Verwahrloste Katze muss eingeschläfert werden – Besitzerin (40) vor Gericht
Prozess wegen Tierquälerei

Bünde (WB). Weil sie sich nicht richtig um ihre Tiere gekümmert haben soll, muss sich eine 40-jährige Frau am kommenden Montagvormittag vor dem Bünder Amtsgericht verantworten. Notwendige tierärztliche Behandlungen seien unterlassen worden, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Fest steht: Eine Katze war am Ende tot.

Samstag, 15.08.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 15.08.2020, 05:10 Uhr
Die Bünderin muss sich am kommenden Montag, 17. August, vor dem Bünder Amtsgericht verantworten. Foto: Daniel Salmon
Die Bünderin muss sich am kommenden Montag, 17. August, vor dem Bünder Amtsgericht verantworten. Foto: Daniel Salmon

Vor knapp einem Jahr soll beim Herforder Tierschutzverein ein anonymer Hinweis auf den Zustand der Tiere in der Wohnung der Frau eingegangen sein. Der Verein wiederum schaltete daraufhin das Kreisveterinäramt ein. Mitarbeiter der Behörde erschienen dann Mitte 2019 Juli bei der heute 40-Jährigen.

Nach Angaben von Amtsgerichtssprecher Daniel Komnik sollen die Kontrolleure bei der Bünderin unter anderem einen Hund vorgefunden haben, der starken Floh- und Milbenbefall aufwies. Das habe bei dem Vierbeiner starken Juckreiz ausgelöst. „Außerdem soll das Tier chronische Ohr- und Bindehautentzündungen gehabt haben, die ein Tierarzt hätte behandeln müssen“, führt Komnik weiter aus.

Haltungsverbot ausgesprochen

Eine Katze, die die Veterinäre vorfanden, soll laut Anklageschrift beim Ortstermin bereits so geschwächt gewesen sein, dass sie einen Kreislaufzusammenbruch erlitt. Auch sie hätte im Vorfeld dringend tierärztlich versorgt werden müssen „Sie konnte aber nur noch eingeschläfert werden“, so der stellvertretende Amtsgerichtsdirektor. Die Behördenmitarbeiter sollen auch noch weitere Katzen in der Wohnung der 40-Jährigen vorgefunden haben. „Es wurden ihr alle Tiere fortgenommen und ein Haltungsverbot für Tiere jeglicher Art ausgesprochen“, erklärt Petra Scholz, Sprecherin des Kreises Herford auf Anfrage.

Konkret muss sich die am Montag vor Gericht stehende Bünderin wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz verantworten. Doch mit welcher Strafe hat die mutmaßlicher Tierquälerin überhaupt zu rechnen, sollte es zu einer Verurteilung kommen? Laut dem in diesem Fall angewandten Tierschutzgesetz-Paragrafen 17, Absatz 2b, drohe demjenigen, der einem „Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“ eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren ein Geldstrafe.

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