Vier Personen müssen sich verantworten – Behandlung und Unterbringung: 15.000 Euro
Verwahrloste Schafe: zehn Tiere verendet

Bünde (WB). Von den 160 Schafen und sechs Ziegen, die Anfang Januar in Bünde vom Kreisveterinäramt beschlagnahmt worden waren, sind inzwischen zehn Tiere verstorben oder mussten eingeschläfert werden.

Donnerstag, 06.02.2020, 13:19 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 13:32 Uhr
Seit Anfang Januar befinden sich die beschlagnahmten Schafe, die unter Räude litten, in einer Pflegestelle und werden dort aufgepäppelt. Symbolfoto: dpa/Arne Dedert

„Die Ermittlungen in diesem Fall sind abgeschlossen. Wir haben – beziehungsweise werden – Verfahren gegen insgesamt vier Personen aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke einleiten“, sagte Patrick Albrecht, Sprecher des Kreises Herford, auf Anfrage.

Strafanzeige wegen Tierquälerei

Die Verfahren werden Folgendes umfassen: Anhörung zu einem Schafhaltungs- und Betreuungsverbot, Strafanzeige wegen Tierquälerei und die Einleitung eines Bußgeldverfahrens wegen Verstoßes gegen ein bereits verhängtes Betreuungsverbot für Schafe.

Aktuell befinden sich die Tiere weiter in einer Pflegestelle, wo sie aufgepäppelt werden. „Die tierärztliche Behandlung ist inzwischen weitgehend abgeschlossen – jetzt geht es darum, die Tiere zu pflegen und entsprechend gut zu füttern“, erklärt Patrick Albrecht.

Tiere hatten sich blutig gescheuert

Als die Schafherde nach einem Hinweis aus der Bevölkerung – die Tiere standen auf zwei Weiden in Bünde – abtransportiert wurden, waren viele von ihnen in einem erbärmlichen Zustand . „Nahezu alle wiesen einen schlechten bis sehr schlechten Ernährungszustand auf – mehrere waren völlig abgemagert. An beiden Standorten waren die Schafe von Räude befallen – erkennbar an großflächigem Verlust der Wolle und starkem Juckreiz“, sagte Dr. Tanja Hochstetter vom Veterinäramt des Kreises Herford kurz nach der Beschlagnahmung. Viele Tiere hätten sich sogar blutig gescheuert. Die Tierärztin fand geschwächte Schafe mit aufgekrümmtem Rücken, geblähten Bäuchen und hochgradigen Lahmheiten vor.

Kosten für Unterbringung und Behandlung: 15.000 Euro

Die Rückgabe der Schafe an die Besitzer sei ausgeschlossen. „Ob Rechtsmittel gegen diese Entscheidung eingelegt werden und ob diese erfolgreich wären, bleibt abzuwarten. Sollten seitens der Tierhalter innerhalb der Anhörungsfristen keine Rechtsmittel eingelegt werden oder diese erfolglos bleiben, würden wir die Tiere nach Ablauf der Anhörungsfristen verkaufen“, erklärt Patrick Albrecht das weitere Prozedere in dem Fall. Dann wird der Erlös mit den entstandenen Kosten verrechnet. Die Differenz sei entweder den jeweiligen Tierhaltern auszuzahlen oder in Rechnung zu stellen. Die Kosten belaufen sich aktuell auf etwa 15.000 Euro.

Für die Wertermittlung der Herde hat der Kreis Herford bereits einen Sachverständigen der Landwirtschaftskammer beauftragt.

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