Do., 17.10.2019

Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist in Bünde Vorreiter beim Unterricht 4.0 Lernen mit dem Tablet

Für Moritz Berg (15) und die übrigen Schüler des Zehntklässler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums gehört die Arbeit mit dem iPad zum Unterrichtsalltag.

Für Moritz Berg (15) und die übrigen Schüler des Zehntklässler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums gehört die Arbeit mit dem iPad zum Unterrichtsalltag. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde (WB). Am Bünder Freiherr-vom-Stein-Gymnasium greifen immer mehr Schüler zum iPad statt zu Zettel und Stift. Die Bildungseinrichtung setzt auf Unterricht 4.0 – und nimmt unter allen Bünder Schulen damit eine digitale Vorreiterrolle ein.

Über den konkreten Stand der Dinge hatte Schulleiter Gunnar Woltering die Mitglieder des Schulausschusses bereits vor Kurzem  informiert. Demnach hatte man sich am Gymnasium bereits vor geraumer Zeit ein pädagogischen Konzept überlegt, wie man die neuen Medien in den Klassenzimmern am sinnvollsten für  Schüler und Lehrer einsetzten kann. Dazu war eine Arbeitsgruppe – bestehend aus der Schulleitung und Lehrern – ins Leben gerufen worden. Ziele sind die Vermittlung von digitalen Kompetenzen und ein auf den einzelnen Schüler maßgeschneidertes Lerntempo.

Whiteboards statt Kreidetafeln

»Wichtig für uns war, dass man in allen Klassenräumen einen identischen Ausstattungsstandard schafft«, erklärt Konrektor Jens Ransiek. So waren bis zum Beginn des letzten Schuljahres sämtliche Klassen- und Fachräume – 60 an der Zahl – mit Beamern ausgestattet worden, um Lerninhalte so besser präsentieren zu können.

Massive finanzielle Unterstützung gab es dafür vom Förderverein des Gymnasiums. Laut Ransiek und Woltering habe man sich aus gutem Grund gegen den Kauf digitalen Tafeln entschieden, die von einigen anderen Schulen favorisiert werden. »Die Technik, die wir nutzen, kostet nur ein Drittel«, so Woltering. Kreidetafeln werden nach und nach aus der Schule entfernt und gegen praktischere Whiteboards ausgetauscht.

Infrastruktur verbessert

Zugleich wurde die Wlan-Infrastruktur im Gebäude verbessert und soll auch noch weiterhin ausgebaut werden. Denn mittelfristig, so ist die Zielvorgabe, soll ein großer Teil der Schüler Tablets im Unterricht nutzen können. Bereits jetzt verfügen alle Jugendliche ab der neunten Klasse über ein iPad. Die Schule habe sich bewusst für Apple-Geräte entschieden: aus Datenschutzgründen und weil mehr Programme als bei anderen Anbietern verfügbar seien. Woltering: »Und außerdem sind die Geräte günstiger.«

Gekauft werden müssen die Tablets für die Oberstufenschüler von den Eltern selbst. Dank eines speziellen Angebots der Gesellschaft für digitale Bildung könnten die Geräte auch über Ratenkauf finanziert werden. So fallen im günstigsten Fall monatliche Kosten in Höhe von etwa 14 Euro an, ein Sofortkauf würde mit 500 Euro zu Buche schlagen. Benötigt werden ferner ein digitaler Stift und eine Tastatur. Ein Versicherungsschutz ist optional.

Stadt und Förderverein geben Geld

Von einigen Eltern hätte es mit Blick auf die Kosten zwar zunächst Bedenken gegeben. Diese seien dann aber zerstreut worden. Zudem hätten die Schüler ab Stufe 9 auch einen grafische Taschenrechner haben müssen. Ransiek: »Der hätte auch 100 Euro gekostet. Aber Dank der iPads brauchen wir ihn nun nicht mehr.«

Mit Fördermitteln der Stadt, die an anderen Bünder Schulen zunächst in Grundausstattungen gesteckt werden müssten, kann das »Freiherr« für das kommende Schuljahr auch für alle Siebt- und Achtklässer iPads anschaffen. Diese bleiben allerdings im Besitz der Schule und dürfen auch nicht mit nach Hause genommen werden. Für die Unterstufe wurden mehrere Koffer mit den mobilen Computern angeschafft, die nach Bedarf von den Lehrern für den Unterricht genutzt werden können.

Alle Daten kommen im Serverraum an

Dank der digitalen Vollausstattung könne das Lernen nun individueller erfolgen – jeweils auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers zugeschnitten. Im Unterricht könnten die Geräte zwar bei vielen Lerninhalten eingesetzt werden – derzeit wird unter anderem ein digitales Mathebuch getestet. »Aber ganz ohne Papier und Stift geht es dann doch nicht«, so Woltering.

Sämtliche Informationen und Daten laufen mittlerweile im Serverraum der Schule zusammen. Dank der webbasierten Lernplattform IServ sind sämtliche Geräte miteinander vernetzt. Auch von Zuhause können Schüler und Lehrer auf Inhalte zugreifen. Pädagogik und technischer Fortschritt könnten am »Freiherr« somit künftig Hand in Hand gehen, sind Woltering und Ransiek überzeugt.

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