Ayman Zribi will kreisweit 50 Tonnen Unrat sammeln lassen – Parteien in Bünde aktiv
Schüler ruft zu Müllsammlung auf

Bünde (WB). Eine halbe Tonne Müll hat Ayman Zribi (17) mit Kumpels aus der Else in Bünde gefischt . Nun will der Berufsschüler noch mehr Menschen für seine Säuberungsaktion begeistern – und hat Ende letzter Woche daher im Internet einen Aufruf gestartet.

Montag, 15.06.2020, 07:09 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 08:28 Uhr
Gemeinsam mit seinen Kumpels hat Ayman Zribi (rechts) jede Menge Müll aus der Else geholt. Jetzt ruft er zu einer kreisweiten Sammelaktion auf. „Viele wollen mitmachen“, sagt er. Foto: Daniel Salmon
Gemeinsam mit seinen Kumpels hat Ayman Zribi (rechts) jede Menge Müll aus der Else geholt. Jetzt ruft er zu einer kreisweiten Sammelaktion auf. „Viele wollen mitmachen“, sagt er. Foto: Daniel Salmon

„Müll sammeln im ganzen Kreis Herford: Schaffen wir es, bis zum 4. August 50 Tonnen Müll zu sammeln? Schickt mir das Gewicht, das ihr gesammelt habt“, fordert Zribi über Facebook die Bürger im Wittekindsland auf. Und er liefert auch einen kleinen Anreiz zum mitmachen: „Wer am meisten sammelt, bekommt einen Preis“, verspricht der junge Bünder.

Ayman Zribi sagt: „Ich habe mir gedacht, in der freien Natur liegt so viel Müll herum. Und vor allem viele Schüler haben ja derzeit nicht so viel zu tun. Mitmachen kann bei der Aktion aber jeder: Einzelpersonen, Gruppen, Vereine oder politische Parteien.“ Auf seine Posts habe er schon zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten. „Aus Vlotho, Kirchlengern, Rödinghausen, Spenge oder Hiddenhausen: Viele Leute wollen scheinbar bei der Sammlung mitmachen.“

Viel Zuspruch von Passanten

Der 17-Jährige selbst hatte sich vor einigen Wochen überlegt, die Else auf Vordermann zu bringen. Mit Badehose und Taucherbrille stieg er in das Wasser, fischte Haushaltsmüll, Schrott, sogar eine Schreckschusspistole aus dem Wasser. Auf Instagram machte er seine Aktion publik, fand so Mitstreiter, die mit ihm auf Müll-Tauchstation gingen. „Und binnen zehn Tagen, haben wir so 500 Kilogramm Müll an Land gezogen“, sagt der Schüler.

Passanten, die ihn und seine Kumpels vom Ufer aus beobachteten, zollten Zribi für sein Engagement Respekt. „Es gab lobende Worte und eine ältere Dame hat mir sogar einen 10-Euro-Eisgutschein geschenkt.“ Auch Bürgermeister Wolfgang Koch bedankte sich für den Einsatz – und veranlasste zudem die Abholung von mehreren Zentnern Unrat, den die fleißigen Müllsammler unter einigen Else-Brücken aufgetürmt hatte. „Ich wusste ja gar nicht, wohin mit dem ganzen Müll“, sagt Zribi. Auf seinen Einsatz ist zudem schon ein Fernsehsender aufmerksam geworden, der einen Bericht über den jungen Bünder drehen will. „Wann das Kamerateam kommt, weiß ich aber noch nicht. Das ist auch egal: Weil ich eine Zeit lang auf jeden Fall noch Müll sammeln werde.“

Parteien sammeln auch

So wie Ayman Zribi, haben sich jetzt auch die Bünder Christdemokraten und Liberale sowie Mitglieder der Partei Die Linke für den Umweltschutz in der Elsestadt engagiert – allerdings an Land.

So waren FDP und CDU um ihren Bürgermeisterkandidaten Martin Schuster am Park-and-Ride-Parkplatz an der Osnabrücker Straße aktiv. „Dieser ist für viele Pendler ein wichtiger Anlaufpunkt, um ihren Pkw abzustellen und in Fahrgemeinschaften zur Arbeit zu gelangen. Diese Fahrgemeinschaften sind nachhaltig und schonen die Umwelt. Leider wird der Parkplatz abends und nachts als Treffpunkt genutzt und mit Müll stark verschmutzt – vor allem in den letzten Wochen“, so Schuster.

Vor knapp einer Woche nahmen Liberale und CDU den Parkplatz in Augenschein und säuberten ihn danach. Auch wenn die Installation eines Mülleimers wenig erfolgversprechend ist, um in Kombination mit einem Hinweisschild, Umweltsünder zur Vernunft zu bringen, so scheinen das vorerst die praktikabelsten Lösungen zu sein. „Hier wird man das Gespräch nicht nur mit Straßen-NRW, die für den Parkplatz zuständig sind, suchen, sondern auch mit den Fastfood-Restaurantbetreibern in der Nähe“, sagte Schuster, der einen entsprechenden Vorschlag in den kommenden Tagen bei der Bünder Stadtverwaltung einreichen will.

Linke in der City unterwegs

Mitglieder der Linken hatten sich vor einigen Tagen am Bünder Bahnhof getroffen. Allein auf dem kurzen Stück zwischen Bahnhof und Rathaus wurden mehrere Säcke mit Plastikmüll, Flaschen, gefährlichen Scherben, leeren Zigarettenverpackungen und Zigarettenstummeln gesammelt. Mit Passanten kamen die Teilnehmer der Aktion zum Thema Umweltschutz ins Gespräch. Wie die Linken mitteilen, ist für den 11. Juli die nächste Sammlung geplant. Treffpunkt wird voraussichtlich der Parkplatz am Schwimmbad sein. Wer mitsammeln möchte, kann sich per Mail info@dielinke-buende.de anmelden.

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