Di., 22.01.2019

Landgericht erlässt Haftbefehl gegen jungen Hiddenhausener – Anklage lautete ursprünglich auf versuchten Totschlag Mordversuch vorm Bünder Bowling-Center?

Der Tatort: Vor dem Bünder Bowling-Center am Autohof der Autobahn 30 kam es im November 2017 zu der Attacke.

Der Tatort: Vor dem Bünder Bowling-Center am Autohof der Autobahn 30 kam es im November 2017 zu der Attacke. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Bünde (WB). Das Landgericht Bielefeld hat Haftbefehl gegen einen 20-Jährigen wegen versuchten Mordes erlassen. Das bestätigte Sprecher Guiskard Eisenberg auf Anfrage. Der Hiddenhausener soll einem Mann vor dem Bowling-Center »Red Bowl« am Bünder A30-Autohof den Schädel zertrümmert haben – aus niedrigen Beweggründen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete ursprünglich auf versuchten Totschlag.

Die Tat liegt bereits mehr als ein Jahr zurück. In der Nacht des 4. November 2017 waren mehrere junge Männer im Kassenbereich der Bowling-Bahn aneinander geraten.

Der mutmaßliche Haupttäter gehörte zu einer Fünfer-Gruppe, ihre Widersacher waren zu zweit. Der Streit verlagerte sich auf den Parkplatz. Dort soll es zu einer heftigen Schlägerei gekommen sein, in Folge dessen ein Mann zu Boden ging. Laut Anklage soll der 20-Jährige »mit voller Wucht« gegen den Kopf getreten haben. Seinen Schuh soll er hierbei als gefährliches Werkzeug eingesetzt haben.

Ein anderer aus der Gruppe soll bei dem Tritt den Kopf des Opfers mit beiden Händen fixiert und angehoben haben. Um wen es sich dabei handelt, ist noch nicht geklärt. Falls die Identität herauskommt, droht ihm vermutlich eine Anklage wegen Beihilfe zum versuchten Mord.

Tatverdächtiger sitzt im Herforder Jugendknast

Die Polizei schrieb damals in ihrem Pressebericht, die Täter seien äußerst brutal vorgegangen. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen am Kopf – unter anderem einen Schädelbasisbruch, ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Fraktion der Augenhöhlen. Er musste am Tatort von einem Notarzt versorgt werden, anschließend ging’s mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Osnabrück.

Anwalt Christian Thüner aus Herford hat die Verteidigung übernommen. Foto: Schwabe

Was war das Motiv für diesen Ausbruch der Gewalt? Nach Informationen dieser Zeitung soll es um Nichtigkeiten gegangen sein.

Die Staatsanwaltschaft hatte den 20-Jährigen wegen versuchten Totschlags angeklagt. Die Jugendkammer bewertet die Tat allerdings anders. Sie geht von versuchtem Mord aus und erließ Haftbefehl wegen Fluchtgefahr.

Seit dem 27. Dezember 2018 sitzt der Hiddenhausener in der Justizvollzugsanstalt Herford. Sein Strafverteidiger Christian Thüner sagte: »Ich werde gegen den Haftbefehl Beschwerde einlegen.« Die vier anderen vermeintlichen Schläger (27/27/27/23) aus Enger, Kirchlengern und Herford sind bislang wegen gemeinschaftlicher Misshandlung angeklagt. Gerichtssprecher Eisenberg: »Derzeit laufen aber noch Zwischenermittlungen.«

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