Polizei vermutet Brandstiftung
Kerze der Hoffnung abgefackelt?

Bünde  (WB).Sie sollte ein Zeichen der Hoffnung in Zeiten von Corona sein: die etwa 3,5 Meter hohe LED-Kerze, die im vergangenen April auf dem Rathausplatz installiert worden war. In der Nacht zu Sonntag ist dieses ganz besondere Symbol ein Raub der Flammen geworden. Gegen 1.40 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert und davon in Kenntnis gesetzt, dass es vor dem Rathaus zu einem Brand gekommen war. Die hauptamtliche Wache rückte daraufhin mit einem Tanklöschfahrzeug und dem Drehleiterwagen aus. Die Einsatzkräfte hatten das Feuer schnell unter Kontrolle. Von der Kerze blieb allerdings nur noch ein rußgeschwärztes Metallgestell und rauchende Asche übrig. Die Feuerwehr informierte um 2 Uhr die Polizei über den Vorfall.

Montag, 19.10.2020, 06:00 Uhr
Von der Kerze der Hoffnung existiert nur noch das Metallgestell. In der Nacht zu Sonntag ist die LED-Installation vermutlich in Brand gesteckt worden. Foto: Hilko Raske
Von der Kerze der Hoffnung existiert nur noch das Metallgestell. In der Nacht zu Sonntag ist die LED-Installation vermutlich in Brand gesteckt worden. Foto: Hilko Raske

Generell gibt es zwei Möglichkeiten, was das Feuer verursacht haben könnte: zum einen ein technischer Defekt, zum anderen Brandstiftung. Während die Ursache aus Sicht der Feuerwehr eher unklar ist, vermutet man bei der Polizei, dass hier ein Vorsatz vorliegt – somit gehen die Ermittlungen in Richtung Brandstiftung.

Geht ein Brandstifter in Bünde um?

Eine Vermutung, die mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in der Bünder Innenstadt nahe liegt. So war an der Ecke Elsedamm/Teichstraße – nur wenige hundert Meter vom jetzigen Brandort entfernt – in der Nacht zu Donnerstag, 24. September, ein Mini Cooper ausgebrannt. Eine Woche später – erneut an einem Donnerstag – geriet in den frühen Morgenstunden im benachbarten Hiddenhausen ein BMW an der Goethestraße in Brand. In der Nacht zu Donnerstag, 8. Oktober, standen dann auf dem Parkplatz an der Laurentiuskirche zwei SUVs – ein VW Tiguan und ein Landrover – in Flammen. Und am Sonntag, 11. Oktober, wurde gegen 0.40 Uhr, ein auf dem Parkplatz an der Pauluskirche abgestellter BMW X5 abgefackelt. Beim Eintreffen der Polizei stand das Fahrzeug bereits in Vollbrand. Im letzten Fall handelt es sich nach Aussage der Polizei eindeutig um Brandstiftung. Der Gesamtschaden dieser Brandserie liegt inzwischen bei über 100.000 Euro. Bei der Kerze kommt noch der symbolische Schaden hinzu.

Die Idee zur LED-Kerze kam übrigens von Johannes Mailänder vom Bünder Unternehmen Bertelmann Lichtwerbung GmbH. „Vor einigen Wochen wurde ich nachts wach, konnte nicht mehr schlafen, zündete mir eine Kerze an, in deren Schein ich dann ein Buch las“, schilderte der 34-Jährige bei der Installation der Kerze im April. „Leider ist diese Nacht unsere Kerze erloschen“, schrieb Mailänder am Sonntagvormittag in den sozialen Medien. Er vermutet, dass es sich um Vandalismus handeln könnte. „Eines ist für mich jedoch schon gewiss, unsere innere Flamme und unsere Hoffnung für die Stadt und die Menschen kriegen die nicht klein“, so Mailänder.

Passanten, die am Sonntagvormittag vor dem Rathaus unterwegs waren, zeigten sich entsetzt von der abgefackelten Hoffnungskerze. „Wer so etwas macht, zündet irgendwann auch Häuser an“, so die Meinung eines Bünder, der namentlich nicht genannt werden wollte.

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