Natalie W. erdrosselt – Bundesgerichtshof hebt Urteil gegen Ehemann zum Teil auf
Frau getötet: BGH findet Strafe zu hoch

Bünde/Bielefeld (WB). 2017 brachte Markus W. (48) aus Bünde seine Frau Natalie (34) um und versteckte ihre Leiche in einer Garage. Lange blieb das Verbrechen unentdeckt, doch in diesem Jahr wurde der Lagerist vor Gericht gestellt und wegen Totschlags zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt . „Eine zu hohe Strafe“, entschied jetzt der Bundesgerichtshof und gab der Revision der Verteidiger Dr. Holger Rostek und Peter Rostek statt.

Montag, 16.12.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 16.12.2019, 07:16 Uhr
In einer dieser Garagen in Bielefeld-Vilsendorf hatte Markus W. die Leiche seiner getöteten Frau Natalie versteckt. Foto: Christian Althoff
In einer dieser Garagen in Bielefeld-Vilsendorf hatte Markus W. die Leiche seiner getöteten Frau Natalie versteckt. Foto: Christian Althoff

Bäckereiverkäuferin Natalie W. wollte sich von ihrem Mann trennen. Der befürchtete, dann die beiden Kinder nicht mehr zu sehen. Am 27. November 2017 setzte er sich auf den Brustkorb der Frau und erwürgte sie. Die Leiche versteckte er in einer Garage, die er in Bielefeld gemietet hatte. Natalie W. wurde schließlich von ihrer Mutter bei der Polizei als vermisst gemeldet. Doch die Kripo Herford ging nicht von einem Verbrechen aus und schloss die Akte.

Beamte sollen Mietzahlungen für Garage übersehen haben

Ende 2018 übernahm die Mordkommission Bielefeld den Fall. Sie durchsuchte das Haus in Bünde und entdeckte versteckt in einem ausgehöhlten Buch das Handy der Vermissten. Markus W. kam in Untersuchungshaft, doch der Verbleib der Frau blieb ungeklärt – auch weil es bei den Ermittlungen eine Panne gegeben haben soll. Die Kriminalbeamten, die die Kontoauszüge des Verdächtigen auswerten sollten, sollen dabei die Mietzahlungen für die Garage übersehen haben. Erst als die Miete nicht mehr floss und der Eigentümer im Januar 2019 nachsah, entdeckte er die Tote und rief die Polizei.

Im Prozess vor dem Landgericht Bielefeld behauptete Markus W., der Tod seiner Frau sei ein Sexunfall gewesen. Sie habe nur zum Höhepunkt kommen können, wenn er sie gedrosselt habe. Dabei sei es dann 2017 „zu einem verhängnisvollen Unfall“ gekommen.

Verteidiger nutzen Urteilsbegründung für Revision

Das Gericht glaubte dem Angeklagten nicht. In der Urteilsbegründung wertete der Vorsitzende Richter Christoph Meiring die Erklärung des Angeklagten zu der angeblichen „abseitigen Sexualpraktik“ als „Verächtlichmachung des Opfers“ und sagte, das Gericht habe das strafverschärfend gewertet.

Das griffen die Verteidiger in ihrer Revision an und bekamen jetzt beim BGH Recht. Der entschied: „Mit der Behauptung von Strangulationspraktiken beim Geschlechtsverkehr wollte der Angeklagte den Vorwurf der vorsätzlichen Tötung entkräften. Die Erklärung stellte sich insoweit als zulässiger Teil der Verteidigung dar und diente nicht lediglich dem Zweck, das Tatopfer herabzuwürdigen. Deshalb darf die Erklärung nicht straferschwerend gewürdigt werden.“

Dr. Holger Rostek: „Das Landgericht muss jetzt hinsichtlich der Strafhöhe erneut verhandeln und ein milderes Urteil sprechen.“

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