Do., 14.02.2019

Neue Museumsausstellung präsentiert Städte im Wandel der Zeit »Bünde und der Rest der Welt«

Museumsleiter Michael Strauß mit dem Modell einer Hinterhofbesiedlung, wie sie zur Zeit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert entstand.

Museumsleiter Michael Strauß mit dem Modell einer Hinterhofbesiedlung, wie sie zur Zeit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert entstand. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Bünde (WB). Wie viele Einwohner hat die größte Stadt der Welt? Etwa 37 Millionen. Und die kleinste? Nur 30 Menschen leben im kroatischen Hum. Mit 47.300 Einwohnern liegt Bünde irgendwo dazwischen. Und gehört zu Orten, die in der Museumsausstellung »der Welt – Städte im Wandel der Zeit« vorgestellt werden sollen.

Am 5. Mai soll die neue Ausstellung im Dobergmuseum eröffnet werden. Die Vorbereitungen dafür laufen aber derzeit schon auf Hochtouren. Museumsleiter Michael Strauß hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Anhand von selbst erstellten Modellen – zehn sind vorgesehen – sollen Besucher einen Eindruck davon bekommen, wie Städte im Laufe der zurückliegenden Jahrtausende entstanden sind und wie sie sich gewandelt haben. Dieser allgemeinen historischen Entwicklung stehen dabei auch immer konkrete Beispiele aus der Bünder Stadtgeschichte gegenüber.

Römische Kastelle

»Das Thema Stadt und Stadtentwicklung ist unglaublich komplex. Eigentlich könnte man mit einer derartigen Ausstellung gleich mehrere Museen füllen«, sagt Michael Strauß. Um die Ausstellung überhaupt in den vorhandenen Räumlichkeiten realisieren zu können, habe er sich auf die europäische Stadtgeschichte konzentriert. Und da fängt man natürlich mit der römischen Besatzung an. »Die ersten Städte in Deutschland waren römische Kastelle. Köln und Bonn sind Beispiele dafür. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches verschwanden diese Städte natürlich nicht einfach, sondern entwickelten sich weiter.« Die Strukturen der römischen Feldlager seien noch heute in der Architektur dieser Städte zu finden.

40 Texte hat Strauß zur allgemeinen Historie von Städten verfasst. Weitere 40 Texte befassen sich mit der Bünder Stadtgeschichte. So erfährt der Besucher beispielsweise, dass wahrscheinlich der heutige Stadtteil Ahle bereits im ersten Jahrhundert nach Christus bewohnt war. Selbstverständlich kommt dabei auch die Bedeutung der Zigarrenherstellung für die Entwicklung und den Wohlstand der Stadt nicht zu kurz.

Stadt der Zukunft

Ein besonderes Augenmerk der Ausstellung wird der Stadt der Zukunft gelten – Strauß nennt sie »Smart-City«. »Ich gehe davon aus, dass durch die Vernetzung von Daten und den Einsatz künstlicher Intelligenz künftig etwas wie das Smartphone eine Schlüsselfunktion haben wird, um in diesen Städten zu leben und ihre Einrichtungen zu nutzen«, sagt der Museumsleiter. Der Weg führe also von der analogen zur digitalen Stadt.

Videoclips mit Bündern

In der Ausstellung zu Wort kommen sollen aber auch die Bünder selber. »Vorgesehen ist es, zu etwa 60 Exponaten kurze Videoclips mit in Bünde lebenden Menschen zu drehen.« So solle aus persönlicher Sicht geschildert werden, welche Erinnerungen oder Gefühle man mit der Stadt verbinde.

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