Di., 14.05.2019

Schied Natalie W. bei bizarrer Sexualpraktik aus dem Leben? – Prozessauftakt in Bielefeld »Der Tod meiner Frau war ein Unfall«

Der Angeklagte Markus W. mit seinen Anwälten Peter Rostek (links) und Holger Rostek.

Der Angeklagte Markus W. mit seinen Anwälten Peter Rostek (links) und Holger Rostek. Foto: Bernd Bexte

Von Bernd Bexte

Bünde/Bielefeld (WB). Paukenschlag zum Auftakt des Totschlagsprozesses gegen den Bünder Markus W.: Eine ungewöhnliche Sexualpraktik soll im November 2017 zum Tod seiner 34 Jahre Frau Natalie geführt haben. »Es war ein Unfall«, ließ der 48-Jährige von seinem Anwalt Dr. Holger Rostek eine Erklärung verlesen.

Die Frau, die lange als vermisst galt und deren Leiche erst im Januar dieses Jahres in einer Kiste in einer Garage in Bielefeld-Vilsendorf gefunden worden war, habe nur durch »Würgeakte zum Höhepunkt kommen können«, verlas der Strafverteidiger vor dem Landgericht Bielefeld. Deshalb hätten beide vorsichtig vorgehen müssen, damit nichts passiere. Offensichtlich sei dies am 27. November 2017 aber nicht geschehen. »Es war ein Unfall«, erklärte Rostek zum Auftakt des Totschlagsprozesses.

Die Frau habe nicht mehr geatmet. Dann habe W. Panik bekommen, da er befürchtete, eines Verbrechens beschuldigt zu werden. Er habe dann die Leiche in eine Kiste gepackt und in die angemietete Garage nach Bielefeld gefahren. Zudem habe er vom Handy seiner Frau eine fingierte Whatsapp-Nachricht abgesetzt, in dem sie ankündigte, sich von ihm zu trennen. »Ich habe die Schnauze voll«, heißt es unter anderem darin.

Drei Tage später hatte Natalie W.s Mutter, die als Nebenklägerin auftritt, ihre Tochter bei der Polizei als vermisst gemeldet. Allerdings soll die Kripo Herford die Vermisstenanzeige seinerzeit nicht ernstgenommen haben, so dass die Mordermittler im Bielefelder Polizeipräsidium erst ein Jahr später von dem Fall erfuhren und ihn übernahmen.

Weil weitere Umstände dagegen sprachen, dass Natalie W. noch lebte – Konto- und Krankenkarte wurden nicht mehr benutzt –, durchsuchten Polizisten am 15. November vergangenen Jahres das Haus der Familie an der Rödinghauser Straße. Dort fanden sie das Handy der Vermissten. Markus W. wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Seitdem sitzt der Lagerist in der JVA Bielefeld-Brackwede ein.

Anfang des Jahres gab es dann die traurige Gewissheit, dass Natalie W. tot ist: Die Leiche der zweifachen Mutter wurde am 11. Januar in Bielefeld-Vilsendorf in einer Garage entdeckt. Markus W. hatte den Stellplatz angemietet. Als er wegen seiner Inhaftierung keine Miete mehr zahlte, hatte der Besitzer die Garage geöffnet und den grausigen Fund gemacht.

W. ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Kreditbetruges, Diebstahls und Unterschlagung und hat dafür auch schon Haftstrafen abgesessen. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6611612?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F