Großes Polizeiaufgebot: Demonstration durch die Bünder Innenstadt verläuft friedlich
300 Menschen protestieren gegen AfD

Bünde (WB). „Bünde solidarisch“: Unter diesem Motto haben am Samstag etwa 300 Menschen an einer Demonstration teilgenommen, mit der nach Aussagen der Veranstalter ein Zeichen gegen die AfD und rassistische Hetze gesetzt werden sollte. Die von einem großen Polizeiaufgebot begleitet Demonstration, verlief ohne Zwischenfälle.

Montag, 07.09.2020, 05:58 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 09:30 Uhr
Gegen die AfD, die in Bünde zur Kommunalwahl antritt, und gegen Rassismus demonstrierten am Samstag etwa 300 Menschen. Zu den Organisatoren des Protestmarsches zählten unter anderem der DGB, die Jusos im Kreis Herford, die Initiative 9. November, Fridays for Future und die Villa Kunterbunt. Foto: Hilko Raske
Gegen die AfD, die in Bünde zur Kommunalwahl antritt, und gegen Rassismus demonstrierten am Samstag etwa 300 Menschen. Zu den Organisatoren des Protestmarsches zählten unter anderem der DGB, die Jusos im Kreis Herford, die Initiative 9. November, Fridays for Future und die Villa Kunterbunt. Foto: Hilko Raske

Aufgerufen zu dem Protestmarsch, der ab 15 Uhr vom Bahnhof zum Rathaus und anschließend zum Steinmeisterpark führte, hatten unter anderem der DGB, die Jusos im Kreis Herford, die Alevitengemeinde Bünde, die Initiative 9. November, Fridays for

Anti-AfD-Demo in Bünde

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Future und die Villa Kunterbunt.

„Wir gehen wegen der bevorstehenden Kommunalwahl auf die Straße. In Bünde – als einzige Kommune im Kreis Herford – tritt mit der AfD eine Partei an, die im Kern für Rassismus, Antisemitismus und ein durch und durch reaktionäres Weltbild steht. Dagegen stehen wir zusammen“, sagte ein Sprecher der Initiative 9. November.

Viel Applaus für seine Rede erntete auf dem Rathausplatz Noah Osemeha. „Ich bin durch und durch Ostwestfale. Aber leider bin ich ein Ostwestfale, der von Rassismus betroffen ist. Und so wie mir geht es vielen nicht-weißen Menschen: deutsch, aber trotzdem fremd“, berichtete er von alltäglichem Rassismus, dem er ausgesetzt sei. Im Zug werde er oft als einziger kontrolliert, in Supermärkten und Kaufhäusern folgten ihm die Ladendetektive oder die Verkäuferinnen beobachteten ihn. Und mit Blick auf diesen alltäglichen Rassismus forderte er seine Zuhörer auf, ihre Stimme dagegen zu erheben.

In ihrem Wahlprogramm für Bünde fordert die AfD unter anderem eine sinnvolle Freizeitgestaltung der Jugend in den Bünder Vereinen und spricht sich gegen eine Förderung von Einrichtungen aus, die nicht ideologiefrei und weltanschaulich neutral seien. Das wird vom Verein Villa Kunterbunt, der sich für den Erhalt des gleichnamigen autonomen Jugendzentrums einsetzt, als Kampfansage verstanden. „Ohne großes Programm kam zuerst die Äußerung, die Villa dicht zu machen. Diesen direkten Angriff auf uns wollen wir nicht unbeantwortet lassen – und es freut uns, dass sich so viele hier versammelt haben, die das genauso sehen“, sagte ein Vereinsmitglied.

Zu den Teilnehmern an der Demonstration gehörten auch Vertreter der FDP, Grünen, Linken und SPD. „Ich finde es gut, dass hier ein klares Zeichen gesetzt wird“, betonte Landrat Jürgen Müller (SPD). Eine durchweg positive Bilanz der Demo zog Lukas Heimann, Vorsitzender der Bünder Jusos. „Hier hat ein breites bürgerliches Bündnis ein Zeichen gegen Rechts und Rassismus gesetzt. Die Demo verlief ohne Zwischenfälle, die coronabedingten Hygieneregeln wurden eingehalten. Wir haben gezeigt, dass hier keine Linksextremisten unterwegs sind, die nur Steine werfen wollen, sondern besorgte Bürger.“

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