Ratsherr Elmar Holstiege hat drei markante Punkte in Bünde im Blick
Zum Schutz von Radlern: Grüner fordert Überholverbote

Bünde (WB). Die Bünder Grünen wollen an einigen Straßenabschnitten Radler besser schützen: Und zwar soll es Autofahrern an drei Stellen im Stadtgebiet untersagt werden, Biker zu überholen. Der Grund: Gesetzlich geforderte Mindestabstände können an den Engpässen nicht eingehalten werden.

Donnerstag, 11.06.2020, 09:00 Uhr
Im Blick hat Elmar Holstiege unter anderem die Lettow-Vorbeck-Straße im Bereich der Klinkstraße. „In der Fahrtrichtung Bahnhof ist die Autofahrbahn knapp 2,60 Meter breit, der Fahrradstreifen knapp einen Meter“, sagt der Ratsherr. Foto: Daniel Salmon
Im Blick hat Elmar Holstiege unter anderem die Lettow-Vorbeck-Straße im Bereich der Klinkstraße. „In der Fahrtrichtung Bahnhof ist die Autofahrbahn knapp 2,60 Meter breit, der Fahrradstreifen knapp einen Meter“, sagt der Ratsherr. Foto: Daniel Salmon

Einen entsprechenden Antrag hat Grünen-Ratsherr Elmar Holstiege – selbst passionierter Radfahrer – unlängst bei der Stadtverwaltung eingereicht. Die Mitglieder des Verkehrsausschusses, der in kommenden Woche das nächste Mal tagt, sollen sich mit dem Anliegen befassen und den Vorschlag der Grünen prüfen. Allerdings: Stimmen die Politiker mehrheitlich für den Vorstoß, müssen auch noch die Polizei, die zuständige Straßenverkehrsbehörde sowie der jeweilige Straßenbaulastträger – der nicht unbedingt die Stadt selbst sein muss – mit ins Boot geholt werden.

Straßen zu schmal

„Die diesjährige Novelle der Straßenverkehrsordnung legt gesetzlich den Mindestseitenabstand von Fahrräder überholenden Autos innerorts mit 1,50 Meter und außerorts mit zwei Meter fest. Dort, wo ein Überholen bisher üblich ist, zum Schutze der Fahrradfahrer aber verboten, sollte dies durch eine entsprechende Anordnung bekräftigt werden“, führt Holstiege in seinem Antrag aus. Konkret hat er für seine Forderung die Lettow-Vorbeck-Straße zwischen Klinkstraße und der Zufahrt zum Rathausparkplatz, ein Teilstück der Gewinghauser Straße in Höhe einer rechtwinkligen Kurve mit dem Abzweig des Weges Neulandstraße sowie die Gerhart-Hauptmann-Straße von der Wasserbreite bis circa 50 Meter nördlich der dortigen Eisenbahnunterführung im Visier. An diesen Stellen, so die Meinung des Lokalpolitikers, sollte ein entsprechendes Überholverbot angeordnet werden.

Zur Strecke entlang der Lettow-Vorbeck-Straße führt Holstiege aus: „In der Fahrtrichtung Bahnhof ist die Autofahrbahn knapp 2,60 Meter breit, der Fahrradstreifen knapp einen Meter. Bei der Breite eines Fahrrads von 0,8 Meter und eines Autos von gut zwei Metern und bei üblicherweise großem Abstand der Autofahrer vom hohen Bordstein der Mittelinsel bleibt zwischen Pkw und Fahrradfahrer selten mehr als ein Abstand von 60 Zentimetern.“

Schlechte Sicht

Laut dem Grünen-Politiker betrage die Fahrbahnbreite der Gewinghauser Straße in der besagten rechtwinkligen Kurve lediglich 4,5 Meter – etwas oberhalb der Kurve sogar nur 3,70 Meter. Holstiege erklärt: „Ein Auto benötigt in einer solchen Kurve etwa drei Meter der Fahrbahnbreite, ein Fahrradfahrer mindestens 1,5 Meter.“ Die Kurve sei aus beiden Richtungen zudem nicht einsehbar. Und als Wegstrecke zum Schulzentrum Nord in Ennigloh herrsche dort zu den entsprechenden Tageszeiten erheblicher Radlerverkehr. Die Fahrbahn der Gerhart-Hauptmann-Straße ist an der von Holstiege ins Visier genommenen Stelle 4,55 Meter breit – ohne Gosse: „Und die Sicht unter der Brücke ist durch unterschiedliche Helligkeit schlecht. Da häufiger von Autos auch bei nahendem Gegenverkehr noch Fahrräder überholt werden, kommt es zur Missachtung der Mindestseitenabstände.“

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