Mi., 12.02.2020

Jugend forscht: Imperial-Azubis untersuchen Radieschen und Kresse Beeinflusst Elektrosmog das Pflanzenwachstum?

Versuche mit Kresse, Radieschen und Mungobohnen: Henk Wiedersich (von links), Benedikt Walessa und Jannis Niemann haben die Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf Pflanzensamen erforscht.

Versuche mit Kresse, Radieschen und Mungobohnen: Henk Wiedersich (von links), Benedikt Walessa und Jannis Niemann haben die Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf Pflanzensamen erforscht. Foto: Hannah Butz

Von Hannah Butz

Bünde (WB). Smartphones, Computer, Fernseher: Elektromagnetische Strahlungen umgeben den Menschen tagtäglich und werden oft mit negativen Folgen auf die Gesundheit verbunden. Zumindest Pflanzen scheint der Elektrosmog in einem gewissen Maße aber nichts auszumachen – ganz im Gegenteil sogar. Das haben jetzt drei Auszubildende der Imperial-Werke Bünde bei ihrem „Jugend forscht“-Projekt herausgefunden.

„Jeder lädt seine elektronischen Geräte auf oder schläft vielleicht mal mit dem Handy auf dem Kopfkissen ein. Dabei hört man ständig, dass elektromagnetische Strahlung schädlich ist“, erklärt Azubi Henk Wiedersich, der zusammen mit Benedikt Walessa und Jannis Niemann an dem Projekt arbeitet. „Wir wollten herausfinden, ob das wirklich stimmt.“ Testobjekte waren dabei Radieschen-, Kresse- und Mungobohnensamen, die auf einem Schwammtuch ausgesät, verschiedenen elektromagnetischen Frequenzen ausgesetzt wurden.

Neben einer Kontrollprobe mit Gleichspannung wurden die Petrischalen mit den Samen jeweils einer Frequenz von 100 Hertz, 1000 Hertz und 10.000 Hertz ausgesetzt. Das Ergebnis war für die drei Nachwuchsforscher überraschend: „Bei einer Frequenz von 1000 Hertz keimte die Kresse nicht nur am schnellsten, sondern wuchs auch bemerkenswert gerade und dicht – das hätten wir nicht gedacht“, resümiert Walessa.

Einge Fragen bleiben

Auch wenn der Versuch für „Jugend forscht“ erst mal abgeschlossen ist und die Auszubildenden sich mit Hochtouren auf den Wettbewerb am 15. Februar vorbereiten, gibt es noch viele offene Fragen, die die jungen Forscher klären wollen: „Das Ergebnis ist wirklich spannend – vielleicht kann in Zukunft elektromagnetische Strahlung auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Allerdings ist auch noch offen, ob die positive Auswirkung der Strahlung ab einer gewissen Frequenz abnimmt“, erklärt Jannis Niemann.

Für Betreuer Marco Asbrock, Leiter der Technischen Ausbildung der Imperial-Werke, hat die Teilnahme an „Jugend forscht“ viele Vorteile: „Natürlich ist es auch viel Arbeit, aber alle Beteiligten lernen im Teamwork und mit einer gewissen Stressbelastung beim Wettbewerb umzugehen – es ist schön zu sehen, wie die Teilnehmer sich wissenschaftlichen Themen nähern.“

Der Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ findet an diesem Samstag, 15. Februar, in der Kundenhalle der Sparkasse Herford, Auf der Freiheit 20 in Herford, statt. Von 14 bis 16.45 Uhr ist der Wettbewerb auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Weitere Projekte aus Bünde

Aus Bünde sind folgende weitere Projekte beim Wettbewerb vertreten: Mondgestein als Rohstofflieferung (Gymnasium am Markt), Alternative Stromerzeugung mit Bäumen (Realschule Bünde-Nord, Imperial-Werke), „Wie können einem Hund verschiedene Verhaltensweisen beigebracht werden?“ (Kästner-Gesamtschule Bünde), Kaugummis – eine klebrige Angelegenheit (Realschule Bünde-Mitte), Faszination Kristalle (Realschule Bünde-Mitte) und „Perfektion eines Papierfliegers” (Realschule Bünde-Nord).

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