Schaden beträgt 30.000 Euro – Serientäter in Bünde vermutet
Brandanschlag auf Kirchenbüros

Bünde (WB). Geht in Bünde ein Feuerteufel um? In der Nacht zu Freitag ist ein Brandsatz durch einen Briefkasten in ein Gebäude geworfen worden, das von der Lydia-Kirchengemeinde und der Diakonischen Stiftung genutzt wird. Menschen kamen nicht zu Schaden. Allerdings muss das Gebäude an der Wehmstraße grundsaniert werden.

Dienstag, 27.10.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 27.10.2020, 18:51 Uhr
Durch diesen an der Eingangstür angebrachten Holzbriefkasten ist der Brandsatz in den Flur geschoben worden. Kirchmeister Rainer Alexander beziffert den Schaden auf etwa 30.000 Euro. Die Räume können vorerst nicht mehr genutzt werden. Foto: Hilko Raske
Durch diesen an der Eingangstür angebrachten Holzbriefkasten ist der Brandsatz in den Flur geschoben worden. Kirchmeister Rainer Alexander beziffert den Schaden auf etwa 30.000 Euro. Die Räume können vorerst nicht mehr genutzt werden. Foto: Hilko Raske

Mit diesem Vorfall setzt sich die Serie an Brandstiftungen in der Bünder Innenstadt fort, die seit Wochen die Polizei beschäftigt. So sind auf Parkplätzen in der Nähe von Paulus- und Laurentiuskirche mehrere Autos in Brand gesetzt worden. Und die „Kerze der Hoffnung“, die als Symbol in Zeiten der Corona-Pandemie vor dem Rathaus stand, ist ebenfalls von einem oder mehreren Unbekannten abgefackelt worden.

„Das ist der pure Irrsinn“, kommentiert Kirchmeister Rainer Alexander die versuchte Brandstiftung. Brennbares Material sei durch den Briefkasten, der sich in der Eingangstür befindet, in den Flur geschoben worden. Es sei nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass nicht das ganze Gebäude Feuer gefangen habe. Der Brandsatz habe vielmehr vor sich hingekokelt und alle Räume verraucht und verrußt. Irgendwann sei das Ganze dann von alleine ausgegangen. Erst am nächsten Morgen habe eine Mitarbeiterin der Diakonischen Stiftung entdeckt, dass versucht worden sei, alles in Brand zu stecken. Man habe umgehend die Polizei kontaktiert und Anzeige erstattet. Allerdings habe man vergeblich auf den Sachverständigen der Behörde gewartet, sagt Alexander.

„Die komplette Einrichtung, alle Tapeten, die Deckenverkleidung – alles muss raus und entsorgt werden”, hält der Kirchmeister voller Entsetzen fest. Eine Rußschicht würde alles bedecken. Selbst in Räumen, die auf den ersten Blick wirkten, als ob sie verschont geblieben seien, hätten sich kleinste Rußteile auf allen Gegenständen abgelagert. Das Haus sei vom CVJM-Kreisverband, der Lydia-Gemeinde, der Diakonischen Stiftung, der evangelischen Jugend Bünde-Ost und der Diakonie genutzt worden. Alle könnten vorerst nicht mehr in den Räumen arbeiten. „Wir haben hier beispielsweise eine Jugendreferentin, die manchmal auch zu späterer Stunde im ersten Stockwerk arbeitet. Wäre sie an dem besagten Abend im Haus gewesen, hätte das für sie schlimm ausgehen können.“

Am Dienstagvormittag war Rainer Alexander gemeinsam mit Sachverständigen der Versicherung im Gebäude. Die Experten teilen die Meinung des Kirchmeisters: Alles muss raus. „Wir schätzen die Kosten auf mindestens 30.000 Euro“, so Alexander.

In den vergangenen Woche sei auch die Laurentiuskirche, die erst kürzlich komplett renoviert wurde, Ziel von Vandalen gewesen. „Auf die Außenwand wurde ein Schriftzug geschmiert, mehrere Farbbeutel sind gegen das Gebäude geworfen worden.“ Alexander hofft nun, dass die Polizei ihre Anstrengungen, den Täter zu fassen, intensiviert, um zu verhindern, dass noch mehr in Brand gesteckt wird.

Den Begriff Serientäter will man bei der Polizei noch nicht verwenden. Allerdings gehe man davon aus, dass zwischen den einzelnen Taten Zusammenhänge existierten, sagte Uwe Maser, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Maser bittet in diesem Zusammenhang darum, sachdienliche Hinweise oder Verdächtiges an die Kreispolizeibehörde zu melden: Telefon 05221/8880.

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