Fahrlehrer Marc Höcker aus Bünde will nach der Corona-Krise einen Verein für Bedürftige gründen
Aus Lieferservice wird Hilfenetzwerk

Bünde (WB). Was vor knapp drei Wochen als Lieferservice für Lebensmittel begann, hat sich mittlerweile zu einem umfangreichen Corona-Hilfe-Netzwerk entwickelt. Fahrschullehrer Marc Höcker und sein um zahlreiche Ehrenamtliche ergänztes Team haben derzeit alle Hände voll zu tun.

Dienstag, 14.04.2020, 13:02 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 14:38 Uhr
Die Büroräume von Marc Höckers Fahrschule am Bünder Autohof ähneln mittlerweile einem kleinen Warenlager. Foto: Daniel Salmon
Die Büroräume von Marc Höckers Fahrschule am Bünder Autohof ähneln mittlerweile einem kleinen Warenlager. Foto: Daniel Salmon

„Meine Arbeitstage sind mittlerweile länger als im normalen Fahrschulbetrieb. Das ist natürlich anstrengend, macht aber auch riesigen Spaß“, sagt der 49-Jährige. Ins Auto selbst steigt der Bünder mittlerweile kaum noch. Von seinem Büro am Shell-Autohof koordiniert stattdessen die verschiedensten Aktionen. Der Lieferservice, den er Ende März gemeinsam mit Rewe-Markt-Inhaber Sven Hornung auf die Beine gestellt hatte, laufe gut. Nach und nach sprangen immer weitere Partner auf den Bringdienstzug auf: Tiernahrung, Brötchen, Pralinen, Blumen und vieles mehr ist mittlerweile – nach wie vor kostenlos – bestellbar. „Die Leute waren sehr dankbar für das Angebot. Als ich selbst noch gefahren bin, habe ich tolle Sachen erlebt und sehr nette Menschen kennengelernt“, sagt Höcker. Unter anderem half er einer älteren Witwe dabei, eine kaputte Glühbirne vor ihrem Haus zu wechseln.

Wie ein kleines Warenlager

In drei von der Firma Grotemeier zur Verfügung gestellten Containern (am Hofladen-Wibbeler, auf dem Marktkauf- und dem Thomas-Philipps-Parkplatz) werden mittlerweile Care-Pakete mit Lebensmitteln gepackt, die an Bedürftige ausgegeben werden. Die Räume von Höckers Fahrschule gleichen mittlerweile einem kleinem Supermarkt. Auch hier können sich Bedürftige eindecken: mit Klopapier, Schoki, Nudeln und sonstigen Dingen des täglichen Bedarfs. Zusammengekommen sind die ganzen Waren – ebenso wie das Inventar einer kleinen Kleiderkammer – über Höckers Spendenaufrufe. Täglich setzt er im Internet – vor allem auf Facebook – Videobotschaften ab.

„Wenn Leute hierher kommen, achten wir auf Sicherheitsabstände und Desinfektionsmittel gibt’s auch“, so Höcker. Auch heimische Unternehmen hätten mittlerweile für die Aktion des Bünders gespendet. Er sammelt die Beträge, will sie später – nach der Corona-Krise – guten Zwecken zuführen; ebenso wie das Trinkgeld, das er und seine Mitarbeiter manchmal für die Lieferfahrten bekommen. Ex-Fußballprofi David Odonkor hat sogar ein signiertes BVB-Trikot zur Verfügung gestellt, dass meistbietend versteigert wird – der Erlös kommt in den Spendentopf. „Unseren ganzen Unterstützern bin ich echt dankbar“, so der Fahrlehrer.

Bundesweites Medienecho

Bundesweit sind mittlerweile Medien auf Marc Höckers Aktionen aufmerksam geworden. Der Stern hat schon berichtet, der Focus auch, Fernsehteams kamen ebenfalls bereits nach Bünde. Für den 49-Jährigen steht jetzt schon fest: Auch wenn die Pandemie irgendwann vorbei ist, von der Corona-Hilfsaktion soll trotzdem etwas hängenbleiben. „Ich will einen Verein gründen: Bünder für Bünder – Hilfe in der Not. Der soll es sich dann zur Aufgabe machen, Bedürftige hier am Ort zu unterstützen“, sagt Höcker.

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