Hammer-Forum in Afrika aktiv – neue Station für Milchkinder
Hilfe für die Ärmsten

Bünde  (WB).Was macht eigentlich der ehemalige Bünder Chefarzt Dr. Theophylaktos Emmanouilidis (80) – besser bekannt als Dr. Emma – während der Corona-Krise? Normalerweise ist der Chirurg vor allem in den ärmsten der afrikanischen Staaten unterwegs, um für das Hilfsorganisation Hammer Forum Kinder medizinisch zu versorgen. In Zeiten, in denen der Luftverkehr praktisch zum Erliegen gekommen ist und viele Staaten ihre Grenzen schließen, allerdings ein Ding der Unmöglichkeit.

Samstag, 18.04.2020, 12:00 Uhr
Hilft Kindern in Kriegs- und Krisengebieten medizinisch: der ehemalige Bünder Chefarzt Dr. Theophylaktos Emmanouilidis. Foto: Hilko Raske
Hilft Kindern in Kriegs- und Krisengebieten medizinisch: der ehemalige Bünder Chefarzt Dr. Theophylaktos Emmanouilidis. Foto: Hilko Raske

„Anfang März war ich für fünf Tage in Burkina Faso“, berichtet der Mediziner. Das sei noch vor den umfassenden Reisebeschränkungen gewesen. In der Stadt Ouahigouya nahe der Grenze zu Mali kooperiert das Hammer Forum mit dem örtlichen Krankenhaus. Das war vor einigen Jahren vier Kilometer außerhalb der Stadt neu eröffnet worden. In dem Vorgängergebäude im Stadtzentrum unterhält die Hilfsorganisation Räumlichkeiten für sogenannte Milchkinder – also mangelernährte Kleinkinder, die einmal täglich eine zusätzliche nährstoffreiche Milchmahlzeit erhalten. „Wir sind vor Jahren schon gefragt worden, ob wir nicht auch am neuen Krankenhaus-Standort ein eigenes Gebäude errichten wollen“, so Dr. Emma. Ursprünglich habe er das abgelehnt – aufgrund der Lage des Hospitals außerhalb der Stadt. „Dahin fährt keine Buslinie, die Leute haben keine Autos.“ Inzwischen habe er seine Meinung aber revidiert. Denn in den letzten Jahren habe es zwischen dem neuen Krankenhaus und dem Stadtzentrum einen richtigen Bauboom gegeben. Die Straße dorthin sei asphaltiert worden, mehr als 3000 Häuser seien gebaut worden, darunter viele Geschäfte. „Für unser Projekt waren 150.000 Euro veranschlagt. Ich habe dem Krankenhaus-Direktor und dem Provinzgouverneur aber klar gemacht, dass wir maximal 120.000 Euro in das Gebäude investieren“, sagt Dr. Emma. Finanzielle Unterstützung erhoffe sich das Hammer Forum durch die „Aktion Deutschland hilft“. Bei Gesprächen in Berlin habe man signalisiert, dass man bereit sei, das Projekt zu fördern. Baubeginn der neuen Station sei bereits am letzten Donnerstag gewesen.

Im April wollte der Mediziner in Guinea-Bissau aktiv werden, im Mai sollte ein Einsatz im Kongo folgen. Das habe er aber absagen müssen mangels Flugverbindungen. Für die meisten Menschen in diesen Ländern bestehe so gut wie keine Möglichkeit, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. „Wenn es überhaupt Tests gibt, kosten diese viel Geld. Die Menschen dort habe keine finanziellen Reserven, versuchen einfach zu überleben“, sagt Dr. Emma.

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