Fr., 10.05.2019

Junges Wildtier hatte sich auf umzäuntes Grundstück verirrt und schwer verletzt Reh in Bünder Innenstadt erschossen

Foto: dpa

Bünde (WB/sal). Ein schwerverletztes Reh ist am Freitagmorgen auf einem Grundstück in der Bünder Innenstadt vom zuständigen Jagdpächter erschossen worden.

Der Eigentümer des umzäunten Geländes an der Straße Kleiner Bruchweg hatte das Wildtier nach Angaben eines Polizeisprechers entdeckt. Etwa gegen 9 Uhr rückte eine Streifenwagenbesatzung vor Ort an. Zudem wurde der Jagdpächter des Bezirks verständigt, der sich ein Bild von der Situation machte.

Nach seiner Aussage war das etwa ein Jahr alte weibliche Tier in seiner Panik mehrfach mit voller Wucht gegen den Zaun gesprungen und hatte sich so selbst schwere Verletzungen zugefügt. Bei einem Versuch das Reh einzufangen oder zu vertreiben hätte nach Angaben des Jagdpächters zudem die Gefahr bestanden, dass es vom Grundstück entkommt und somit den Straßenverkehr – die vielbefahrene Straße Wasserbreite befindet sich ganz in der Nähe – gefährdet.

Daher habe man sich letztlich dazu entschlossen, das Tier zu erlegen.

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Unerlaubte Jagdausübung

Hier handelt es sich ganz klar um unerlaubte Jagdausübung innerhalb eines eingefriedeten Bezirkes. Lediglich der Eigentümer des Grundstückes hätte hier von einem Jagdausübungs- und Aneignungsrecht gemäß BJG Gebrauch machen dürfen, dass er bei Nichterfüllung von waffenrechtlichen Voraussetzungen an die Polizei (Länder) hätte übertragen dürfen. Hiervon unbeachtet, hätte ihm das uneingeschränkte Aneignungsrecht des erlegten Stückes auf seinem eingefriedetem Grund zugestanden. Der angrenzende Jagdpächter hat auf eingefriedetem Grund keinerlei Befugnis einen Schuss zu tätigen oder sich das Stück Rehwild in irgend einer Weise anzueignen. Selbst wenn die Polizei den Jagdpächter als Erfüllungsgehilfen mit in Boot geholt hätte, so hätte dieser nicht handeln dürfen. Hier liegt ein eindeutiger waffenrechtlicher sowie jagdlicher Verstoß und bei Aneignung des Wildbretes Jagdwilderei gemäß §292 StGB vor.

Schaue BJG §1 und §3 ...

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