SPD schlägt Neubau des »Atlantis« vor – Aufwertung des Gesamtareals erhofft
Jugendzentrum auf dem Cordes-Gelände?

Bünde  (BZ). Seit Jahren ist die Stadtverwaltung auf der Suche nach einem neuen Standort für das Jugendzentrum Atlantis. Beim favorisierten Umzug an die Haßkampstraße musste man im Juni die Notbremse ziehen – die Lärmbelästigung wäre für Anwohner zu groß gewesen. Ein Vorschlag der Bünder SPD könnte nun Bewegung in eingefahrene Diskussion bringen.

Montag, 19.08.2019, 08:00 Uhr
SPD-Fraktionschefin Andreas Kieper (links) und SPD-Stadtverbandsvorsitzende Susanne Rutenkröger auf dem Cordes-Gelände. Die Sozialdemokraten schlagen vor, dass im oberen Bereich das Jugendzentrum Atlantis neu gebaut wird. Denkbar sei auch, gleichzeitig Räume für die Stadtbücherei zu schaffen. Foto: Hilko Raske
SPD-Fraktionschefin Andreas Kieper (links) und SPD-Stadtverbandsvorsitzende Susanne Rutenkröger auf dem Cordes-Gelände. Die Sozialdemokraten schlagen vor, dass im oberen Bereich das Jugendzentrum Atlantis neu gebaut wird. Denkbar sei auch, gleichzeitig Räume für die Stadtbücherei zu schaffen. Foto: Hilko Raske

»Ein optimaler Standort wäre das Cordes-Gelände«, sagt SPD-Stadtverbandschefin Susanne Rutenkröger. Das Areal zwischen Wasserbreite und Gerhart-Hauptmannstraße befinde sich im Besitz der Stadt, sei etwa 8000 Quadratmeter groß und lasse sich vielfältig gestalten. Sie verweist darauf, dass der Abriss des alten Cordes-Gebäude schon ein Jahr zurückliege, bislang auf dem Gelände aber nichts geschehen sei. Gleichzeitig fange die Politik in Sachen Atlantis wieder bei Null an.

Idealer Standort

»Die Standortsuche ist schwierig«, betont die Sozialdemokratin. Und genau darin liege der Charme des Cordes-Geländes im Zentrum der Stadt. »Das wäre ein idealer Standort für das Atlantis. Hier wäre eine Gebäudegestaltung nach heutigen Erfordernissen möglich, das Außengelände ist für sportliche Aktivitäten planbar«, so Rutenkröger. Und nennt gleich noch einige Argumente für den SPD-Vorschlag: »Durch die Nähe zum Bahnhof und ZOB ist eine gute Erreichbarkeit gegeben, die Nähe zu Stadtpark und Freibad bietet weitere Freizeitmöglichkeiten.« Ganz wichtig: Die Nachbarschaft sei kein Problem, da in unmittelbarer Nähe keine Wohnbebauung existiere. »Wo finden wir im Innenstadtbereich noch ein Grundstück von dieser Größe, das all diese Vorzüge in sich vereint?«, fragt Andrea Kieper, Vorsitzende der SPD-Fraktion. Ein Umzug des Atlantis zum Beispiel in den Stadtteil Ennigloh macht ihrer Einschätzung nach keinen Sinn. »Dort gibt es schon das Jugendzentrum Timeout«.

Räume für Stadtbücherei?

»Durch den Höhenversatz und den Gewinghauser Bach lässt sich das Cordes-Gelände wahrscheinlich nicht als Ganzes nutzen. Statt das Areal insgesamt an Investoren zu verkaufen, sollte die Stadt eine Teilfläche doch besser selber nutzen«, schlägt Susanne Rutenkröger vor. Denkbar sei auch ein Kombination mit der Stadtbücherei, die voraussichtlich 2022 das jetzige Gebäude an der Eschstraße verlasse. »Kinder und Jugendliche, die das Atlantis besuchen, hätten somit einen einfacheren Zugang zur Stadtbücherei und den Medien.«

Das Rathaus sei zu klein, heiße es. »Statt über einen längeren Zeitraum teuer zu mieten – Beispiel Woolworth – könnten Abteilungen wie das Jugendamt hier Büroräume erhalten«, nennt Rutenkröger eine weitere Möglichkeit.

Die Stadt hätte hier die Chance, durch eine eigene bauliche Gestaltung das gesamte Areal an der Wasserbreite aufzuwerten – »offene Fassade, nette Gestaltung inklusive Bachlauf«. Ähnlich wie bei der Umgestaltung des Marktplatzes würden sich dann weitere Investoren finden. »Aktuell ist das zwar eine Gewerbefläche – aber das muss ja nicht so bleiben, das kann die Stadt selber ändern«, sagt die SPD-Stadtverbandschefin.

Kommentar

Der SPD-Vorschlag hat Charme, weil er viele Vorteile in sich birgt. Es müsste nicht mehr nach einem Standort für das Atlantis gesucht werden, nebenbei könnten Räumlichkeiten für die Stadtbücherei und das Jugendamt geschaffen werden. Nicht zu vergessen: Das Grundstück gehört der Stadt bereits. Und das Thema Lärm wäre auch vom Tisch. Insoweit darf man auf die weitere Diskussion gespannt sein.

Hilko Raske

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