Fr., 12.07.2019

Petition der Bürger gestartet – Anfrage von Schäffler Lärmschutz: Irritation nach Berlin-Statement

An der A30 werden die Lärmgrenzwerte regelmäßig überschritten, sagen die Anwohner. Sie haben selber gemessen. Daher fordern die Bürger in Ahle eine höhere Lärmschutzwand.

An der A30 werden die Lärmgrenzwerte regelmäßig überschritten, sagen die Anwohner. Sie haben selber gemessen. Daher fordern die Bürger in Ahle eine höhere Lärmschutzwand. Foto: Kathrin Weege

Bünde (WB/KaWe). Während die Bürger der Weberstraße gerade ihre Petition zur Erhöhung der Lärmschutzwand an der A30 auf den Weg bringen – die Unterlagen sind abgeschickt – gibt es irritierende Nachrichten aus Berlin.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage des heimischen Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler (FDP) geht hervor, dass keine Ausweitung der Lärmschutzmaßnahmen an der A30 in Ahle geplant ist.

Krach auch in der Nacht

Anlass für die Frage an das Verkehrsministerium bot die Initiative der Anlieger um Bodo Meier. »Wir bekommen hier bei offenem Fenster nachts kein Auge zu, so laut ist die Autobahn«, sagt Meier. Die Anwohner haben die Werte bereits selber kontrolliert – sie lägen deutlich über dem, was erlaubt sei. Besonders ärgern sich die Anwohner, dass die Lärmschutzwand auf der gegenüberliegenden Seite der A30 schon vor einigen Jahren deutlich erhöht wurde. »Dort ist es sicher nicht lauter gewesen als bei uns«, meint Meier.

Erklärung aus Berlin

Die Bundesregierung sieht in dieser Angelegenheit wohl keinen Handlungsbedarf. Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär des Verkehrsministeriums, begründet sein Urteil wie folgt: »Die für die Dimensionierung des Lärmschutzes zugrunde gelegten, prognostizierten Lärmpegel wurden bis heute nicht erreicht.« Eine Erklärung für die unterschiedlichen Höhen der Lärmschutzwände lieferte Bilger jedoch nicht.

Konfrontiert mit dieser Nachricht meint Meier, dass er glaube, dass das Verkehrsministerium den generellen Lärmschutz meine. Dass da nichts geplant ist, sei klar. Über die besondere Situation in Ahle müsste man sich zunächst wohl genauer informieren, um dies bewerten zu können.

Schäffler unterstützt Anwohner

Frank Schäffler, Bezirksvorsitzender der FDP-OWL, zeigt kein Verständnis für die Antwort des Ministeriums: »Die Lärmschutzwände sind an anderen Stellen höher gezogen worden, dafür muss es einen Grund geben. Es kann nicht sein, dass die Lärmbelastung innerhalb weniger Meter so rapide abnimmt.« Er unterstützt das Vorhaben der Bürger, eine Petition einzubringen und diese auf die Messwerte zu stützen, die zu verschiedenen Zeiten gemessen wurden. »Es muss eine einvernehmliche Regelung und eine ausführliche durch Messwerte belegte Begründung geben, die genau aufzeigt, warum an dieser Stelle der A30 die Lärmschutzwände niedriger sind«, so Schäffler.

In der vergangenen Woche hatte es einen Ortstermin mit der Landtagsabgeordneten Angela Lück und dem Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze gegeben (beide SPD). Beide versprachen, sich für die Erhöhung der Lärmschutzwand einzusetzen und regten an, eine neue Petition an Bund und Land zu starten. »Wir hoffen, dass es am Ende vielleicht doch schneller geht mit einer höheren Lärmschutzwand«, meinte Meier nach dem Ortstermin.

Kommentar

Die Bürger in Ahle fordern besseren Schutz vor dem A30-Lärm und auch Gerechtigkeit. Zu Recht. Denn die Lärmschutzwand auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn ist deutlich höher gezogen worden – dahinter ist es viel leiser. Es ist schwer vorstellbar, dass der Autobahnlärm nur ein paar Meter weiter so viel geringer sein soll. Es grenzt an ein Armutszeugnis, dass das Verkehrsministerium keine Erklärung dafür hat, warum die Lärmschutzwände unterschiedlich hoch sind – gleichzeitig aber die Wand an der Weberstraße scheinbar nicht erhöhen will. Kathrin Weege

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