Fr., 17.05.2019

Bernhard Hoëcker präsentiert sein neues Programm Zwischen Nostalgie und Internet-Cloud

Immer wieder bezieht Bernhard Hoëcker Zuschauer in sein Programm mit ein. Am Ende lobt er: »Ihr seid ein professionelles Publikum, ihr habt die Bekloppten extra nach vorne gesetzt, damit man besser drankommt.«

Immer wieder bezieht Bernhard Hoëcker Zuschauer in sein Programm mit ein. Am Ende lobt er: »Ihr seid ein professionelles Publikum, ihr habt die Bekloppten extra nach vorne gesetzt, damit man besser drankommt.« Foto: Joschka Brings

Von Joschka Brings

Bünde (WB). »Früher war einfach alles besser«, singt Bernhard Hoëcker, als er die Bühne des Stadtgartens betritt. Oder ist heute vielleicht vieles besser? In seinem ersten Lied macht er direkt klar, worum es in den nächsten zwei Stunden gehen soll.

»Morgen war gestern alles besser« lautet der Titel seines aktuellen Programms, in dem der aus Fernsehshows wie »Genial daneben« oder »Wer weiß denn sowas« bekannte Komiker über die Vergangenheit nachdenkt. Passend dazu lässt er die Bünder an diesem Abend abstimmen, in welchem Jahr sie bei einer Wiedergeburt landen wollen würden. Sein Urteil dazu fällt relativ nüchtern aus: »Klar, Mittelalter stellt man sich immer so romantisch vor – ich werde dann Prinzessin. Aber die gab es ja nur selten, Pestkranke hingegen…«

Wenn es um die Behandlung von Zahnschmerzen ginge, fielen ganz schnell mal einige tausend Jahre aus der Kategorie »Was ‘ne geile Zeit« raus. Schnell wird dem Publikum klar, was Hoëcker von nostalgischer Verklärung hält. Dabei wird der Komiker seinem Ruf als intelligenter Technik-Nerd gerecht: Er erklärt den Reminiszenz Bump, entlarvt Kultfilme anhand des Bechdel-Tests als sexistisch oder singt ein Loblied auf die Cloud mit all ihren Tücken. All das aber nicht, ohne gemeinsam mit dem Publikum in wohligen Erinnerungen an Geräusche aus der Vergangenheit oder den liebsten Gegenstand aus der Kindheit zu schwelgen.

Oft sucht der Komiker an diesem Abend die Interaktion mit dem Publikum und reagiert auf Zwischenrufe – ebenso wie sein Techniker Tobias Zimmermann, der Diagramme zu den am Abend durchgeführten Umfragen genau so spontan auf die Leinwand projiziert wie kleine Anspielungen auf Zuschaueraussagen. Im Gespräch mit dem Publikum von der Bühne aus blüht Hoëcker auf – und verrennt sich, als er sich die komplette erste Hälfte über den Artikel »das« vor dem Bünder Bruch lustig macht. Nach der Pause kommt er kleinlaut auf die Bühne und entschuldigt sich für seine Unwissenheit, nicht ohne dem Publikum noch ein paar Fakten aus dem Wikipedia-Eintrag zum Thema »Bruch« mitzugeben.

Zwischen allen Gesprächen mit Zuschauern, Witzen und lehrreichen Ausführungen über beispielsweise das autonome Fahren beantwortet Hoëcker dann auch die Frage nach heute, gestern oder morgen, die er ganz zu Beginn des Abends in seinem Lied stellte. »Das schönste ist wohl die Erinnerung.« Das Publikum im Stadtgarten wird sich an diesen Abend auf jeden Fall gerne zurückerinnern.

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