CDU-Bürgermeisterkandidat warnt vor Getto-Bildung
Streitthema Sozialwohnungen

Bünde  (WB/hr). Gibt es in Bünde ausreichend bezahlbaren Wohnraum? Dieses Thema beschäftigt derzeit nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern auch die Naturschützer. Letztere wehren sich dagegen, dass am Feldmarkfriedhof bis zu 60 neue Wohnungen – darunter auch Sozialwohnungen – entstehen.

Donnerstag, 13.08.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 09:08 Uhr
An der Dünner Straße sollen Sozialwohnungen entstehen. Das Vorhaben wurde bereits im Fachausschuss vorgestellt. Foto: Hilko Raske
An der Dünner Straße sollen Sozialwohnungen entstehen. Das Vorhaben wurde bereits im Fachausschuss vorgestellt. Foto: Hilko Raske

Zum Thema Sozialwohnungsbau bezieht nun Martin Schuster, Bürgermeisterkandidat von CDU und FDP Bünde, Stellung. „Die Zeit, dass man den sozialen Status eines Menschen an seiner Adresse ablesen kann, sollte auch in Bünde endlich vorbei sein“, sagt Schuster. Soziale Integration werde nur gelingen, wenn man gemischte Wohnbebauung schaffe. Der klassische öffentliche Sozialwohnungsbau, wie er insbesondere in den vergangenen Wochen immer wieder gefordert worden sei, führe zu einer Stigmatisierung der Menschen und damit zu einer Spreizung der Gesellschaft, betont der Christdemokrat. Das dürfe kein städtebauliches Ziel sein.

In vielen Städten gebe es ganze Viertel und Straßenzüge, deren Bewohner von der Öffentlichkeit vorverurteilt würden. „Um eine gut funktionierende soziale Integration zu erreichen, verfolgen CDU und FDP das Ziel, bei der Schaffung von Wohnraum auf städtischen Grundstücken oder in neu ausgewiesenen Baugebieten, 20 bis 30 Prozent sozialen Wohnungsbau einzufordern“, erläutert Schuster.

Vorbehalte der Bevölkerung

Leider existierten nach wie vor in Teilen der Bevölkerung immer noch große Vorbehalte gegenüber sozialem Wohnungsbau. Aus diesem Grund sei es wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein erheblicher Teil der Familien und auch Rentner sowie alleinerziehende Elternteile Anrecht auf eine preisgebundene Wohnung haben.

„Wir brauchen keinen interkommunalen Wettbewerb um den billigsten Wohnraum, aber wir müssen den realistischen Bedarf städtebaulich decken.“ Aktuell seien zwei Projekte im Stadtteil Spradow an der Dünner sowie Gerhart-Hauptmann-Straße im Gespräch, wo es seitens der Investoren die Bereitschaft gebe, moderne und familienfreundliche Wohnprojekte umzusetzen, die die städtische Vorgabe, einen Anteil preisgebundene Wohnungen zu schaffen, auch berücksichtigten.

Ob und in welcher Form auch städtische Grundstücke in Bünde auf diese Weise genutzt werden könnten, hänge immer davon ab, ob mögliche Planer die Belange des Natur- und Umweltschutzes sowie das städtebauliche Umfeld so in ihren Entwürfen berücksichtigen, dass eine breite politische Mehrheit diesen zustimmt, so Schuster.

Kommentare

Martin Lohrie  schrieb: 14.08.2020 00:07
Gegen Ghettobildungen durch ausschließlich sozialen Wohnnungsbau
Auch wir teilen die Sorge einer Ghettobildung durch ausschließlich sozialen Wohnnungsbau. Wir wünschen uns in jedem Wohnquartier eine durchmischte Mieterschaft. In Städten der Größe Bündes muss es uns für ein gutes Miteinander gelingen, in allen Ortsteilen alle Menschen unterschiedlicher sozialer Leistungsmöglichkeit nebeneinander und miteinander wohnen zu lassen. "Ich wünsche mir dieses soziale Miteinander zu jeder Zeit an jedem Ort," sagt Martin Lohrie, Vorsitzender des FDP Stadtverbandes der FDP Bünde
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