Fr., 11.10.2019

Ratsmehrheit hält Stadtbücherei und Jugendzentrum am Standort für denkbar Cordes-Gelände auf dem Prüfstand

Anfang des Jahres waren die letzten Reste des alten Cordes-Komplexes entfernt worden.

Anfang des Jahres waren die letzten Reste des alten Cordes-Komplexes entfernt worden. Foto: Daniel Salmon (Archiv)

Von Hilko Raske

Bünde (WB). Stadtbücherei, Jugend- und Seniorenzentrum in einem Gebäude, und das Ganze auf dem ehemaligen Cordes-Gelände? Mit diesem Vorstoß will die SPD Bewegung in die Debatte um etliche städtische Einrichtungen bringen, deren Tage an ihren jetzigen Standorten gezählt sind. Am Mittwochabend diskutierte der Rat darüber.

Konkret hatte die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, dass die Verwaltung prüfen soll, ob sich das Cordesgelände und ein angrenzendes ehemaliges Bahnareal für die Ansiedlung eines Mehrgenerationenhauses, eines modernen Medienzentrums und eines Verwaltungsgebäudes eignen.

Kritik an Zeitdruck

Er habe den Eindruck, dass die SPD bei diesem Thema Zeitdruck aufbauen wolle, kritisierte CDU-Ratsherr Martin Schuster. »Wenn wir hier eine Entscheidung fällen, stellen wir immerhin die Weichen für die nächsten 30 bis 40 Jahre«, so Schuster. Er betonte, dass es sich bei dem Areal um Gewerbeflächen handeln würde – und die fehlten in Bünde. Zudem halte er die Fläche zwischen Bahn und der viel befahrenen Wasserbreite für eine derartige Einrichtung ungeeignet. Er jedenfalls plädiere für einen ergebnisoffenen Beratungsprozess. »Es gibt sicher andere geeignete Flächen im Stadtgebiet.«

Er sei froh, dass die CDU dieses Grundstück nicht gleich verkaufen wolle, betonte Dr. Kai Unzicker (SPD). Er verwies darauf, dass es sich bei dem SPD-Antrag erst einmal nur um einen Prüfungsauftrag handeln würde. Mit ihrem Vorschlag wolle die SPD einen Ort schaffen, wo man öffentliche Einrichtungen zusammenbringen könne, so Unzicker.

FDP befürchtet Vorfestlegung

Als eine charmante Idee, die der große Wurf sein könnte, bezeichnete Grünen-Sprecherin Stefanie Janßen-Rickmann den SPD-Vorstoß. Sie wollte den Antrag der Sozialdemokraten aber weiter gefasst sehen. Es werde künftig etliche städtische Gebäude geben, die leer stehen würden. Es sei wichtig, die alle mit einzubeziehen – beispielsweise, wenn es um eine mögliche Vermarktung gehe.

Als eine Vorfestlegung nannte Martin Lohrie (FDP) den SPD-Antrag. Ebenso wie sein Fraktionskollege Ernst Tilly forderte er, den Prüfauftrag nicht zu eng zu fassen. Mit Blick auf die Stadtbücherei – der bestehende Pachtvertrag läuft 2022 für das Gebäude aus – bezeichnete Tilly eine frühzeitige Entscheidung als notwendig.

Was passiert mit gezahlten Fördergeldern?

Ein weiterer Aspekt, der zu Sprache kam, sind bereits gezahlte Fördermittel für die Aufbereitung des Geländes. Hier wurde die Frage gestellt, ob die Stadt diese zurückzahlen müsse, wenn das Areal nicht als Gewerbefläche genutzt werde. Vom Technischen Beigeordneten Dr. Andreas Siepenkothen kam der Hinweis, dass es sich um 180.000 Euro handeln würde. Die Stadtverwaltung soll nun bei der Bezirksregierung nachfragen, ob eine anderweitige Nutzung des Geländes überhaupt möglich ist und ob mit einer Rückzahlung gerechnet werden muss.

Bei der Abstimmung zeigte sich, dass der SPD-Antrag auf eine breite Mehrheit stieß. Nur aus Reihen der CDU kamen drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen, ansonsten sprachen sich alle anderen Ratsmitglieder für den Prüfauftrag aus.

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