Rotpunkt-Küchen: deutlich weniger Besucher bei der Hausemesse, aber Umsatz steigt
Gute Aussichten trotz Corona

Bünde (WB). Klar, Corona hat alles auf den Kopf gestellt. „Die Zahl der Händler, die uns besuchen, hat sich halbiert“, sagt Rotpunkt-Chef Heinz-Jürgen Meyer. Klagen will er aber nicht. „Der Umsatz steigt, die Leute geben jetzt viel für ihr Zuhause aus, also auch für Küchen.“ Die Hausmesse an der Ladestraße in Ahle ist deshalb eine ganz besondere.

Sonntag, 27.09.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 27.09.2020, 05:20 Uhr
Dunkle Dekors und grifflose Fronten liegen im Trend. Die Rotpunkt-Chefs Andreas Wagner (links) und Heinz-Jürgen Meyer können sich trotz Corona über steigende Umsätze freuen. Foto: Bexte
Dunkle Dekors und grifflose Fronten liegen im Trend. Die Rotpunkt-Chefs Andreas Wagner (links) und Heinz-Jürgen Meyer können sich trotz Corona über steigende Umsätze freuen. Foto: Bexte

Rotpunkt-Küchen, 1930 als Rabe & Meyer gegründet, muss sich nach 90 Jahren noch nie dagewesenen Herausforderungen stellen. Ein ausgeklügeltes Hygienekonzept sorgt dafür, dass der Traditionsbetrieb überhaupt Gäste auf der Hausmesse empfangen kann. „Da es einige Corona-Risikogebiete in den Niederlanden gibt, ist der Besuch von dort noch einmal mehr eingeschränkt“, sagt Meyer.

Waren es sonst mal ein halbes Dutzend Abgesandte pro Händler, dürfen jetzt nur maximal zwei kommen. Die sehen bei den elf ausgestellten neuen Küchen so manche Innovation. Was den meisten gemein ist: „Schwarze, dunkle Dekors liegen im Trend“, erläutert Marco Schäl (Innendienstleitung) bei einem Rundgang und weist auf eine Küche in Clay Dark (Lehmdunkel) hin. Die aktuelle Vorliebe für Schwarz geht bis ins Detail. Schranktürscharniere gab es in diesem Ton schon, jetzt aber auch Griffschrauben und Einlegebodenträger.

Rahmengriff statt Handgriff

Aber nicht alles ist schwarz und dunkel: Rotpunkt stellt auch seine Bicolore-Küchenschränke vor. „Hier geht es um die Kombination zweier Farben“, erklärt Andreas Wagner, geschäftsführender Gesellschafter. So könnten Kunden Akzente in ihrer Küche setzen, etwa einen naturnahen Look erschaffen.

Handgriffe liegen derzeit nicht im Trend. Rotpunkt setzt deshalb auf einen simplen Rahmengriff unter der Rahmenfront. Neu ist ein Softlack: Er soll eine höhere mechanische Beständigkeit gegenüber normalem Mattlack haben und mit einer geringeren Schmutzanhaftung und Anti-Fingerabdruck-Eigenschaft punkten.

Wenn die Küchenwand durch einsteckbare Halter und Flächen, etwa für Gläser oder Dekorationen gestaltet werden kann, dann heißt das bei Rotpunkt „Wall Solutions“. In diesem Bereich gibt es ebenfalls einige neue Elemente.

Historische Küchen ausgestellt

Bei allen Innovationen verliert das Unternehmen aus Ahle aber nicht die eigene Historie aus dem Blickfeld: Der Küchenhersteller nimmt seine Besucher mit auf eine Tour durch die Unternehmensgeschichte. Im sogenannten Living-History-Bereich stehen Rotpunkt-Küchen von der ersten Stunde bis heute. „Wir möchten zeigen, wie stark verwurzelt wir in dieser Branche sind und dass es diese Jahre an Erfahrung braucht, um heute als Küchenspezialist auf Kundenwünsche in ganz Europa eingehen zu können“, sagt Heinz-Jürgen Meyer. Wer die historische Küchenausstellung – ergänzt durch Produkte aus den Anfangsjahren wie Holzspielzeug oder Zigarrenkisten – sehen möchte, sollte sich zuvor anmelden.

Rotpunkt produziert mit 300 Mitarbeitern an den Standorten Bünde und Getmold (Preußisch Oldendorf). Der Jahresumsatz liegt bei etwa 70 Millionen Euro.

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