Sa., 12.10.2019

42-Jähriger Bünder war angeklagt, Vlothoerin (20) zum Sex gezwungen zu haben Vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen

Das Herforder Amtsgericht: Hier musste sich der 42 Jahre alte Bünder verantworten. Es gab einen Freispruch.

Das Herforder Amtsgericht: Hier musste sich der 42 Jahre alte Bünder verantworten. Es gab einen Freispruch. Foto: Moritz Winde

Von Bernd Bexte

Bünde/Herford (WB). War es einvernehmlicher Sex oder eine Vergewaltigung? Ein 42 Jahre alter Mann aus Bünde hat sich am Freitag vor dem Herforder Schöffengericht verantworten müssen. Laut Anklage soll er im Juli 2018 eine heute 20 Jahre alte Vlothoerin zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Der Prozess endete allerdings mit einem Freispruch: Es war nicht zu klären, ob der Mann erkannt habe, dass der Sex gegen den Willen der jungen Frau gewesen sei.

Die beiden hatten sich über die beste Freundin der Vlothoerin kennengelernt. Am 18. Juli vergangenen Jahres hatten sie sich verabredet. Gegen 22 Uhr suchten sie die Wohnung des Bünders auf. Er war damals alleinstehend. Nach dem Genuss von Alkohol sollen sich die beiden näher gekommen sein, geküsst und gestreichelt haben. Laut Anklageschrift soll der Bünder dann die Hose der Studentin geöffnet haben und mit dem Finger in sie eingedrungen sein.

Angeklagter räumt Geschlechtsverkehr ein

Schon zu diesem Zeitpunkt soll die junge Frau versucht haben, ihn davon abzuhalten. Das gelang nicht. Im Anschluss entblößte auch er sich, es kam zum Geschlechtsverkehr – zwei Mal. Zwischendurch soll sie ihn mit der Hand habe befriedigen müssen. Laut Anklage soll sie sich kratzend und beißend gewehrt haben und in Tränen ausgebrochen sein.

Die junge Frau trat als Nebenklägerin in dem Prozess auf. Als Beistand hatte sie ihre Mutter an der Seite. Das mutmaßliche Opfer sagte ebenso wie der Angeklagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Der Bünder räumte den Geschlechtsverkehr ein. Nach Informationen dieser Zeitung gab er jedoch an, die sexuellen Handlungen sofort beendet zu haben, nachdem er die Studentin gefragt habe, warum sie nicht mitmache. Sie schilderte die Nacht auf den 19. Juli 2018 gänzlich anders. Es sei erkennbar gewesen, dass sie den Sex nicht wolle. Sie soll damals eine Beziehung zu einem anderen Mann gehabt haben.

Alle Verfahrensbeteiligten beantragen Freispruch

Da letztlich unklar blieb, ob der Angeklagte habe erkennen müssen, dass er gegen den Willen der Frau handelte, sprach das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Alea Blöbaum den Bünder frei. Dies hatten zuvor alle Verfahrensbeteiligten beantragt. Der Mann lebt mittlerweile in einer festen Beziehung.

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