Mo., 17.02.2020

Alfa-Romeo-Fahrer verursacht Unfall auf Bünder McDonalds-Kreuzung – Verfahren gegen Geldzahlung eingestellt Sekundenschlaf mit Folgen

Übermüdet war der 24-Jährige im letzten Juni auf der McDonalds-Kreuzung mit seinem Wagen in einen Audi gekracht.

Übermüdet war der 24-Jährige im letzten Juni auf der McDonalds-Kreuzung mit seinem Wagen in einen Audi gekracht. Foto: Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde (WB). Mit einem blauen Auge ist ein 24-jähriger Bünder jetzt vor dem Amtsgericht davongekommen. Trotz Übermüdung hatte er sich im vergangenen Sommer hinter das Steuer seines Alfa Romeo gesetzt und einen Unfall verursacht. Verurteilt wurde er aber nicht.

Es war ungefähr 23 Uhr am 5. Juni 2019, als der Maschinenbediener mit seinem Wagen in den Kreuzungsbereich der Levisonstraße mit der Blankener Straße einfuhr. Die Ampel zeigte für ihn zwar rot, aber das schien der junge Mann damals nicht mitzubekommen. Auf der Kreuzung direkt am Bünder McDonalds-Schnellrestaurant krachte er mit seinem Wagen in den Audi A6 eines 49-Jährigen.

Zwei Autos waren schrott

Die Bilanz des Crashs: Beide Fahrzeuge waren nach der Kollision schrottreif. Der Bünder kam mit dem Schrecken davon, sein Unfallgegner erlitt Prellungen, litt eine Zeit nach dem Unfall unter anhaltenden Kopfschmerzen. „Gut, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist“, merkte der Amtsrichter in der Verhandlung am Montagmorgen an.

Doch wie war es zu dem Zusammenstoß gekommen? „Ich habe 100 Mal darüber nachgedacht. Das Einzige, woran ich mich erinnere ist, dass ich aus dem demolierten Wagen ausgestiegen bin. Seit sechs Jahren habe ich meinen Führerschein. Das ist mein erster größerer Unfall gewesen”, so der Alfa-Fahrer, der sich wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung verantworten musste.

Gegenüber der Polizei hatte er vor gut acht Monaten angegeben, wohl einen so genannten Sekundenschlaf gehabt zu haben. Deshalb habe er die rote Ampel übersehen und sei in den Audi des 49-Jährigen gerauscht. Der Richter wollte es genauer wissen und hakte nach. „Ich hatte zuvor eine anstrengende 8-Stunden-Schicht hinter mir“, räumte der Angeklagte ein. Während dieser Zeit habe er Produktkontrollen durchführen müssen: „Das war schon sehr ermüdend.“ Ob er sich fit genug gefühlt habe, um sein Auto zu steuern – diese Frage des Richters konnte der 24-Jährige aber nicht beantworten.

Bünder muss 500 Euro zahlen

Zivilrechtlich sei mit seinem Unfallgegner bereits alles geklärt, führte der Bünder aus. Ein Blick in sein Führungszeugnis zeigte, dass er dreimal im Straßenverkehr auffällig geworden. Zweimal hatte der junge Autofahrer in der Vergangenheit zu kräftig das Gaspedal durchgetreten, hatte wegen Tempoverstößen kurzzeitig seinen Lappen abgegeben müssen. Ein weiteres Mal war er wegen eines verbotenen Überholübergangs in Erscheinung getreten.

„Wären sie nicht übermüdet gewesen, hätte es sich um einen normalen Verkehrsunfall gehandelt. So steht aber eine Straßenverkehrgefährdung im Raum“, machte der Richter dem Angeklagten klar. Mit Blick auf die Gesamtumstände regte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft letztlich die Einstellung des Verfahrens an – allerdings unter Auflagen. Somit muss der Mann 500 Euro an die Kindernothilfe überweisen. Alle Gerichtsparteien stimmten diesem Vorschlag zu.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7268670?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F