Cateringservice versorgt Notgruppen in Schulen und Kitas – Koch näht Masken selbst
Essenslieferungen nur mit Mundschutz

Bünde (WB). Not macht bekanntlich erfinderisch. Um während der Corona-Krise sowohl die eigenen Mitarbeiter als auch die Kunden zu schützen und somit die Essenslieferungen an Notgruppen in Schulen und Kitas aufrechtzuerhalten, tauscht Zoran Bundra dieser Tage häufiger den Kochlöffel mit der Nähmaschine – und fertigt provisorische Mund- und Nasenschutzmasken an.

Montag, 30.03.2020, 14:01 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 14:40 Uhr
Ungewohnter Arbeitsplatz: Der Chef des Bünder Cateringservice „Menuefaktur“ Zoran Bundra zeigt einige seiner selbst genähten Behelfsmasken. Mehrere Dutzend hat er bereits angefertigt, „Bereits so eine Behelfsmaske kann die Verteilung von Tröpfchen in die Umgebung und auf Kontaktpersonen verhindern“, sagt er. Foto:
Ungewohnter Arbeitsplatz: Der Chef des Bünder Cateringservice „Menuefaktur“ Zoran Bundra zeigt einige seiner selbst genähten Behelfsmasken. Mehrere Dutzend hat er bereits angefertigt, „Bereits so eine Behelfsmaske kann die Verteilung von Tröpfchen in die Umgebung und auf Kontaktpersonen verhindern“, sagt er.

Mit diesen Behelfsmasken und Einweghandschuhen ausgestattet, beliefern die Mitarbeiter der „Menuefaktur“ mehrere Notgruppen in Bünde und Umgebung. Gearbeitet wird zurzeit in Zweierteams und unter der Einhaltung besonderer Hygieneanforderungen. „Auch wenn es nur ein Kind gibt, welches sogar sieben Tage die Woche betreut werden muss: Wir beliefern die Einrichtungen in jedem Fall, das ist unser Beitrag“, sagt Zoran Bundra.

20 Minuten pro Maske

Der Chef des Bünder Cateringservice „Menuefaktur“ ist bereits geübt in seiner unverhofften Tätigkeit als Aushilfsschneider. Etwa 20 Minuten benötigt er inzwischen für ein selbst genähtes Exemplar, einen sogenannten „Behelf-Mund-Nasenschutz“. Sind die wichtigsten Utensilien wie Nähmaschine, Maßband, Schere und Bügeleisen im Haus, braucht es neben Geschick dann nicht mehr viel. Denn der Materialaufwand ist überschaubar: etwas kochfeste Baumwolle, ein biegsamer Draht sowie Garn. „Jede Maske kann für maximal vier Stunden getragen und muss dann mindestens fünf Minuten ausgekocht werden, nach dem Trocknen ist sie wieder einsatzbereit“, erklärt Bundra. Mittlerweile hat er mehrere Dutzend Behelfsmasken hergestellt und damit Mitarbeiter, Familienmitglieder und Freunde ausgestattet. „Ich werde aber weitermachen, dann gerne als Spende für das DRK.“

Idee lieferte das DRK

Der Profikoch ist sich darüber im Klaren, dass diese Provisorien nicht den gleichen Schutz bieten wie ein genormter Mund-Nasenschutz, sieht seine selbst genähten Alternativen dennoch als sinnvolles Hilfsmittel an. „Bereits so eine Behelfsmaske kann die Verteilung von Tröpfchen in die Umgebung und auf Kontaktpersonen verhindern“, sagt Bundra und bezieht sich dabei auf Aussagen des Deutschen Roten Kreuzes Bielefeld. Durch einen Aufruf des Bielefelder DRK sei er auf die Idee gekommen, für alle Mitarbeiter und Familienmitglieder eben diese Masken anzufertigen.

Da die Hilfsorganisation eine detaillierte – ursprünglich von der Feuerwehr Essen entwickelte – Nähanleitung veröffentlichte, konnte Bundra sofort loslegen. „Durch das Anfertigen dieser Stoffmasken gibt es keinerlei Bemühungen von meiner Seite, genormte Atemschutzmasken für meine Mitarbeiter zu kaufen“, so der Küchenmeister. Zum einen sei es nahezu unmöglich, an diese Masken heranzukommen, zum anderen seien er und sein Team sich einig, dass alle verfügbaren Masken medizinischem Personal zur Verfügung stehen müssen. Ganz ohne Schutz sei es aber sowohl für Mitarbeiter als auch Kunden zu risikoreich, die Belieferungen mit Speisen fortzusetzen. „Darum sind alle Beteiligten froh über diese Alternative.“

Neue Wege gehen

Wie viele andere Unternehmen hat der Bünder Cateringservice „Menuefaktur“ durch die Coronakrise mit massiven Auftragseinbußen zu kämpfen. „Auch wenn es nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein ist: Wir geben nicht auf, sondern versuchen, in diesen Zeiten neue Wege zu gehen“, sagt Inhaber und Küchenmeister Zoran Bundra.

So sei es nun für alle Firmen und Privatpersonen möglich, sich frisch gekochte Menüs als Einzelportionen nach Hause liefern zu lassen. Auch hier muss das Cateringteam besondere Hygieneanforderungen einhalten. „Die Speisen werden in sogenannten Dinner-Max-Boxen bis vor die Haustür geliefert.“ Dabei handelt es sich um sterile, wärmeisolierende Styroporboxen, in denen die Speisen auf Porzellantellern angerichtet sind. „So haben wir die Möglichkeit, unseren Kunden ein hochwertiges Menü in hygienischen und umweltfreundlichen Mehrwegverpackungen anzubieten“, erklärt Bundra.

 

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