Bürgermeister-Stichwahl: CDU-Kandidat stellt im Interview seine Visionen für Bünde vor
Schuster setzt auf Sicherheit

Bünde (WB). Wer holt sich am kommenden Sonntag den Bürgermeister-Job in Bünde: Martin Schuster, Kandidat der CDU und FDP, oder SPD-Frau Susanne Rutenkröger? Im ersten Wahlgang erhielt der Christdemokrat 37,88 Prozent der abgegebenen Stimmen, seine Herausforderin lag mit 36,98 Prozent fast gleichauf. Im Interview mit dieser Zeitung spricht Schuster nun über seine Visionen für Bünde – wenn er aus der Stichwahl als Sieger hervorgehen sollte. Die Fragen stellte Redakteur Daniel Salmon.

Dienstag, 22.09.2020, 05:10 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 13:38 Uhr
CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Schuster (38) will die Bünder Innenstadt aufwerten, dort unter anderem wieder Stadtbibliothek unterbringen. Foto: Daniel Salmon
CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Schuster (38) will die Bünder Innenstadt aufwerten, dort unter anderem wieder Stadtbibliothek unterbringen. Foto: Daniel Salmon

Herr Schuster, hatten Sie mit einem so engen Kopf-an-Kopf-Rennen im ersten Wahlgang gerechnet?

Martin Schuster: Ja – bei fünf Kandidaten war das zu erwarten. Dennoch haben wir mit einem guten Wahlprogramm und einer guten Kampagne unsere Stammwähler aktivieren können und den Etappensieg erreicht. Wir haben 15 von 20 Wahlkreise direkt gewonnen. Das ist eine perfekte Basis für den Erfolg am 27. September.

 

Den Grünen kommt aufgrund ihres guten Wahlergebnisses im neuen Stadtrat eine Schlüsselposition zu. Wie könnte eine Zusammenarbeit mit der CDU aussehen?

Schuster: Zu den Bünder Grünen habe ich einen hervorragenden Kontakt. Ich habe keine Bedenken, dass wir gemeinsam mit den Grünen und der FDP in Bünde weiterhin eine sehr gute Politik machen werden, mit der wir uns alle identifizieren und wohlfühlen können.

 

In Bünde wird oft geklagt, dass viele Großprojekte eine zu lange Anschubzeit brauchen. Wie könnte man hier intervenieren und Vorgänge beschleunigen?

Schuster: Beim Freibad liegen wir voll im Budget- und Zeitplan. Natürlich brauchen solche Großprojekte eine solide Vorberatung und Planung. Es sind ganz viele Gremien und Entscheider zu beteiligen. Das kostet Zeit –  ist aber auch richtig. Immerhin geben wir fremdes Geld aus – Steuergeld. Solche Projekte sind für mich immer Chefsache und werden zukünftig von mir eng begleitet.

Bücherei gehört in die City

Streitpunkt Cordes-Gelände: Die SPD möchte dort das Jugendzentrum und die Bibliothek ansiedeln. Was schwebt Ihnen für das Grundstück vor?

Schuster: Der Rat hat mehrheitlich beschlossen, das Cordes-Gelände als stadtnahe Gewerbefläche zu nutzen. Mir schwebt dort eine attraktive Bebauung mit vielen Arbeitsplätzen vor. Städtebaulich gehören Bücherei und Jugendzentrum nicht zwischen Hauptverkehrsstraße und Bahntrasse, sondern in die Innenstadt. Nur mit sicheren Arbeitsplätzen können wir Familien stärken.

 

Und haben Sie eine Idee, wo man in Bünde die Stadtbücherei künftig stattdessen unterbringen könnte?

Schuster: Mir schwebt vor, dass wir gemeinsam mit der Lydia-Kirchengemeinde die einmalige Chance nutzen und an der Laurentiuskirche ein Gemeinde-, Jugend- und Kulturzentrum schaffen. Dort sehe ich auch die Bücherei. Das belebt die Innenstadt und macht Bünde attraktiv.

 

Die Innenstadt wird aufgrund zunehmender Leerstände mehr und mehr zum Sorgenkind. Was würden Sie als Stadtoberhaupt anschieben, um die City wieder attraktiver für Geschäftstreibende zu machen?

Schuster: Die Bünder Innenstadt bietet mit dem starken Handel eine super Basis als Einkaufsmeile. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde werden wir mit dem neuen Gemeindehaus, Stadtbücherei und Kulturzentrum für zusätzliche Belebung sorgen. Die Leerstände in der Bahnhofstraße werden durch die von der CDU beantragte Änderung der Bauleitplanung in fünf Jahren dann kein Thema mehr sein.

 

Die Corona-Krise hat negative Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft und somit auch auf die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt. Was würden Sie – als Bürgermeister – unternehmen, um heimische Betriebe zu unterstützen und Bünde als attraktiven Wirtschaftsstandort zu profilieren?

Schuster: Als Bürgermeister würde ich – wie schon jetzt – im direkten Austausch mit unseren Unternehmen stehen. Nach wie vor ist etwa das Thema Fachkräftemangel ein Problem. Hier kann eine Imagekampagne für Bünde als Wohn-, Lebens-, Arbeits- und Familienstadt helfen. Bünde ist attraktiv und das müssen wir auch mal sagen. Aktuell sehe ich keine Steuererhöhung.

Kinder- und Jugendschutz ist wichtig

Das Thema Sicherheit spielt in Ihrem Wahlkampf eine große Rolle. Ist Bünde eine unsichere Stadt?

Schuster:  Bünde ist weitgehend sicher, aber es gibt Bereiche, in denen wir aufpassen müssen. Dazu gehören Bahnhof, Steinmeisterpark und Marktplatz – aber auch einige Schulgelände nach Schulschluss. Wir müssen das Thema, auch wenn die SPD das nicht hören möchte, politisch diskutieren und auf die Tagesordnung bringen. Dabei spielt der Kinder- und Jugendschutz eine besondere Rolle.

 

Was würden Sie als Bürgermeister unternehmen, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen?

Schuster: Nach wie vor halte ich es für richtig, einzelne Bereiche in Bünde – wie den Bahnhof – mit Kameras zu überwachen. Auch die Ordnungspartnerschaft aus Polizei und Ordnungsamt kann dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Langfristig müssen wir städtebaulich dunkle Ecken vermeiden. Auch die Sauberkeit der Stadt müssen wir verbessern. Sicherheit und Sauberkeit bedeuten Lebensqualität.

 

In einem Satz: Warum wären Sie der geeignete Mann für den Bürgermeister-Job in Bünde?

Schuster: Ich bin jung, motiviert und politisch erfahren; komme aus der Wirtschaft und bin in der Lage, kooperativ mit allen zusammen das Beste für Menschen, Familien, Umwelt und Unternehmen in Bünde zu erreichen.

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