Di., 20.08.2019

Jungvögel sind schon Richtung Süden unterwegs – Alttiere folgen in diesen Tagen Die Saison für Storchen-Gucker geht zu Ende

Mit ausgebreiteten Flügeln in der Luft: eines der Alttiere aus den Elsebruch. Während die Jungtiere schon Richtung Süden unterwegs sind, starten die Altvögel in diesen Tagen.

Mit ausgebreiteten Flügeln in der Luft: eines der Alttiere aus den Elsebruch. Während die Jungtiere schon Richtung Süden unterwegs sind, starten die Altvögel in diesen Tagen. Foto: Peter Schubert

Von Kathrin Weege

Bünde/Enger (WB). Die einen entspannen vor dem Fernseher, die anderen beim Joggen. Hobbyfotograf Peter Schubert kann die Seele am besten beim Beobachten und Fotografieren der Störche baumeln lassen. Aber die Saison der Vogel-Gucker geht zu Ende. Die Jungvögel sind schon gen Süden geflogen, die Alttiere folgen in den nächsten Tagen.

Was zum Abschluss bleibt, ist eine reiche Ausbeute an tollen Fotos, die Schubert nicht nur in Bünde aufgenommen hat. Sieben Nester im gesamten Kreis Herford kennt er und hat sie immer mal wieder besucht. »Zwölf Jungvögel habe ich in sieben Horsten gezählt. In Löhne an den Blutwiesen und am Feuerwehrmuseum in Häver sind allerdings trotz Brut keine Jungen geschlüpft«, berichtet der Bünder.

»Sein« Horst ist der im Elsebruch. »Hier habe ich am genauesten beobachtet und war sehr oft vor Ort«, sagt der Industriemechaniker. Den Platz für ein Nest im Bruch hat Udo Wellmann vom angrenzenden Pferdepensionsbetrieb 2011 auf einer seiner Wiesen eingerichtet. 2013 war damals direkt die erste Brut im Nest.

»Von Anfang an handelt es sich hier immer um das selbe Männchen. Wir erkennen es, da es beringt ist. Das Weibchen hat mehrmals gewechselt beziehungsweise es ist verstorben«, sagt der Storchen-Gucker. In den Jahren 2016/17/18/19 dürfe es sich allerdings immer um das selbe Weibchen gehandelt haben. Es ist unberingt.

Angriff von Fremdstörchen

Drei Jungtiere hatte das Paar im Elsebruch zunächst gehabt. »Am Vatertag waren plötzlich nur noch zwei Küken da. Es hat wohl einen massiven Angriff von Fremdstörchen gegeben. Schließlich lag eines tot am Boden vor dem Nest«, blickt der Hobbyfotograf zurück.

Das sei eben die Natur. Und längst nicht alle Brutversuche sind erfolgreich. Er erinnert sich, dass 2017 im Nest in Bruchmühlen Eier lagen. »Das Storchenpaar hat ganze drei Monate gebrütet. Eigentlich sind es ja nur etwa sechs Wochen, die sie auf den Eiern hocken. Aber es passierte nichts. Vermutlich waren die Eier nicht befruchtet«, mutmaßt Peter Schubert.

Ähnlich sah es dieses Jahr in Häver aus. Wie schon 2018 hatte das Paar keinen Nachwuchs. Dabei hatte man alles perfekt für die Tiere vorbereitet. Die Gemeinde Kirchlengern hatte sogar eine Web-Cam am Museum installiert und Bilder auf der Homepage der Kommune übertragen, damit möglichst viele Bürger die Brut und die Aufzucht mitverfolgen können. Schubert: »Leider blieb das Nest leer.«

Unterwegs nach Süden

Ein paar Tage bleiben dem Storch-Fan noch, um zumindest die Altvögel noch einmal zu sehen. Warum genau sie erst nach den Jungtieren, die den Weg alleine in den Süden finden, starten, erklärt der Hobbyfotograf sich so: »Vielleicht müssen sie sich erst noch zwei bis drei Wochen nach der Aufzucht der Jungen ausruhen.«

Schon jetzt dürfte er gespannt auf die nächste Storchen-Saison sein. Kommen die altbekannten Tiere zurück oder sind es neue? Wenn es so weit ist, ist wieder Zeit zum Entspannen am Nest. »Störche zu beobachten ist ein bisschen vergleichbar mit Angeln. Der Angler sitzt am Teich. Erwischt er einen Fisch, setzt er ihn zurück ins Wasser. Es geht nur um das Genießen der Ruhe.«

Top-Brüter im Kreis

Diese sieben Nester im Kreis Herford sind Peter Schubert bekannt: Blutwiesen in Löhne, Engerbruch in Enger, Elsebruch und eins Ahle in Bünde, Südlengern, Füllenbruch in Hiddenhausen und Feuerwehrmuseum in Häver. Top-Brüter waren dieses Jahr die Paare in Ahle und Enger mit jeweils drei erfolgreichen Aufzuchten.

Storch in Hochspannungsleitung

Dass die Aufzucht in Enger so erfolgreich war, ist erstaunlich. Ende Juni hatte sich einer der beiden Altstörche – das Männchen – in einer Hochspannungsleitung verfangen und war verendet. Es bot sich ein Bild des Schreckens: Das Männchen unseres Storchenpaares hing tot zwischen den Isolatoren des Mastauslegers, das Weibchen saß auf der Mastspitze und versuchte durch Klappern den Partner zu locken. Schließlich übernahm die Storchenmutter die Versorgung.

 

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