Sa., 23.02.2019

Herford Tierschutzverein verweist auf bestehende Kastrationspflicht Katzenelend vermeiden

Um die Katzenpopulation im Griff zu behalten, sollen auch sogenannte Wildlinge kastriert werden.

Um die Katzenpopulation im Griff zu behalten, sollen auch sogenannte Wildlinge kastriert werden. Foto: Daniel Salmon

Bünde (WB). Der Tierschutzverein Herford appelliert an die Katzenhalter der Region, ihre unkastrierten Tiere schnellstmöglich von einem Tierarzt unfruchtbar machen zu lassen, um der Lösung des Katzenproblems wieder ein Stück weit näher zu kommen. Im gesamten Kreis Herford besteht seit Juli 2011 die Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen.

Katzenhalter, die ihre Tiere nicht rechtzeitig kastrieren lassen, müssen mit Sanktionen der Ordnungsbehörden rechnen. Tierfreunde, die sich um verwilderte Hauskatzen kümmern, oder die festgestellt haben, dass sich sogenannte Wildlinge auf ihrem Grundstück angesiedelt haben, werden gebeten, sich beim Tierschutzverein Herford oder einem anderen Mitgliedsverein der »ARGE Tierschutz für den Kreis Herford« zu melden, damit die Katzen und Kater eingefangen und kastriert werden können. Die Kastration ist die einzige tierschutzgerechte Lösung zur Verringerung der Katzenpopulation.

Tiervermittlung läuft gut

»Leider werden immer noch unerwünschte Katzenkinder geboren und dann wie Müll ›entsorgt‹. So erging es auch Numzie und seinen Geschwistern, die im August 2018 praktisch in letzter Minute an der Else gefunden wurden«, sagt Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins, der auch das Tierheim im Stadtteil Ahle unterhält. Die winzigen Katzenkörper seien schon von Fliegenmaden befallen gewesen, die die Babys bei lebendigem Leibe aufgefressen hätten. »Der Halter der Mutterkatze hat mit seiner Untat eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begangen, da er den qualvollen Tod der Katzenkinder billigend in Kauf genommen hat«, so Renate Siekkötter.

Die Tiervermittlung laufe sehr gut. So konnten im vergangenen Jahr für 216 Katzen, Kleintiere und Hunde neue gute Zuhause gefunden werden. Bis zum 9. Februar seien bereits 38 tierische Schützlinge vermittelt worden.

Anonyme Schreiben

Mehrmals in der Woche erreichten den Tierschutzverein Herford und/oder das Bünder Tierheim Meldungen über nicht ordnungsgemäße Tierhaltungen, informiert die Tierschützerin. »Erst kürzlich lag ein anonymes Schreiben im Tierheimbriefkasten, in dem auf gravierende Missstände in Sachen Tierhaltung, aber auch Tierkörper- und Abfallbeseitigung hingewiesen wird.« Das Schriftstück sei in Kopie an das Kreisveterinäramt Herford und das Ordnungsamt Bünde weitergeleitet, so Renate Siekkötter.

Aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage ließen sich von behördlicher Seite leider nur Mindestanforderungen durchsetzen, die in vielen Fällen einer artgerechten Tierhaltung nicht entsprechen würden. »Das Tierschutzgesetz kann man in seiner derzeitigen Fassung nur als ›Tiernutzgesetz‹ bezeichnen, da es in den allermeisten Fällen die Tiere völlig unzureichend oder gar nicht schützt«, kritisiert Siekkötter. Das beste Beispiel hierfür sei die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um weitere zwei Jahre.

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