Fr., 05.07.2019

Abgeordnete von Bund und Land unterstützen Anwohner – Petition für höhere Schutzwand »A30-Lärm überschreitet Grenzwerte«

Bodo Meier (vorne) setzt sich für eine höhere Lärmschutzwand ein. Verstärkung in dieser Sache hat er sich bei Ulf Dreier (stellvertretender Bürgermeister), Stefan Schwartze (MdB) und Angela Lück (MdL) geholt.

Bodo Meier (vorne) setzt sich für eine höhere Lärmschutzwand ein. Verstärkung in dieser Sache hat er sich bei Ulf Dreier (stellvertretender Bürgermeister), Stefan Schwartze (MdB) und Angela Lück (MdL) geholt. Foto: Kathrin Weege

Von Kathrin Weege

Bünde (WB). Im Garten verstehen sie ihr eigenes Wort kaum, nachts müssen die Fenster geschlossen bleiben. Die Anwohner der Weberstraße in Ahle klagen über die zu niedrige Lärmschutzwand an der A30. Jetzt haben sie sich Unterstützung aus der Politik geholt.

Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze und Landtagsabgeordnete Angela Lück (beide SPD) haben sich vor Ort informiert. »Die Lärmgrenzwerte werden hier Tag und Nacht überschritten«, berichtet Anwohner Bodo Meier den beiden. 64 Dezibel seien tagsüber erlaubt. Gemessen haben die Bürger selber schon deutlich höhere Werte. Friedel Krömker hatte auch Donnerstag sein Messgerät dabei. »Wenn die Lastwagen vorbeidonnern, habe ich hier bis zu 80 Dezibel im Display stehen gehabt. Als ich noch berufstätig und weniger zu Hause war, fiel mir das nicht so auf. Heute ist es eine Belastung«, sagt er. Am lautesten ist es bei Süd-West-Wind. Donnerstag wehte der Wind aus nördlicher Richtung. Da war es mit 69 Dezibel etwas leiser.

Flüsterasphalt hat wenig gebracht

Zum Termin mit den beiden Politikern waren zehn Anwohner der umliegenden Straßen gekommen. Allen ergeht es ähnlich. Einig sind sie sich darüber, dass der Flüsterasphalt, der vor gut vier Jahren auf die A30-Fahrbahn gekommen ist, kaum eine Entlastung gebracht hat. »Wir fordern Gleichberechtigung. Denn auf der anderen Seite der A30 ist der Lärmschutzwall schon immer höher gewesen. Inzwischen wurde sogar noch eine weitere Wand oben drauf gesetzt. Da die A30 direkt gegenüber wohl kaum leiser sein kann als bei uns, fordern wir ein ähnliches Bauwerk«, fasst Bodo Meier zusammen.

Kommentar

Ob die Lärmschutzwand tatsächlich am Ende erhöht wird, das steht noch lange nicht fest. Für die Bürger aber ist es alleine schon mal wichtig, mit ihrem Anliegen ernst genommen zu werden. Der Besuch von Abgeordneten von Bund und Land hat den Bürgern genau das vermittelt. Werden die Lärmwerte überprüft, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass sie identisch zu denen auf der gegenüberliegenden Seite sind. Und dort ist ja bereits eine Optimierung des Lärmschutzes erfolgt. Demnach müssten die Chancen gut stehen. Kathrin Weege

Krömker hat Mittwoch dann auch gleich hinter der neuen Lärmschutzwand die Werte gemessen. Mit 47 Dezibel ist es deutlich leiser als gegenüber. Stefan Schwartze und Angela Lück schauten sich mit den Anwohnern diese Schutzwand genau an. Dann schlug Schwartze folgende Vorgehensweise vor: »Die Bürger stellen eine Petition an den Landtag und/oder den Bundestag. Wir prüfen noch einmal genau, was mehr Sinn macht.« Es müssten Neuberechnungen zum Lärmaufkommen erfolgen. »Dabei werden Werte gemessen und auch berechnet«, so Schwartze. Die Bürger sollten entsprechend die Erhöhung der Lärmschutzwand fordern – außerdem müsse sie verlängert werden bis zur Auffahrt Bünde. Die Spenger Straße benötige ebenfalls einen Schutz. »Eine Petition ist der richtige Weg. Es reicht in einem solchen Fall nicht, nur mit dem Landesbetrieb Straßen NRW zu sprechen«, ergänzt Lück.

Wie stehen die Chancen?

Den Bürgern brennt vor allem eine Frage unter den Nägeln: Wie schätzen die Politiker die Chancen für die Umsetzung ein? »Das ist jetzt schwer zu beantworten«, gibt Schwartze zu. »In diesem Jahr wird sicher noch nichts passieren, das wird schon etwas dauern – Gelder müssen in den Haushalt eingestellt werden und überhaupt zur Verfügung stehen«, ergänzt Lück.

Stadt Bünde kann nicht viel tun

Die Stadt Bünde selber kann nicht viel tun. Ulf Dreier, stellvertretender Bürgermeister, hat den Kontakt zu den Abgeordneten hergestellt. »Wir selber könnten maximal ein paar Bäume pflanzen. Das wird hier aber nicht ausreichen«, sagte er.Bodo Meier ist nach dem Ortstermin zufrieden. Denn endlich nimmt sich jemand der Sache an.

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