So., 21.07.2019

Alte Linde kippt um – 19 Unwettereinsätze für Bünder Feuerwehr Sturm zerstört Naturdenkmal

Von der ehemals stattlichen Linde an der Ennigloher Hauptstraße ist nur noch ein gut drei Meter hoher Stammrest übrig. Das Areal rund um das zerstörte Naturdenkmal ist aus Sicherheitsgründen abgesperrt worden.

Von der ehemals stattlichen Linde an der Ennigloher Hauptstraße ist nur noch ein gut drei Meter hoher Stammrest übrig. Das Areal rund um das zerstörte Naturdenkmal ist aus Sicherheitsgründen abgesperrt worden. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde (WB). Das Unwetter, das am Samstagnachmittag im Bünder Land wütete, war kurz – dafür aber heftig. In Ennigloh fiel dem Sturm sogar ein Naturdenkmal zum Opfer.

Die altehrwürdige Linde am Restaurant Venezia – dem früheren Lindenhof – hielt den Windböen nicht stand. Der Hauptstamm brach. »Er kippte auf die Straße in Richtung Bahnunterführung. Einen Blitzeinschlag können wir eigentlich ausschließen. Es gibt keine Spuren, die darauf hindeuten«, schildert Feuerwehreinsatzleiter Lars Vienop. Die Einsatzkräfte räumten die Fahrbahn frei. Allerdings hing ein großer Ast noch immer am Reststamm, drohte gegen das Gebäude zu stürzen. »Wir haben schließlich das THW zu Hilfe gerufen«, so Vienop. Mit einem Bagger entfernten die Helfer den Ast.

81 Wehrleute im Einsatz

Das THW musste am Samstag einen noch herabhängenden Ast entfernen. Foto: Hans-Walter Becker

Tags darauf ist das Areal um die zerborstene Linde, die laut Nabu-Kreischef Friedhelm Diebrok mindestes ein Jahrhundert alt war, immer noch abgesperrt. Äste liegen aufgestapelt auf dem Platz vor dem Restaurant. »Zum Glück stand niemand unter dem Baum, als er fiel«, meint eine Passantin, die am Sonntag an dem zerstörten Naturdenkmal vorbeikommt.

Laut Vienop war die Bünder Feuerwehr am Samstagnachmittag mit 81 Kräften insgesamt zu 19 Unwettereinsätzen ausgerückt. »Verletzt wurde glücklicherweise niemand«, so der Einsatzleiter.

Alarmierungen im Minutentakt

Die erste Alarmierung sei gegen 15.20 Uhr eingegangen. Ein Hausbesitzer in Spradow hatte die Retter verständigt: Ein großes Partyzelt in seinem Garten drohte wegen des Sturms wegzuwehen. Kurze Zeit später wurde die Feuerwehr in den Steinmeisterpark gerufen. Dort befanden sich Kinder, die durch den Sturm und herbfallende Zweige und Äste verängstigt waren. Die Wehrleute brachten sie nach Hause.

Etwa zur selben Zeit schlug ein Blitz in einem Dachstuhl an der Schmiedestraße in Ahle ein. »Wir waren aber schnell vor Ort, konnten rasch einige Dachziegel abdecken und mit wenig Wasser löschen«, sagt Vienop. Bei den übrigen Einsätzen habe es sich vor allem um auf Straßen gefallene Äste und Bäume gehandelt: »Fast sämtliche Alarmierungen gingen innerhalb einer Viertelstunde ein.«

Einsätze auch in Kirchlengern und Rödinghausen

Auch in den Nachbargemeinden mussten die Feuerwehren tätig werden. In Kirchlengern arbeiteten die Ehrenamtler laut Wehrführer Frank Rieke zwölf Einsätze ab. Auch dort waren Bäume oder Äste durch den Sturm abgebrochen und auf Wegen gelandet. Aus Rödinghausen meldete Feuerwehrchef Rudi Altehoff fünf Einsätze: »Vier vollgelaufene Keller und ein umgestürzter Baum.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6793764?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F