So., 17.03.2019

Dr. Theophylaktos Emmanouilidis aus Bünde behandelt Kinder im westafrikanischen Burkina Faso Medizinische Hilfe trotz Terrorgefahr

Von Hilko Raske

Bünde (WB). Anschläge von IS-Terroristen auf Polizei und Militär, mindestens 80 Tote in den vergangenen Monaten – die Lage im westafrikanischen Burkina Faso ist angespannt. Das hat Dr. Theophylaktos Emmanouilidis (79) nicht davon abgehalten, im Norden des Landes Kindern medizinisch zu helfen.

Mit einem Anästhesisten, einer Krankenschwester sowie einer Studentin aus Kolumbien war der ehemalige Chefarzt des Lukas-Krankenhauses vom 23. Februar bis zum 10. März in humanitärer Mission unterwegs. In der Provinzhauptstadt Ouahigouya unterhält das Hammer Forum – die Organisation betreut Kinder und Jugendliche in Kriegs- und Krisengebieten medizinisch – in der örtlichen Universitätsklinik eine eigene Ambulanz.

53 OPs in elf Tagen

Und hier kümmerte sich das vierköpfige Team aus Deutschland um Mädchen und Jungen, die vor Ort normalerweise nicht behandelt werden können. »In elf Tagen untersuchten wir 135 Kinder. 53 von ihnen haben wir operiert«, berichtet der Mediziner. Teilweise seien die Eltern mit ihren Sprösslingen aus angrenzenden Ländern wie Togo oder der Elfenbeinküste angereist, um sie durch das Team des Hammer Forums untersuchen zu lassen. »Die Ambulanz hat einen sehr guten Ruf bei den Einheimischen«, so Dr. »Emma«, wie ihn die Bünder nennen.

Missbildungen, Verbrennungen, Knochenbrüche und Tumore – das Ärzteteam arbeitete jeden Tag im Schnitt zehn bis elf Stunden, um den Kindern zu helfen. Dabei war Improvisationstalent gefragt, da die Ausstattung nicht unbedingt deutschen Standards entspricht. »Improvisationstalent ist das A und O bei solchen Einsätzen«, betont der ehemalige Chefarzt.

Terroranschläge haben zugenommen

Sorgen bereitet ihm die politische Situation in Burkina Faso. »Seit dem letzten Jahr hat sich die Sicherheitslage in dem sonst sehr friedlichen Land durch Terroranschläge verschlechtert«, sagt er. Das habe man auf dem Weg von der Landeshauptstadt zur Ambulanz gemerkt. »Wir haben die etwa 185 Kilometer mit dem Bus zurückgelegt. Fünfmal wurden wir an Checkpoints kontrolliert. Bei Fluchtversuchen hat das Militär Schießbefehl.« Dennoch habe man sich nicht entmutigen lassen. Allerdings habe man auf die Warnung von Einheimischen gehört und entgegen sonstiger Gewohnheit das eigene Quartier nur verlassen, um zur Ambulanz zu gelangen.

Und was steht als Nächstes auf dem Plan bei dem rührigen Mediziner? »Im April bin ich zwei Wochen in Guinea-Bissau, im Mai im Kongo und im Juni voraussichtlich im Libanon«, sagt Dr. Emma. Und natürlich immer, um den Jüngsten medizinisch zu helfen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6473392?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F