Im Bünder Dammhaus finden Trauungen seit Mitte März im Corona-Modus statt
Küssen bleibt erlaubt

Bünde (WB). Für viele Hochzeitswillige sollte es der schönste Tag im Leben werden. Dann kam die Corona-Krise – und plötzlich war alles anders. Seit Mitte März ist auch das Bünder Standesamt im Pandemie-Modus. „Rund zehn Trauungen sind seither abgesagt oder verschoben worden“, sagt Standesbeamtin Nina Bollmeier.

Mittwoch, 24.06.2020, 07:35 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 08:00 Uhr
Immerhin: Trotz aller Corona-Einschränkungen ist der traditionelle Kuss der frisch gebackenen Eheleute nach der Zeremonie nicht verboten. Foto: dpa
Immerhin: Trotz aller Corona-Einschränkungen ist der traditionelle Kuss der frisch gebackenen Eheleute nach der Zeremonie nicht verboten. Foto: dpa

Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. „Die meisten Betroffenen haben den Termin ins kommende Jahr oder in den Herbst verlegt“, so die Stadtangestellte. Ob dann aber wieder alles „ganz normal“ abläuft, ist derzeit noch völlig unklar.

32 Eheschließungen seit März

Kurz nach dem Lockdown gab sich das letzte Mal ein Pärchen im Trauzimmer des Standesamtes das Ja-Wort. „Damals durften neben mir nur Braut und Bräutigam anwesend sein. Wirklich begeistert waren die natürlich nicht, dass keine Gäste kommen durften“, erinnert sich Bollmeier. Direkt danach wurde beschlossen, dass Trauungen in der Elsestadt nur noch im größeren Dammhaus auf dem Areal des Bünder Museums stattfinden dürfen.

Dort wurden seither von Mitte März bis einschließlich Juni 32 Eheschließungen durchgeführt. Eigentlich, so Bollmeier, müssen Paare 100 Euro drauflegen, wenn sie statt im Standesamt im schöneren Ambiente des Dammhauses den Bund fürs Leben eingehen wollen. Aber auf die Erhebung dieser Extrakosten verzichte die Stadt in Zeiten von Corona, betont die Standesbeamtin.

Gäste wieder zugelassen

Dabei liefen die Trauungen nicht immer gleich ab. Die zum jeweiligen Zeitpunkt geltenden Corona-Einschränkungen waren maßgeblich dafür, wie viele Personen anwesend sein durften. „Im März und April war zu den Eheschließungen neben den Standesbeamten lediglich das Brautpaar zugelassen. In einer nächsten Regelung konnten die künftigen Eheleute, deren gemeinsame Kinder und Trauzeugen an der Zeremonie teilnehmen“, erklärt Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz.

Momentan seien im Dammhaus das Brautpaar, die Trauzeugen und darüber hinaus abhängig von den geltenden Abstandsregelungen eine kleine Anzahl Gäste zugelassen. „Alle Anwesenden müssen die Location natürlich mit Mund- und Nasenschutz betreten, können die Masken dann aber abnehmen, wenn sie an ihrem Platz angekommen sind“, erklärt Nina Bollmeier. Eine Ausnahme gelte nur für die künftigen Eheleute. Diese ziehen als letztes ins Dammhaus ein und brauchen keinen Mundschutz zu tragen.

Handesinfektion vor Trauung Pflicht

Wie auch anderswo würden die geltenden Hygienebestimmungen penibel eingehalten. So sei die Desinfektion der Hände beim Betreten des Gebäudes obligatorisch. Eine Kontaktliste zur Rückverfolgung in einem möglichen Infektionsfall liege ebenfalls aus. Anschließende Sektempfänge seien im Bereich des Dammhauses aufgrund der Corona-Krise aktuell nicht zugelassen.

Zwar habe die überwiegende Mehrheit der Brautpaare Verständnis für die Einschränkungen, die die derzeitige Pandemielage mit sich bringe. „Aber schön ist das natürlich aktuell für alle Beteiligten nicht. Auch nicht für uns Standesbeamte, wenn wir merken, dass die Brautleute etwas enttäuscht sind, weil sie sich den Tag ihrer Trauung eigentlich ganz anders vorgestellt haben“, sagt Nina Bollmeier.

Immerhin: Trotz aller Corona-Einschränkungen ist der traditionelle Kuss der frisch gebackenen Eheleute nach der Zeremonie nicht verboten. „Das wäre ja auch ziemlich schade, wenn das bei der eigenen Hochzeit nicht möglich wäre“, findet die Standesbeamtin.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7464677?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Wieder von Paderborn nach Mallorca
Aus Sicht von Geschäftsführer Marc Cezanne ist die Wiederbelebung der Eurowings-Flüge nach Paderborn ein wichtiges Signal. Foto: Hannemann
Nachrichten-Ticker