Letztes größeres Bünder Innenstadtfest fällt ebenfalls der Corona-Pandemie zum Opfer
Auch der Weihnachtsmarkt wird abgesagt

Bünde (WB). Erst das Frühlingsfest, dann der Zwiebelmarkt – und jetzt steht fest: Auch die diesjährige Auflage von „Ein Weihnachtsbaum für Bünde“ findet corona-bedingt nicht statt. Die Ausrichter haben bereits jetzt die Reißleine gezogen und die für das erste Adventswochenende geplante Veranstaltung abgesagt.

Donnerstag, 16.07.2020, 11:06 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 11:20 Uhr
Für Groß und Klein bot der „Weihnachtsbaum für Bünde“ in den Vorjahren viele Programmpunkte. Dieses Jahr fällt die Veranstaltung aus – wegen Corona. Foto: Karl Tittel (Archiv)
Für Groß und Klein bot der „Weihnachtsbaum für Bünde“ in den Vorjahren viele Programmpunkte. Dieses Jahr fällt die Veranstaltung aus – wegen Corona. Foto: Karl Tittel (Archiv)

Wie berichtet, hatte sich der Verein zur Förderung der Jugendarbeit in Bünde, der das Event auf dem Rathausplatz ehrenamtlich auf die Beine stellt, bereits vor einigen Wochen mit dem Szenario einer möglichen Absage des mehrtägigen Events befasst. „Unter den Corona-Beschränkungen, die derzeit gelten, wäre eine Ausrichtung jedenfalls nicht vorstellbar“, hatte Jürgen Höffner vom Organisations-Team im Gespräch mit dieser Zeitung Mitte Juni erklärt. Damals hatten sich Bund und Länder gerade auf ein Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober geeinigt. Daraufhin hatte die Stadt Bünde den Zwiebelmarkt Ende September abgesagt.

Geselligkeit bliebe auf der Strecke

Eigentlich wollte der Verein zur Förderung der Jugendarbeit eine Entscheidung über die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes erst nach den Sommerferien treffen. „Jetzt fiel sie dann schon Ende Juni. Wir haben es uns nicht einfach gemacht und lange diskutiert“, sagt dazu Vereinsvorsitzender Michael Hellmann. Er betont: „Die Verantwortung für die Gesundheit unsere Gäste steht für uns an oberster Stelle. Als kleine private Organisation sehen wir uns leider nicht in der Lage, die notwendigen Hygiene- und Sicherheitskonzepte umzusetzen, welche in der Corona-Zeit notwendig wären.“

Wie Hellmann verdeutlich kämen allein zur beliebten Weihnachtsbaum-Party stets rund 2000 Gäste. „Und unter den jetzt geltenden Regelungen bliebe die Geselligkeit, die so einen Weihnachtsmarkt ausmacht natürlich auf der Strecke. Wir hätten die Hütten umrüsten und zudem mehr Sicherheitspersonal engagieren müssen, um Abstandsregeln zu überwachen. Das alles kostet auch viel Geld, dass uns nicht als Spenden für die Vereine, die wir mit der Aktion immer unterstützen, zur Verfügung stehen würde.“ Der Förderverein der Leistungsriege Turnen im BTW, der LAV Bünde und der Bünder SV, die in den letzten Jahren von den Erlösen der Veranstaltung profitiert hätten, seien informiert worden. Möglicherweise solle es aber trotzdem ein kleine Spendenaktion zugunsten der Vereine geben.

Bürgermeister zeigt Verstädnis

Schreiben mit den Gründen für die Absage des Weihnachtsmarktes – es wäre übrigens die elfte Auflage der Traditionsveranstaltung gewesen – seien auch an die Hüttenmieter, die Teilnehmer der Schmückaktion und der Bühnenshow herausgegangen. „Es tut uns sehr leid und wir hoffen, dann in 2021 wieder auf dem Rathausplatz präsent zu sein“, so Michael Hellmann.

Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch bedauert die frühzeitige Absage, zeigt aber auch Verständnis: „Das ist natürlich schade, dass der Markt nicht stattfindet. Aber ich halte die Entscheidung des Vereins mit Blick auf die derzeitige Lage für richtig – obwohl man ja jetzt noch gar nicht weiß, welche Maßnahmen die dann geltende Corona-Schutzverordnung vorsehen würde.“

Laut dem Stadtoberhaupt werde es aber – wie in jedem Jahr – zumindest einen großen Weihnachtsbaum auf dem Rathausplatz geben. Für die an den Adventswochenenden immer stattfindenden Aktion der Stadt – etwa die beliebte Rodelbahn an der Treppe zur Laurentiuskirche – sehe Koch noch nicht schwarz. „Da kann man ja die Zugänge so regulieren, dass das den Erfordernissen des Infektionsschutzes genüge getan wird. Zudem müssten dann die eventuell geltenden Abstandsregelungen eingehalten werden.“

Weitere Märkte in der Schwebe

Auch in Rödinghausen könnte der größte Weihnachtsmarkt in der Wiehengemeinde in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer fallen. „Unter den jetzt geltenden Corona-Regeln wäre die Veranstaltung jedenfalls für uns und alle Beteiligten nicht durchführbar. Wir würden dann genauso verantwortungsbewusst handeln wie beim Tag der Regionen, den wir ja auch abgesagt haben“, sagt Siegfried Lux, Vorsitzender der Rödinghauser Werbe- und Aktionsgemeinschaft, die den Markt ausrichtet.

Da die Organisationszeit für die Veranstaltung aber recht kurz sei, wolle man das Fest noch nicht definitiv absagen. Lux: „Wir stehen aber in der Sache im engen Kontakt mit der Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung, die beide Co-Veranstalter sind.“

Über die Ausrichtung des größten Weihnachtsmarkts in Kirchlengern , der alljährlich von der Werbegemeinschaft Kirchlengern handelt im Ortskern gestemmt wird, sei noch keine Entscheidung gefällt worden. Das sagte Kirchlengern-handelt-Geschäftsführer Oliver Weisheit auf Anfrage dieser Zeitung.

„Ich würde mir natürlich wünschen, dass der Markt stattfinden kann. Aber unter den jetzt geltenden Voraussetzungen würde das natürlich schwierig“, sagt er. Oliver Weisheit hofft daher, dass möglicherweise nach Ferienende eine Tendenz erkennbar sei, wie die Corona-Regelungen künftig aussehen könnten.

 

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