Grippe und Corona – MuM-Chefin: „Mit Impfung eine Doppelinfektion vermeiden“
Kleiner Pieks schützt

Bünde (WB). Corona steht überall im Fokus – doch auch die nächste Grippewelle rollt an. „Besonders Risiko-Patienten sollten sich jetzt impfen lassen“, sagt Annette Hempen, Geschäftsführerin des Ärzte-Netzwerkes „Medizin und Mehr“ (MuM). „Eine Doppelinfektion sollte vermieden werden, auch wenn eine gleichzeitige Infektion mit zwei verschiedenen Viren nicht so wahrscheinlich ist“, meint sie.

Donnerstag, 08.10.2020, 06:00 Uhr
Nur ein kleiner Pieks: Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie empfehlen Ärzte Risiko-Patienten die Grippe-Impfung. Foto: dpa
Nur ein kleiner Pieks: Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie empfehlen Ärzte Risiko-Patienten die Grippe-Impfung. Foto: dpa

Klar ist aber: Bislang ist nicht geklärt, wie sich eine zweifache Infektion auf den menschlichen Körper auswirkt. Experten befürchten außerdem, dass es bei steigenden Fallzahlen von Corona- und Grippeinfizierten zu einer Überlastung des Gesundheitssystems kommen könnte.

„Zu den Risiko-Patienten zählen alle, die älter als 60 Jahre sind, an einer chronischen Krankheit leiden, die, die viel Kontakt zu anderen haben – wie Mitarbeiter im Gesundheitssystem – oder diejenigen, die viel mit Risikopatienten arbeiten“, fasst Hempen zusammen.

Impfdosen begrenzt

Die Impfdosen seien zwar begrenzt – jedes Jahr wird ein neuer Impfstoff entwickelt, da sich die Viren verändern. „Es haben sich aber längst nicht so viele impfen lassen, wie Impfstoff zur Verfügung steht. Wir wir haben immer dafür geworben, dass sich mehr Menschen impfen lassen.“

Laut der Krankenkasse Barmer stehen für die Grippesaison 2020/21 25 Millionen Impfdosen zur Verfügung – vier Millionen mehr als im Vorjahr. „Dass ist mehr als jemals freigegeben wurde“, schreibt die Barmer.

Die Vorteile der Impfung gegen Influenza liegen auf der Hand: „Man bekommt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine Grippe“, bringt es Hempen auf den Punkt. Kritiker fürchten, dass eine Impfung die Grippe auslösen kann. Es wird allerdings mit einem so genannten Tot-Impfstoff mit inaktiven Grippeerregern gearbeitet.

Anders als ein grippaler Infekt, der in der Regel nach einer Woche von alleine wieder abklingt, ist die Grippe eine deutlich schwerere Erkrankung. Man fühlt sich richtig krank, hat oft hohes Fieber. Eine Folge kann eine Lungenentzündung sein. Für Risikopatienten kann die Influenza sogar tödlich verlaufen.

Hausärzte beraten

„Wer sich unsicher ist, ob er sich impfen lassen soll, kann sich von seinem Hausarzt beraten lassen“, sagt Hempen. Neben den Hausärzten würden auch andere Mediziner die Impfungen vornehmen. Beispielsweise Gynäkologen, da auch für Schwangere eine Influenza-Impfe empfohlen wird. „Wir impfen bereits ab jetzt. Es ist immer ein wenig unterschiedlich, wann die Grippewelle anrollt. Die letzte startete eher spät im Januar“, erklärt Annette Hempen und weist darauf hin, dass man sich dem kleinen Pieks nur unterziehen sollte, wenn man sich auch wirklich gesund fühlt. Viele Krankenkassen übernehmen übrigens die Kosten.

Wie schwerwiegend eine Grippewelle verläuft, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. 2017/18 war mit 25.100 Todesfällen durch Influenza die schlimmste Grippesaison seit 30 Jahren. 2018/19 verlief verglichen mit dem Grippewinter 2017/18 relativ mild – sie war kürzer, weniger Menschen erkrankten, mussten ins Krankenhaus oder starben. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzte für 2018/19 etwa 3,8 Millionen influenzabedingte Arztbesuche. In der außergewöhnlich starken Grippesaison 2017/18 geht das RKI von etwa neun Millionen Arztbesuchen aufgrund von Grippe aus.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7621752?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Komiker Karl Dall im Alter von 79 Jahren gestorben
Karl Dall ist tot.
Nachrichten-Ticker