Zum achten Mal ist der Bünder Storch zu seinem Nistplatz zurückgekehrt
Mit Rückenwind zurück ins Bruch

Bünde (WB). Dieser Storch bleibt Bünde treu: Zum mittlerweile achten Mal in Folge ist das bekannte Stelzvogel-Männchen auf seinen Horst im Elsebruch zurückgekehrt. Am vergangenen Montag wurde er zum ersten Mal gesichtet.

Samstag, 22.02.2020, 08:00 Uhr
Erstmalig hatte das 2011 in Osnabrück geschlüpfte Storchenmännchen 2013 das Nest im Elsebruch in Beschlag genommen. In diesem Jahr ist das Tier recht früh aus dem Süden zu seinem Horst zurückgekehrt. Möglicherweise hatte der Vogel bei seiner Anreise aus dem Süden „Rückenwind“. Foto: Peter Schubert
Erstmalig hatte das 2011 in Osnabrück geschlüpfte Storchenmännchen 2013 das Nest im Elsebruch in Beschlag genommen. In diesem Jahr ist das Tier recht früh aus dem Süden zu seinem Horst zurückgekehrt. Möglicherweise hatte der Vogel bei seiner Anreise aus dem Süden „Rückenwind“.

„Es ist auf jeden Fall unser Storch. Den Ring habe ich bereits ausgelesen“, sagt Peter Schubert. Der Hobby-Fotograf beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit den Störchen in Hunnebrock. In einem Blog im Internet lädt er Fotos hoch, veröffentlicht auch Texte zu den Vögeln.

Bekam Storch Schub?

„Er ist dieses Jahr recht früh. 2019 war er erst in der ersten Märzwoche wieder da. Aber auch von anderswo werden einfliegende Störche gemeldet“, sagt der 62-Jährige, der sich mit Gleichgesinnten in einer von ihm selbst gegründeten Facebook-Gruppe („Störche im Elsebruch“) über die Störche in der näheren Umgebung austauscht.

Doch warum ist das Männchen dieses Jahr so früh wieder zum Brutplatz im Bruch zurückgekehrt? Peter Schubert hat zumindest einen möglichen Erklärungsansatz – und der hat mit dem stürmischen Wetter der vergangenen Wochen zu tun: „Es könnte sein, dass die Winde in diesem Jahr günstig standen, der Storch deshalb so früh wieder da ist. Er hat quasi richtig Schub bekommen.“

Eine andere These, so der Storchenfreund, sei, dass das Futter in den Überwinterungsgebieten der Tiere knapp geworden sein könnte. Daher hätten sie eventuell den Weg zu ihren Nistplätzen schon früher angetreten. Schubert: „Die Tiere, die jetzt bei uns einfliegen, kommen nicht aus Afrika, sondern aus dem europäischen Mittelmeerraum. Diese Kurzstreckenflieger überwintern oft auf Müllkippen in Spanien, Portugal oder Frankreich. Dort finden sie ihr Futter.“

Weibchen auch im Bruch

Auch ein Storchenweibchen sei bereits im Elsebruch aufgetaucht. Ob es sich dabei um die Partnerin des Bünder Vogels handelt, mit der er im letzten Jahr zwei Jungtiere aufgezogen hatte, sei aber noch unklar. Aus dem Verhalten der Tiere ließen sich noch keine Rückschlüsse ziehen, so Schubert weiter.

Ursprünglich hatte der Storchenfreund den Horst im Elsebruch in diesem Jahr gemeinsam mit Udo Wellmann, dem Besitzer der Weide und Erbauer des Nestes, auf Vordermann bringen wollen. „Dazu hätten wir aber Bodenfrost gebraucht, um mit einem Hubwagen auf die Weide fahren zu können. Aber es war nicht kalt genug.“ Nun muss das Vogelmännchen selbst ran. „Aber das schafft er schon“, zeigt sich Peter Schubert überzeugt und freut sich auf eine weitere, – hoffentlich – erfolgreiche Storchensaison im Elsebruch.

Die erste Brut gab’s 2013

Erstmalig hatte das 2011 in Osnabrück geschlüpfte Storchenmännchen 2013 das Nest im Elsebruch in Beschlag genommen. Der Horst war auf Initiative von Udo Wellmann hin auf der Pferdeweide aufgestellt worden. Von der ersten Brut (drei Küken) überlebt nur ein Tier.

Tragisch verläuft dann allerdings das Folgejahr: Die nass-kalte Witterung führt 2014 zum Totalverlust der Brut. Ein weiteres Drama spielt sich im Elsebruch 2015 ab: In der Aufzuchtphase verunglückt das Storchenweibchen tödlich. Das Männchen versorgt den Nachwuchs alleine und beide Jungvögel kommen durch. 2016 kann der Storch mit einer neuen Partnerin drei Jungvögel aufziehen.

Ein Jahr später kommen von einer Dreier-Brut zwei Jungstörche durch. Vier Eier liegen zwar 2018 im Nest, am Ende machen sich aber nur drei Jungstörche auf in den Süden. Im letzten Jahr überlebten zwei der drei geschlüpften Tiere. Laut Peter Schuber können Störche unter guten Bedingungen rund 30 Jahre alt werden.

 

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