Di., 30.04.2019

Peter Schumacher bemängelt ungewollte Sanierung – Kritik an »schlampiger« Arbeit Ärger über bröckelnde Balkone

Nach der Sanierung sieht einer Balkonstränge an dem Hochhaus so aus. Ein unhaltbarer Zustand wie Wohnungseigner Peter Schumacher noch moniert.

Nach der Sanierung sieht einer Balkonstränge an dem Hochhaus so aus. Ein unhaltbarer Zustand wie Wohnungseigner Peter Schumacher noch moniert. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde  (WB). Peter Schumacher ist sauer: Der Besitzer einer Wohnung an der Bünder Fahrenkampstraße soll für die Sanierung seines Balkons zahlen, die er gar nicht wollte und die seiner Aussage nach auch noch schlampig ausgeführt wurde.

Und das ist noch nicht alles. Denn die Balkone, für die es seitens der Eigentümergemeinschaft tatsächlich einen Arbeitsauftrag gegeben habe, würden seiner Ansicht nach eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen »Da fallen immer dicke Putzschichten von ab, landen dann auf dem Rasen«, sagt der 54-Jährige bei einem Termin vor Ort.

Er ergänzt: »Und die Stücke können je nach Windlage auch außerhalb des Bereichs rund um die Balkone landen. Und an der Seite gehen Menschen, um beispielsweise den Fahrradständer hinter dem Haus zu erreichen.« Wenn man so was auf den Kopf bekomme, könne das böse enden, ergänzt der Bünder. Wegen dieses Zustandes, der seiner Auskunft nach bereits seit Jahresbeginn anhalte, habe er sogar das städtische Bauamt eingeschaltet.

1870,68 Euro in Rechnung gestellt

Schumacher hatte die Wohnung – sie liegt im obersten Stock des markanten 32-Parteien-Hauses – 1996 erworben. Die Räume hat er seither vermietet. Und in der Tat sehen die Sanierungsmaßnahmen am Balkon, die vom Hausverwalter in Auftrag gegeben wurden und im vergangenen Oktober durchgeführt wurden, nicht sehr professionell aus. Der Putz ist ungleichmäßig aufgetragen, hier und da kommt Rost an der erst vor kurzem gestrichenen Brüstung zum Vorschein. 1870,68 Euro seien ihm vom zuständigen Hausverwalter in Rechnung gestellt worden.

Und mit diesem liegt Schumacher wegen der Mängel seit geraumer Zeit im Clinch. Die beauftragte Firma, so sagt der Diplom-Mathematiker, hätte die Arbeiten an dem Gebäude – es wurde 1969 erbaut – erst gar nicht durchführen dürfen. »Ich glaube nicht, dass die für so etwas überhaupt eine Genehmigung haben«, sagt der verstimmte Wohnungsbesitzer, der deswegen auch den Kontakt zum Ordnungsamt des Kreises Herford gesucht hatte. Zwar habe das Unternehmen einige der von Schumacher monierten Mängel auch anerkannt und im Zuge der Gewährleistung Nachbesserung gelobt. Dafür will die Firma dann erneut an der Fahrenkampstraße anrücken, so der Wohnungsbesitzer, der sich von dem Hausverwalter mit seinem Anliegen zunächst nicht ernst genommen fühlte. Denn auf der jüngsten Eigentümerversammlung habe dieser nach Angaben des 54-Jährigen zunächst versucht, die ganze Angelegenheit ins Lächerliche zu ziehen.

»Erhebliche Mängel«

Mittlerweile habe aber auch der Hausverwalter die »erheblichen Mängel bei der Balkonsanierung« erkannt und eine Bestandsaufnahme der durchgeführten Arbeiten angekündigt. Sämtliche sanierten Balkone sollen nun am kommenden Wochenende in Augenschein genommen werden, wird in einem Schreiben an die Eigentümer angekündigt.

Ein kleiner Erfolg für Schumacher, der seit geraumer Zeit auf die unzureichend ausgeführte Arbeit hingewiesen hat. »Aber ich will ehrlich gesagt nicht, dass die bisher dafür verantwortliche Firma noch mal wiederkommt. Die bereits gemachten Erfahrungen reichen mir«, sagt der 54-Jährige. Und zur Not will er sich eine Einstweilige Verfügung besorgen, um das zu verhindern.

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