Diagnose-Teams des Kreisverbands Herford-Land sind auch in Gütersloh im Einsatz
DRK ist seit 14 Wochen im Krisenmodus

Bünde (WB). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie halten die zahlreichen Ehren- und Hauptamtler des Rotkreuz-Kreisverbandes Herford-Land mittlerweile seit März auf Trab, auch in Gütersloh wird ihre Hilfe derzeit gebraucht. „Wir sind seit gut 14 Wochen im Krisenmodus“, sagt Sandra Weidlich.

Donnerstag, 25.06.2020, 07:13 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 07:20 Uhr
Sandra Weidlich (von links), Sven Kampeter, Lina Deutermann, Freddy Lückemeier und Alexander Hermelink sind fünf der sechs Mitglieder des Einsatzstabes des DRK Herford-Land. Täglich konferieren sie telefonisch und per Video-Chat. Foto: Daniel Salmon
Sandra Weidlich (von links), Sven Kampeter, Lina Deutermann, Freddy Lückemeier und Alexander Hermelink sind fünf der sechs Mitglieder des Einsatzstabes des DRK Herford-Land. Täglich konferieren sie telefonisch und per Video-Chat. Foto: Daniel Salmon

Die stellvertretende Kreisgeschäftsführerin ist eines der sechs Mitglieder des DRK-Einsatzstabes, der sämtliche Aktionen und Aufgaben des Kreisverbandes seit dem 16. März koordiniert. Fast täglich konferiert das Gremium, dem neben Weidlich Kreisrotkreuzleiter Sven Kampeter und sein Stellvertreter Alexander Hermelink, Lina Deutermann (Ehrenamt), Freddy Lückemeier (Krisenmanager) und Armin Schäffer angehören. Das Sextett bespricht und koordiniert Projekte und Abläufe, hauptsächlich in Videokonferenzen oder über Chat-Programme. Auch Dienstabende des DRK findet derzeit nur online statt.

Dienst in der Diagnosestelle

In der Anfangsphase bestand die Aufgabe des Einsatzstabes darin, die Lockdown-Maßnahmen in allen Einrichtungen des Haupt- und Ehrenamtes zu planen und umzusetzen. Mit den einzelnen Bereichsleitungen wurden beispielsweise die Absagen der Erste-Hilfe-Kurse, die Betretungsregelungen für die Unterkünfte, Einrichtungen und der Geschäftsstelle sowie eine erste Beschaffungsaktion für Schutzausstattung koordiniert. Wie sehr sich die Verbreitung des Virus auf das Tagesgeschäft auswirkt, verdeutlicht Alexander Hermelink: „Insgesamt wurden durch die ehrenamtlichen Helfer seit dem 13. März 2297 Stunden in 135 Einsätzen geleistet.“

Mit mehr als 1000 Helferstunden sei der Einsatz der Rotkreuzler in der zentralen Diagnosestelle des Kreises der arbeitsintensivste gewesen. Der Betrieb der Diagnoseeinrichtung wurde täglich bis zur Schließung Anfang April und der Überführung in die Einrichtung an der Oststraße sichergestellt, dort wurde das DRK nicht mehr zur Unterstützung angefordert.

Einsatz in Gütersloh

Seit dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies sind die heimischen DRK-Mitglieder verstärkt im Kreis Gütersloh im Einsatz. Am vergangenen Samstag haben sie als sogenannte Diagnoseteams ihren Dienst aufgenommen. „Innerhalb von einer Stunde war das Personal dafür gefunden“, erklärt Hermelink. Ein bis zwei Teams mit je drei Mitgliedern sind seither täglich vor Ort.

Ihre Aufgabe: Sie suchen Tönnies-Mitarbeiter und deren Kontaktpersonen zuhause auf und führen Corona-Tests durch: „ Dabei werden sie von Dolmetschern, Mitarbeitern des Ordnungsamtes und Soldaten der Bundeswehr begleitet.“ Die DRK-Helfer tragen bei ihrem Dienst in Gütersloh permanent Infektionsschutz-Vollanzüge. „Bei der derzeitigen Hitze ist das natürlich eine riesige Herausforderung“, sagt Hermelink.

Transport von Schutzmasken

Eine weitere Mammutaufgabe für den Kreisverband Herford-Land im Zuge der Corona-Krise ist die Unterstützung des DRK in NRW in Sachen Logistik. So helfen sie im Auftrag des Landesgesundheitsministierums beim Transport von Schutzausstattung quer durch Nordrhein-Westfalen. „Dafür wurde eine flexibel alarmierbare und einsetzbare Logistikgruppe gegründet, welche die geplanten und spontanen Einsätze für abwickeln kann“, sagt Hermelink. Bereits 14 Mal kam diese Gruppe seit März zum Einsatz, in insgesamt 260 ehrenamtlichen Einsatzstunden wurden mehr als zwei Millionen Schutzmasken transportiert.

Zu den Aufgaben der Logistikgruppe gehöre zudem der Transport von selbst beschaffter Schutzausstattung, die teils aus ganz Deutschland abgeholt werden musste. Weiterhin unterstützt sie den ebenfalls wegen Corona ins Leben gerufenen Einkaufsdienst des DRK-Kreisverbandes.

„Unser Ziel ist es, nicht erst auf eine Lage reagieren und diese abarbeiten zu müssen, sondern auf schon im Vorfeld auf eine Situation vorbereitet zu sein. In diesem Modus sind wir mittlerweile”, zieht Hermelink ein positives Fazit der vergangenen Monate.

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