen Aufruf gestartet. »Wir haben einen Sponsor, die Kosten für den Bau sind somit gesichert. Und um die Versorgung der Tiere kümmern wir uns.« Ein idealer Platz wäre laut ihrer Aussage ein ungenutzter Dachboden mit einer Fläche von etwa 20 Quadratmetern an der Eschstraße oder in der näheren Umgebung. Auch ein zugängliches Flachdach sei geeignet. Sie sagt: »Wir suchen schon seit geraumer Zeit. Aber es ist leider sehr schwierig, etwas zu finden.«

Wer dem Verein einen Platz für einen Taubenschlag zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne per Mail an die Tierfreunde wenden. Die Adresse lautet:

stadttaubenhilfebuende@gmail.com

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