Di., 05.11.2019

Zeitzeugin Eva Fahidi-Pusztai zu Gast im Marktgymnasium Überlebt in Auschwitz

Eva Fahidi-Pusztai berichtet von ihren Erlebnissen.

Eva Fahidi-Pusztai berichtet von ihren Erlebnissen.

Bünde (WB). Zum Gedenken an die Reichspogromnacht wird die ungarische Zeitzeugin Eva Fahidi-Pusztai, Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau, am Samstag, 9. November, einen Vortrag in Bünde halten.

»In Birkenau wusste jeder, auch noch so jung, was der Tod bedeutet. Und das kleinste Kind wusste, was es bedeutet, wenn man mit Flammenwerfern in das Gas getrieben wird«, erzählt Eva Fahidi-Pusztai. Und: »Ich bin hier, um darüber zu berichten.« Eva Fahidi-Pusztai wurde im Sommer 1944 zusammen mit ihrer Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Als einzige wurde sie als arbeitsfähig selektiert und zur Arbeit in einem Sprengstoffwerk eingeteilt. Sie überlebte.

45 Jahre lang ist Eva Fahidi-Pusztai nicht nach Deutschland gekommen. Sie sprach kein einziges deutsches Wort mehr, obwohl es die Sprache ihrer Großelterngeneration war. Inzwischen engagiert sie sich in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Buchenwald, der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e.V. und nun auch dem Bündnis 9. November in Bünde dafür, dass das Schicksal der jüdischen Menschen und der Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, nicht in Vergessenheit gerät.

»Warum mache ich das?«, fragt sie. »Ich bin sündhaft optimistisch. Ohne Optimismus kann man nicht leben.« Als sie 1945 Deutschland verließ, glaubte sie nicht, dass sie eines Tages dazu beitragen werde, junge Menschen in Deutschland zu erziehen. Heute schätzt sie die Auseinandersetzung der zweiten Nachkriegsgeneration mit dem Holocaust sehr hoch.

Für ihren Film »Die Euphorie des Seins« erhielt Eva Fahidi-Pusztai den Grand Prix der Kritik von Locarno und den »Award of Human Rights« einer internationalen Jury in Sarajewo. Der Vortrag findet an diesem Samstag, 9. November, um 14.30 Uhr im Gymnasium am Markt statt.

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