Mo., 10.02.2020

Orkantief „Sabine“: Nur wenige Feuerwehreinsätze im Bünder Land Noch mal Glück gehabt

Ein Rathausmitarbeiter hatte den in der Baumkrone verhakten Ast entdeckt. Es dauerte aber einige Zeit, bis die Feuerwehr mit schwerem Gerät anrücken konnte. Denn erst musste der enge Parkplatz direkt neben dem Jugendamt geräumt werden.

Ein Rathausmitarbeiter hatte den in der Baumkrone verhakten Ast entdeckt. Es dauerte aber einige Zeit, bis die Feuerwehr mit schwerem Gerät anrücken konnte. Denn erst musste der enge Parkplatz direkt neben dem Jugendamt geräumt werden. Foto: Daniel Salmon

Von Hilko Raske und Daniel Salmon

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen (WB). Die Einsatzkräfte im Bünder Land waren auf Orkantief „Sabine“ bestens eingestellt. Oft ausrücken mussten sie – im Gegensatz zu anderen Regionen in OWL – am Ende aber nicht. Die Schäden hielten sich in Grenzen. Kurios: In Bünde bewahrten Feuerwehr und Polizei zwar den Wagen eines Fahrers vor einem herabstürzenden Ast, dafür bekam er allerdings ein Knöllchen.

Sieben Einsätze in Rödinghausen

„Bei uns ist alles im grünen Bereich geblieben“, sagt Rödinghausens Wehrführer Rudi Altehoff mit Blick auf die Einsatzstatistik am Sonntag. Sieben Mal mussten die heimischen Löschgruppen lediglich ausrücken, zumeist wegen umgestürzter Bäume. Zudem mussten einige waldreiche Straßen gesperrt werden. Dort hätte die Gefahr bestanden, dass Stämme kippen. „Verletzt wurde aber niemand. Gebäudeschäden wurden uns zumindest auch nicht gemeldet“, so Altehoff. Zwar kippte an der Sandhorstschule in Bruchmühlen ein Baugerüst um, plättete eine Laterne, allerdings arbeiteten die niedersächsischen Wehrleute diesen Einsatz ab.

Zwei Einsätze in Kirchlengern

Auch in Kirchlengern hatten die Retter mit „Sabine“ recht wenig am Hut. „Zwischen 17 und 19 Uhr am Sonntag hatten wir zwei Einsätze: An einem Industriebetrieb hatte sich ein Teil des Dachs gelöst, und bei einer Baustelle war eine Kabelbrücke auf die Straße gefallen“, berichtet Wehrchef Frank Rieke. Am Montagmorgen musste zudem in Klosterbauerschaft ein vollgelaufener Keller ausgepumpt werden.

„Das war alles Kleinkram“

„Das war alles Kleinkram, wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, zieht Rüdiger Meier, Chef der Feuerwehr in Bünde, Bilanz. Insgesamt sieben Einsätze habe es für die Feuerwehr zwischen Sonntag, 15 Uhr, und Montag gegen 9 Uhr gegeben. Überwiegend seien es Äste gewesen, die dem Straßenverkehr oder Oberleitungen für Straßenlaternen hätten gefährlich werden können und die von den Einsatzkräften entfernt wurden. In einem Fall habe man vom dem Versuch, die Drehleiter der hauptamtlichen Wache einzusetzen, Abstand genommen. „Aufgrund des Windes wäre das zu riskant gewesen.“

Ein abgebrochener Ast hielt ein Team der Hauptamtlichen Wache und eine Polizeistreife am Montagvormittag zwei Stunden lang auf Trab. Das dicke Holzstück war an einem Baum neben dem Bünder Jugendamt abgebrochen, blieb aber in der Krone hängen. Allerdings drohte das rund 30-Kilo schwere Geäst auf den darunterliegenden Parkplatz zu stürzen. Der Einsatz gestaltete sich recht schwierig: Die Retter mussten zunächst sämtliche Fahrzeugbesitzer ausfindig zu machen, um mit ihrem Drehleiterwagen auf die enge Stellfläche zu kommen. Allerdings: Ein Auto sprang nicht an, musste zur Seite geschoben werden. Zudem war der Fahrer eines VW Passat mit Heidelberger Kennzeichen nicht auffindbar. Mithilfe eine Abschleppunternehmens und erneut reichlich Muskelschmalz von Polizei und Feuerwehr wurde auch dieser Wagen aus dem Gefahrenbereich bugsiert.

Jedoch dürfte sich der Fahrer nicht nur darüber gewundert haben, dass sein VW an anderer Stelle parkt. Von einer Politesse hatte er nämlich vor dem unfreiwilligen Umparkmanöver einen Strafzettel bekommen. Er hatte länger als die erlaubte Stunde auf der Stellfläche gestanden. „Den Einsatz des Abschleppunternehmens übernehmen dafür wir“, so ein Polizist vor Ort. Nachdem alle Hindernisse beseitigt waren, konnten die Wehrleute binnen weniger Minuten den Ast aus luftiger Höhe entfernen.

 

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