Mo., 17.02.2020

Dobergmuseum: angekündigter Ausstellungshöhepunkt technisch nicht möglich Keine Tauchfahrt durch die Ostsee

Museumsleiter Michael Strauß mit einer VR-Brille. Ein vom Naturschutzbund (Nabu) zur Verfügung gestelltes Modell, das im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung eine virtuelle Tauchfahrt durch die Ostsee ermöglichen sollte, funktioniert nicht.

Museumsleiter Michael Strauß mit einer VR-Brille. Ein vom Naturschutzbund (Nabu) zur Verfügung gestelltes Modell, das im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung eine virtuelle Tauchfahrt durch die Ostsee ermöglichen sollte, funktioniert nicht. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Bünde  (WB). Eine Reise in die Welt der Meere bis weit in die Vergangenheit verspricht die Sonderausstellung „Endlose Weiten und lichtlose Tiefen – Das Blau unseres Planeten“, die derzeit im Dobergmuseum gezeigt wird. Als ein Höhepunkte wird im Ausstellungsflyer, der aktuell noch von der Homepage der Stadt Bünde heruntergeladen werden kann, eine virtuelle Tauchfahrt in die Ostsee angepriesen. Mittels einer sogenannten VR-Brille – mit ihr wird das Erlebnis einer virtuellen Realität geschaffen – soll der Ausstellungsbesucher den Eindruck bekommen, er würde selber in den Tiefen der Ostsee tauchen. Zur Verfügung gestellt hat das der Naturschutzbund (Nabu), der sich an der Ausstellung beteiligt.

Das Dumme ist nur: Seit Ausstellungsbeginn war es nicht möglich, die VR-Brille in Betrieb zu nehmen. Aufgefallen ist das Beke Diederichs-Bremser. Die Diplom-Geografin unterrichtet an einer Schule in Bielefeld und lebt seit Ende 2018 in Bünde. Vom Doberg war sie sofort begeistert. „Er ist landschaftlich sehr reizvoll. Und mit Blick auf die Erdgeschichte kann man ihn ein Kleinod nennen“, sagt sie.

Allein die Vorstellung, dass Bünde vor Jahrmillionen einmal am Rand einer tropischen Ur-Nordsee gelegen habe, sei faszinierend. Auch deshalb habe sie sich sehr auf die Sonderausstellung gefreut. Umso größer sei ihre Enttäuschung gewesen, als sie feststellen musste, dass das versprochene Highlight – die VR-Brille – nicht funktionierte.

„Ein Armutszeugnis für das Museum“

Und auch bei einem zweiten Besuch des Dobergmuseums habe sich die Situation nicht gebessert. In einem Schreiben an Bürgermeister Wolfgang Koch machte sie auf den

Beke Diederichs-Bremser ist enttäuscht, dass die VR-Brille nicht funktioniert. Foto: Raske

Missstand aufmerksam.

„Ein Gespräch mit dem Personal in dieser Angelegenheit war dann allerdings erschütternd. Man könne mir keinen Termin für die Nutzung der VR-Brille mitteilen und diese wäre auch nicht vor Ort“, schrieb Diederichs-Bremser. „Wir leben doch in einem digitalen Zeitalter. VR-Brillen kann man in jedem Elektronik-Markt kaufen“, sagt sie. Aus ihrer Sicht sei das Ganze ein Armutszeugnis für das Museum. Fossilien würden in erdgeschichtlichen Ausstellungen häufig gezeigt. Eine virtuelle Tauchfahrt mit einer VR-Brille hingegen sei schon etwas anderes.

Datenmenge wahrscheinlich zu groß

Und wie sieht die Museumsleitung das Ganze? „Die VR-Brille erreichte uns erst kurz vor der Eröffnung der Ausstellung. Beim Versuch, die Brille einzurichten, mussten wir feststellen, dass sie nicht funktioniert“, sagt Museumsleiter Michael Strauß. Man sei anfangs davon ausgegangen, dass es sich um ein behebbares Problem handelt und habe deshalb mit diversen Möglichkeiten versucht, die Brille wieder in Gang zu setzen. Vergebens.

„Wir haben uns außerdem mit einem Elektronikexperten des Nabus in Verbindung gesetzt, der die Brille durchgecheckt hat“, berichtet Strauß. Das Ergebnis: Wahrscheinlich ist die Datenmenge, die zur Darstellung der virtuellen Tauchfahrt benötigt wird, einfach zu groß für die VR-Brille, die der Naturschutzbund dem Museum zur Verfügung stellte.

Inzwischen habe der Nabu die Brille wieder abgeholt und sich für diese Panne entschuldigt. Der Förderverein des Dobergmuseums habe zudem gegenüber Frau Diederichs-Bremser sein Bedauern über die Situation zum Ausdruck gebracht und ihr angeboten, ihr eine Karte für einen kostenlosen Museumsbesucht zur Verfügung zu stellen. „Außerdem weisen wir inzwischen im Eingangsbereich des Museums da rauf hin, dass die VR-Brille nicht funktioniert“, sagt Strauß.

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