Corona-Infektion im Jacobi-Haus: überwiegend Demenzkranke von Isolierung betroffen
Quarantäne bis zum 18. Oktober

Bünde (WB). Es hätte auch eine banale Erkältung sein könnten: ein dauerhaftes Kratzen im Hals, dazu noch Schmerzen im Rachenbereich. Doch der Gang zum Hausarzt und ein anschließender Test zeigten, dass es sich um eine Infektion mit dem Sars-Covid-19-Virus handelt, besser bekannt als Corona. Das Fatale daran: Bei der Erkrankten handelt es sich um eine Betreuerin im Bünder Senioren- und Altenheim Jacobi-Haus am Nordring. Und gerade die Bewohner einer solchen Einrichtung sind besonders gefährdet, falls sie sich infizieren sollten.

Montag, 12.10.2020, 21:00 Uhr
Eine Betreuerin des Jacobi-Hauses hat sich mit Corona infiziert. 26 Senioren, darunter 21 Demenzkranke, sind nun in Quarantäne. Foto: Hilko Raske
Eine Betreuerin des Jacobi-Hauses hat sich mit Corona infiziert. 26 Senioren, darunter 21 Demenzkranke, sind nun in Quarantäne. Foto: Hilko Raske

Erste Corona-Infektion im Jacobi-Haus

„Am vergangenen Freitag erhielt die Mitarbeiterin das Ergebnis – und es war positiv. Die Mitarbeiterin informierte uns unmittelbar“, informiert Claudia Schröder, Pressesprecherin des Evangelischen Johanneswerks, das Träger des Seniorenheims in Bünde ist. Es würde sich um den ersten derartigen Fall im Jacobi-Haus handeln, betont Claudia Schröder. „Bisher hatten wir nur Verdachtsfälle bei gewissen Symptomen, wobei sich aber keiner davon bestätigt hatte.“

102 Bewohner

102 Menschen leben derzeit im Jacobi-Haus, 125 Mitarbeiter kümmern sich um die Bewohner. Eine regelmäßige Untersuchung der Mitarbeiter auf eine mögliche Corona-Infektion finde allerdings nicht statt, so die Pressesprecherin. „Nur bei bestehenden Symptomen werden die Mitarbeiter entweder unverzüglich nach Hause geschickt oder zu Hause gelassen und aufgefordert, zum Arzt zu gehen und sich testen zu lassen. Dies ist auch beim Betriebsarzt möglich.“ Im Zusammenhang mit der Corona-Infektion einer Mitarbeiterin sollen heute weitere Test vorgenommen werden. Bislang sei nur die betroffene Betreuerin getestet worden.

21 Demenzkranke betroffen

Nachdem das Testergebnis bei der Betreuerin positiv ausfiel, habe das Gesundheitsamt 26 Bewohner vorsorglich zum Schutz unter Quarantäne gestellt. Es würde sich um zwei Wohnungen mit jeweils 13 Bewohnern handeln – eine Wohngemeinschaft mit ausschließlich dementen Senioren und eine gemischte Wohngemeinschaft mit acht dementen Bewohnern. Die Bewohner dürften die Einrichtung nicht verlassen und auch keinen Besuch empfangen. „In Ausnahmefällen wie der Palliativpflege wird jedoch Besuch unter verstärkten Hygienemaßnahmen ermöglicht. Da es sich um überwiegend demente Bewohner handelt, ist eine Unterbindung und Einhaltung des Mindestabstandes begrenzt möglich“, sagt Schröder.

Zur Zeit sei kein Besuch der Bewohner der betreffenden zwei Wohnungen möglich. „Dabei handelt es sich um eine Anordnung vom Gesundheitsamt, welche als rein vorsorgliche Maßnahme zu betrachten ist.“ Alle Angehörigen, Bevollmächtigten oder gesetzliche Betreuer seien darüber informiert worden und zeigten allesamt Verständnis. „Selbst Angehörige von Bewohnern anderer Wohnungen haben bereits geäußert, diese in dieser Woche nicht zu besuchen“, so die Pressesprecherin des Johanneswerks. Die Quarantäne müsse bis zum 18. Oktober eingehalten werden.

Schutzmaßnahmen

Die Mitarbeiter arbeiteten mit entsprechender Schutzkleidung, unter anderem mit FFP2-Maske, Schutzkittel, Nitril-Handschuhe und Schutzbrille. „Die Schutzkleidung entspricht den Vorgaben, als würde eine Infizierung vorliegen.“

Generell würden die üblichen Schutzmaßnahmen gemäß Pandemieplan gelten und eingehalten. So sei der Zugang zur Einrichtung nur über den Haupteingang möglich. „Dieser fungiert als Schleuse. Alle Besucher werden mittels eines Besuchsformulars bezüglich der Symptomfreiheit und Kontakt zu einem an Corona infizierten Person befragt und es erfolgt eine Temperaturmessung. In dem Zuge geschieht auch eine Besucherregistrierung“, so Claudia Schröder.

Jeder Besucher werde auf die Hygienemaßnahmen hingewiesen. Allgemein würden verstärkte Hygienemaßnahmen eingehalten wie häufiges Hände waschen bzw. desinfizieren, Tragen einer Schutzmaske und weiterer Schutzkleidung bei direktem Kontakt zu den Bewohnern.

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