Wenn Susanne Rutenkröger (SPD) Bürgermeisterin wird, will sie Bündes City aufwerten
„Ich werde für einen Neustart sorgen“

Bünde (WB). Wird Susanne Rutenkröger Sonntag das Erbe ihres Vaters antreten? Sieben Jahre lang – von 1990 bis 1997 – war Siegfried Hagemann Bündes Bürgermeister, damals noch ehrenamtlich. Im Interview mit Redakteur Daniel Salmon spricht die SPD-Kandidatin, die am 27. September in der Stichwahl gegen Martin Schuster (CDU) antritt, über ihre Ideen für die Elsestadt.

Donnerstag, 24.09.2020, 05:35 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 09:12 Uhr
Wenn Susanne Rutenkröger Bünder Bürgermeisterin wird, will sie sich für die Belebung der Innenstadt einsetzen und das Thema zur Chefinnensache machen. Foto: Daniel Salmon
Wenn Susanne Rutenkröger Bünder Bürgermeisterin wird, will sie sich für die Belebung der Innenstadt einsetzen und das Thema zur Chefinnensache machen. Foto: Daniel Salmon

Frau Rutenkröger, das Ergebnis fiel im ersten Wahlgang recht knapp aus. Rechnen Sie für den 27. September auch mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen?

Susanne Rutenkröger: Klar wird es am 27. September spannend. Aufgrund der Konstellation im ersten Wahlgang habe ich aber fest mit einer Stichwahl gerechnet. Entsprechend gut sind mein Team und ich vorbereitet und geben jetzt bis zur letzten Sekunde wirklich alles dafür, damit es am Sonntagabend heißt: Bünde hat den Neustart gewählt!

Haben Sie sich von Ihrem Vater, der ja lange Jahre selbst Bürgermeister war, Tipps für den Wahlkampf geholt?

Susanne Rutenkröger: Mein Vater war von 1990 bis 1997 ehrenamtlicher Bürgermeister in Bünde. Sein Wahlkampf ist also sehr lange her und es hat sich seitdem vieles verändert: Einen Online-Wahlkampf gab es damals noch nicht. Er hat mir aber durch seine Erziehung und durch Vorleben vieles mitgegeben, was ich heute in mir trage: Werte wie Haltung, Anstand, Ehrlichkeit und Toleranz. Politik auf Augenhöhe zu machen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die Grünen sind die eigentlichen Gewinner der Ratswahl und werden im neuen Stadtparlament eine wichtige Rolle spielen. Wie könnte eine Zusammenarbeit mit der SPD aussehen?

Susanne Rutenkröger: Die Grünen haben auch bisher schon eine wichtige Rolle als Kooperationspartner im Rat der Stadt Bünde gespielt. Eine weitere Zusammenarbeit ergibt sich durch gemeinsame Themen und Inhalte. In den Gesprächen zur Kommunalwahl haben wir gerade bei den Themen Klima- und Umweltschutz eine hohe Schnittmenge festgestellt. Grundsätzlich sollte es aber immer um die besten Lösungen für Bünde und seine Bürger gehen – dafür werde ich mich als Bürgermeisterin einsetzen.

Bildung ist mehr als Schule

Ihr Konkurrent Martin Schuster wirbt für sich mit dem Slogan „Wirtschaft, Bildung, Sicherheit“. Wie würden Sie die Wirtschaft in Bünde – auch mit Blick auf die Corona-Pandemie – ankurbeln?

Susanne Rutenkröger: Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist ein enger und vertrauensvoller Kontakt der Wirtschaft mit der Stadtverwaltung und der Politik in Bünde unglaublich wichtig. Ich werde daher umgehend einen Wirtschaftsrat für Bünde gründen – der kontinuierliche Austausch und die Zusammenarbeit verdienen einen festen Rahmen und dürfen nicht zufällig erfolgen. Nur so können wir Probleme frühzeitig erkennen und diese gemeinsam lösen. Auch als öffentlicher Auftraggeber kann die Stadt Impulse setzen. Ich möchte Bünde zu einem echten Wirtschaftsmagneten entwickeln, der neue Unternehmen und Menschen mit innovativen Ideen anzieht. Steuererhöhungen in der aktuellen Situation lehne ich ab.

Stichwort Bildung: Was läuft da in Bünde gut, was schlecht und was würden Sie besser machen?

Susanne Rutenkröger: Im Bereich Schule sind wir in Bünde im Prinzip gut aufgestellt. Wir haben tolle und motivierte Lehrer, Erzieher und weitere Beschäftigte an den Schulen. Auch die jeweiligen Schulleitungen machen eine herausragende Arbeit, gerade in diesen besonderen Zeiten. Für die Rahmenbedingungen im Bereich Schule ist die Stadt als Schulträger zuständig. Diesen Rahmen gilt es, festzulegen und kontinuierlich zu verbessern – es braucht einen klaren Plan. Raumknappheit und Digitalisierung sind aktuelle Herausforderungen, die wir gemeinsam lösen müssen. Die Corona-Pandemie hat uns hier Licht und Schatten deutlich vor Augen geführt. Bildung ist aber mehr als nur Schule. Auch bei den Kitas ist noch einiges zu tun. Hier werde ich mich unter anderem für eine Senkung der Kitagebühren einsetzen, damit Familien finanziell mehr Luft zum Atmen haben.

Und wie stehen Sie zum Thema Sicherheit?

Susanne Rutenkröger: Bünde ist eine sichere Stadt. Das belegt auch die Kriminalitätsstatistik. Für mich ist es jedoch wichtig, auch die subjektiv gefühlte Sicherheit an einigen Stellen zu erhöhen. Das heißt: Angsträume identifizieren und zügig beseitigen. Das kann sowohl durch mehr Beleuchtung, als auch durch eine verstärkte Ordnungspartnerschaft von Polizei und dem Ordnungsamt gelingen. Als Bürgermeisterin werde ich es nicht dulden, dass sich Bünder an Stellen im Stadtgebiet unsicher fühlen.

Stadt muss selber bauen

In Bünde fehlen Sozialwohnungen. Was würden Sie als Bürgermeisterin unternehmen, um hier Abhilfe zu schaffen?

Susanne Rutenkröger: Hier muss dringend gehandelt werden. Die Stadt muss runter von der Zuschauertribüne und selber bauen. Nur so haben wir Einfluss auf den Mietpreis und die Mieter. Als Bürgermeisterin werde ich mich dafür stark machen, die ehemaligen „Engländersiedlungen“ schnellstens auf den Wohnungsmarkt zu bringen. Hier ist in den vergangenen Jahren zu wenig passiert. Zudem halte ich eine feste Quote an gefördertem Wohnraum in Neubaugebieten und Mehrfamilienhäusern für einen weiteren Lösungsansatz.

In der City gibt es immer mehr Leerstände. Wie würden Sie diesem Negativ-Trend begegnen?

Susanne Rutenkröger: Die Belebung der Innenstadt wird bei mir zur Chefinnensache. Ich werde alle Beteiligten regelmäßig an einen Tisch holen, um Probleme früh zu erkennen und Lösungen zu finden. Das Ziel: Eine attraktive Innenstadt für Jung und Alt, mit mehr Bänken, Spielmöglichkeiten für Kinder, mehr Grün und einem öffentlichen WLAN. Auch die Sauberkeit in der Innenstadt muss verbessert werden. Zudem wünsche ich mir ein aktiveres Stadtmarketing.

In einem Satz: Warum wären Sie die Richtige für den Bürgermeisterposten in Bünde?

Susanne Rutenkröger: Weil ich nach 21 Jahren CDU-Führung im Rathaus mit konkreten Ideen und bürgernaher Politik auf Augenhöhe für einen echten Neustart in meiner Heimatstadt sorgen werde.

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