Do., 26.03.2020

Unterstützung für Erkrankte und Firmen geplant – Appell des Bürgersmeisters So reagiert die Stadt Bünde auf die Corona-Krise

Mit einem Statement hat sich Bürgermeister Wolfgang Koch jetzt an die Bünder Bürger gewandt. Unter anderem erläutert das Stadtoberhaupt, welche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise im Rathaus angestrebt werden.

Mit einem Statement hat sich Bürgermeister Wolfgang Koch jetzt an die Bünder Bürger gewandt. Unter anderem erläutert das Stadtoberhaupt, welche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise im Rathaus angestrebt werden. Foto: Daniel Salmon

Bünde (WB/sal). Welche Maßnahmen unternimmt die Stadt Bünde, um vor Ort auf die Corona-Krise zu reagieren? In einem persönlichen Statement hat sich Bürgermeister Wolfgang Koch jetzt erstmals an die Öffentlichkeit gewandt, um die Entscheidungen und Vorgehensweisen transparent zu machen.

„Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass die Bürger wissen, dass hier im Rathaus in dieser Ausnahmesituation einiges passiert. Dass wir uns nicht einfach nur Gedanken machen, sondern handeln, konkrete Schritte planen und die auch umsetzen“, begründet das Stadtoberhaupt sein Vorgehen. Die Verwaltung hat derzeit verschiedene Handlungsfelder im Blick.

Dienste aufrechterhalten

Unter anderem stellt Koch klar, dass seitens der Verwaltung Vorkehrungen getroffen wurden, dass unverzichtbare öffentliche Dienstleistungen (soziale Sicherheit, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Feuerwehr- und Rettungswesen, Ver- und Entsorgung) jederzeit sichergestellt sind. „Wir nehmen hierbei in Kauf, dass es zu Einschränkungen im Bereich der nicht zwingend notwendigen Dienstleistungen kommt. Soweit darüber hinaus weitere Vorsorgemaßnahmen notwendig werden sollten, werden wir auch diese treffen“, betont das Stadtoberhaupt.

Betriebe unterstützen

Die Corona-Pandemie stürzt viele heimische Betriebe in eine Existenzkrise. „Zur Unterstützung unserer Wirtschaft und zum Erhalt der Arbeitsplätze wird Deutschland erhebliche öffentliche Mittel bereitstellen. Die Stadt Bünde wird diese Aktivitäten zudem unterstützen“, so Bürgermeister Koch. So wolle die Stadt etwa im Bereich der Zahlungserleichterungen für in Not befindliche Firmen – etwa bei der Stundung von Gewerbesteuerzahlungen – im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten einen „großzügigen Maßstab“ anlegen. Weiterhin wolle die Stadt durch eigene Aktivitäten sicherstellen, dass die Unterstützungen von Bund und Land zielgerichtet bei den Unternehmen vor Ort ankommen. Daher soll in Abstimmung mit örtlichen Unternehmensverbänden eine Fördermittel-Beratungsstelle für Bünder Betriebe geschaffen werden: „Damit die Unterstützung auch zeitnah dort ankommt.“

Gegenüber lokalen Firmen, mit denen die Stadt in vertraglichen Beziehungen stehe, wolle man sich als fairer Partner erweisen. „Wir werden etwa als Vermieter gewerblicher Immobilien das Gespräch mit den Mietern suchen und über die vorübergehende Aussetzung der monatlichen Mietzinszahlung sprechen“, so Koch.

Hilfe für Erkrankte

Mehrere Bünder hätten sich bereits mit dem Coronavirus infiziert und stehen daher unter Quarantäne. „Nicht wenige zählen aufgrund ihres Alters oder besonderer Vorerkrankungen zu einer besonderen Risikogruppe. Viele erhalten Unterstützung aus ihrem familiären oder nachbarschaftlichen Umfeld, so etwa beim Einkauf notwendiger Lebensmittel“, erklärt Koch. Gleichwohl wolle die Stadt in Kooperation mit karitativen Organisationen, dem Lebensmittelhandel, den Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie dem Ehrenamt in der Stadt Bünde sicherstellen, dass jede von der Erkrankung betroffene Familie sowie die besondere Risikogruppe auf ein Unterstützungssystem bei der Bewältigung des Alltags zugreifen könne. „Hierfür werden wir ab Anfang der kommenden Woche ein spezielles Beratungstelefon einrichten. Die Aktion wird unter dem Motto stehen: ‚Bünde hält zusammen‘“, so der Bürgermeister weiter. Zunächst wolle man sich auf die Versorgung mit Lebensmitteln konzentrieren. Wenn erforderlich werde die Stadt Bünde zur Ergänzung der bereits bestehenden Hilfsangebote dafür notwendigen finanzielle, personelle und logistische Ressourcen bereitstellen.

Notbetreuung sichern

„Gemeinsam mit unseren Partnern im vorschulischen Bereich, mit unseren Schulen und Trägern der ergänzenden schulischen Betreuungsangebote (OGS und Randstundenbetreuung) stellen wir sicher, dass die durch die Landesregierung vorgegebenen Notbetreuungsangebote sichergestellt werden“, verspricht Wolfgang Koch. Die Stadt werden einen Beitrag dazu leisten, dass es in der Corona-Krise weder für die örtlichen Träger noch für die Eltern zu unzumutbaren Belastungen komme. Unter anderem werde der Einzug der Elternbeiträge zunächst für den Monat April ausgesetzt.

Kontaktverbote durchsetzen

Wolfgang Koch bedauert, „dass wir die Kontakte zwischen den Menschen reduzieren müssen, sehen allerdings angesichts der Bedrohungssituation für unser Land die Notwendigkeit dafür und werden hierzu unseren Beitrag leisten“. Gemeinsam mit ihren Partnern – insbesondere der Polizei – will die Stadt dafür sorgen, dass die verfügten Schließungen und die mittlerweile angeordneten Kontaktverbote beachtet werden.

Zusammenhalt ist wichtig

Der Bürgermeister betont, dass Rat und Verwaltung der Stadt Bünde in diesen Zeiten an der Seite aller Bürger, der Unternehmen und dem Handel, aller Vereine und Organisationen und – im Besonderen– an der Seite aller Menschen im ärztlichen und pflegerischen Bereich stehen. „Ihnen gilt unser besonderer Dank. Wir werden alles in unserer Kraft stehende unternehmen, um unsere Stadt auch in diesen Zeiten zusammen zu halten“, so Koch.

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