Fr., 03.04.2020

Nach Schließung: Museum muss Ausstellungsalternativen erstellen „Einige haben mehr Arbeit“

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise ist das Museum vorerst geschlossen. Wie es mit den geplanten Ausstellungen weitergeht, weiß Museumsleiter Michael Strauß derzeit nicht. Derzeit würden mehrere Alternative erarbeitet.

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise ist das Museum vorerst geschlossen. Wie es mit den geplanten Ausstellungen weitergeht, weiß Museumsleiter Michael Strauß derzeit nicht. Derzeit würden mehrere Alternative erarbeitet. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Bünde (WB). „Das Blau unseres Planeten“ heißt die aktuelle Sonderausstellung des Bünder Museums. Einen Blick auf die Exponate werfen können derzeit aber nur die Museumsmitarbeiter – aufgrund der Coronavirus-Krise bleibt die Einrichtung mindestens bis Ende der Osterferien geschlossen. Was für Konsequenzen hat das für das Museum? Und wie beschäftigen sich die Mitarbeiter in Zeiten einer Zwangsschließung?

„Das Ganze hat uns inmitten der Vorbereitungen für die nächste Ausstellung getroffen“, erzählt Museumsleiter Michael Strauß. Die sollte eigentlich im Juni eröffnet werden und sich Schottland widmen. Dabei handelt es sich um eine Leihgabe des Museums Coburg – das hat allerdings auch geschlossen. „Aktuell ist es mehr als fraglich, dass wir unsere Planung einhalten können“, sagt Strauß – und geht noch einen Schritt weiter: „Es ist lächerlich zu glauben, dass die Coronavirus-Krise in wenigen Wochen bewältigt sein wird.“ Mindestens bis zum Herbst werde sich das Ganze hinziehen, so seine Einschätzung. In der Konsequenz bedeute dies, dass alle Projekte des Bünder Museums nach hinten verschoben werden müssten. „Dann ist die ganze Timing nicht mehr stimmig.“

Eine Option wäre es, die derzeitige Meeresausstellung einfach bis zu dem Zeitpunkt zu verlängern, an dem Museum wieder öffnen könnte. Das klinge im ersten Moment einfach, sei es tatsächlich aber nicht, so Strauß. Immerhin seien Teilbereiche nur ausgeliehen, müssten regulär bis Mitte Mai wieder zurückgegeben werden. Das Museumsteam müsste dann selber ein Ausstellungsmodul bauen – für den Fall der Fälle. Das wäre eine Aufgabe für das handwerkliche Stammpersonal des Museums.

Ganz anders sieht es jedoch mit dem nächsten eigenen Projekt des Museums aus. Denn im Hintergrund laufen schon die Vorbereitungen für eine Ausstellung an, die Michael Strauß vor Wochen bereits im zuständigen Fachausschuss vorgestellt hat, deren Titel mit Blick auf die Corona-Pandemie aber inzwischen fast prophetisch wirkt: „Gefahren für die Menschheit“. „Dabei sollen Untergangsängste der Menschheit zwischen realer Bedrohung, Fiktion, Manipulation, Fake News und Verschwörungen thematisiert werden“, informiert der Museumsleiter. Auch Pandemien wie die mittelalterliche Pest wären ein Thema.

„Sollten wir uns allerdings im nächsten Jahr noch inmitten der Corona-Pandemie befinden, kann ich nicht eine solche Ausstellung eröffnen.“ Diese Planungsunsicherheit führe dazu, dass das handwerkliche Stammpersonal, aber auch die Rechercheabteilung deutlich mehr Arbeit habe. Immerhin müsse man mehrere Ausstellungsoptionen vorhalten können. Anders sehe es bei den Aufsichtskräften aus, die derzeit nichts zu beaufsichtigen hätten. „Inzwischen ist alles aufgeräumt, was man aufräumen kann“, so der Kommentar von Strauß. Macht es überhaupt Sinn, dass jetzt täglich Aufsichtskräfte ins Museum kommen und damit eventuell das Ansteckungsrisiko erhöhen? Dazu möchte er sich lieber nicht äußern, sagt der Museumsleiter.

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