Verwaltung reagiert auf Hilferuf des Marktgymnasiums – Schilder auch an Haltestellen
Marktplatz: Stadt setzt zeitweise Maskenpflicht fest

Bünde -

Die beiden Mädchen auf der Bank vor dem Haupteingang des Markgymnasiums wissen am Freitagvormittag wohl noch nicht, dass sie gerade eine Ordnungswidrigkeit begehen. Käme jetzt ein Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes vorbei, müsste jede von ihnen 50 Euro zahlen, denn beide tragen keine Mund-Nasen-Schutzmasken.

Freitag, 13.11.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 13.11.2020, 17:50 Uhr
Laminierte Pappschilder mit Symbolen und einer Aufschrift in deutscher, englischer und arabischer Sprache weisen auf die Maskenpflicht auf dem Marktplatz und den Bushaltestellen in Bünde hin.
Laminierte Pappschilder mit Symbolen und einer Aufschrift in deutscher, englischer und arabischer Sprache weisen auf die Maskenpflicht auf dem Marktplatz und den Bushaltestellen in Bünde hin. Foto: Daniel Salmon

Denn ab sofort gilt auch in diesem Teilbereich des Marktplatzes, zwischen der GaM-Sporthalle und der Marktstraße eine zeitlich begrenzte Maskenpflicht. An Schultagen – also immer von montags bis freitags – jeweils zwischen 7 und 14 Uhr müssen die Masken getragen werden.

Seit Freitag ist eine entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt Bünde in Kraft, wie Rathaussprecherin Doris Greiner-Rietz auf Anfrage erklärt. Dabei beruft sich die Kommune auf einen Paragrafen der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung für NRW. Demnach bestehe die „Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske unabhängig von der Einhaltung eines Mindestabstandes an Orten unter freiem Himmel, wenn gemessen an der verfügbaren Fläche mit dem Zusammentreffen einer so großen Anzahl von Menschen zu rechnen ist, dass Mindestabstände nicht sichergestellt werden können“.

Das treffe auf das Marktplatz-Areal direkt vor der weiterführenden Schule zu. „Wir haben dort bereits kurzfristig entsprechende Hinweisschilder anbringen lassen“, erklärt Greiner-Rietz. Auf den laminierten Papptafeln, die an mehreren Laternenmasten angebracht sind, wird auf Deutsch, Englisch und Arabisch auf die Maskenpflicht hingewiesen.

Die Anordnung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vor dem Eingangsbereich des GaM sei nach Angaben der Stadt notwendig geworden, weil Beobachtungen gezeigt hätten, dass an den betroffenen Stellen der Mindestabstand von 1,5 Metern oftmals nicht sichergestellt werden könne. „Das liegt vornehmlich an der Zahl und Dichte der dort gleichzeitig anwesenden Personen. Dies gilt im Besonderen, da der betroffene Teilbereich des Marktplatzes durch das angrenzende Gymnasium am Markt aufgrund der beengten eigentlichen Schulhoffläche als weitere Pausenfläche genutzt wird. Da die Anordnung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung räumlich auf diese stark frequentierten Bereiche begrenzt ist, stellt sie insgesamt eine verhältnismäßige Maßnahme vor einer weiteren unkontrollierbaren Weiterverbreitung der Infektion mit dem Covid19-Virus in der Bevölkerung dar“, heißt in der Allgemeinverfügung.

Wie berichtet, hatte der kommissarische Schulleiter des Marktgymnasiums, Thomas Holste-Malavasi, auf das Problem während der Schulpausen hingewiesen und die Stadtverwaltung eingeschaltet. Und die hat nun reagiert. Zur Durchsetzung der Maskenpflicht wird der Außendienst des städtischen Ordnungsamtes – das sogenannte Bonus-Team – den Bereich nun regelmäßig kontrollieren. Die Maskenregelung gilt – wie auch die aktuelle Corona-Schutzverordnung – erstmal bis zum 30. November. Weiterhin gilt auch auf dem übrigen Marktplatz-Areal an Markttagen ebenfalls eine Maskenpflicht.

Wie Stadtsprecherin Greiner-Rietz mitteilt, müssen Alltagsmasken unter freiem Himmel aber auch an anderen öffentlichen Bereichen in Bünde. „Nämlich am ZOB am Museumsplatz und am Bahnhof und an allen weiteren Bushaltestellen in Bünde. Das gilt aber unabhängig von unserer Allgemeinverfügung, sondern ist in der Corona-Schutzverordnung verankert.“ Auch diese Bereiche werden von städtischen Mitarbeitern kontrolliert. Wer dort gegen die Regelungen verstößt, muss sogar noch tiefer in die Tasche greifen: 150 Euro werden laut NRW-weiter Verordnung für Maskenmuffel fällig. Auch an den Haltestellen hat die Stadt daher kurzfristig Gebotstafeln installiert.

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