24-Jährige zu Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt – einschlägig vorbestraft
19 Mal bei Ebay betrogen

Bünde (WB) -

Wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug ist am Donnerstag, 19. November, eine 24-Jährige im Amtsgericht Bünde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Die Haftstrafe ist für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss die 24-Jährige hundert Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Freitag, 20.11.2020, 05:55 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 06:01 Uhr
Vor dem Amtsgericht Bünde musste sich am Donnerstag eine 24-Jährige verantworten. Sie wurde wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug verurteilt.
Vor dem Amtsgericht Bünde musste sich am Donnerstag eine 24-Jährige verantworten. Sie wurde wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug verurteilt. Foto: Daniel Salmon

 

Die junge Frau hatte gestanden, in 19 Fällen an betrügerischen Verkaufsaktionen im Internet-Kaufhaus Ebay mitgewirkt zu haben. Mit ihrem damaligen Lebensgefährten soll sie so etwa 5100 Euro ergaunert haben. Angeboten wurden von diesem Duo hochwertige Smartphones. Die Käufer bezahlten zwar, erhielten die versprochene Ware aber nie.

Vor Gericht sagte die 24-Jährige, die Mutter zweier kleiner Kinder ist, dass die Idee zur Betrugsmasche von ihrem Freund gekommen sei. Der wiederum befand sich zu dieser Zeit gerade im offenen Vollzug der JVA Vechta. „Er hat das Geld gebraucht“, nannte sie als Begründung. Sie selber habe von dem Geld nichts gesehen. Er habe es mit ihrer EC-Karte von verschiedenen Bankkonten abgehoben. Auf die Frage der Richterin hin, was der Freund damit gemacht habe, konnte sie keine Antwort geben.

Ihr damaliger Freund ist übrigens nicht mehr auffindbar. Im November 2019 wurde er aus der JVA entlassen, unter seiner letzten Anschrift war er nicht mehr anzutreffen. Gegen ihn liegen zwei Haftbefehle vor.

Die 24-Jährige ist für die Justiz kein unbeschriebenes Blatt. Sie ist einschlägig vorbestraft, musste sich bereits wegen Diebstahl, Betrug und Erschleichen von Hilfsleistungen verantworten. Mehrmals wurde sie zu Jugendarrest verurteilt. Für ihre letzten Straftaten muss sie derzeit 180 Tagessätze zu je 15 Euro abzahlen.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstraße von einem Jahr und neun Monaten. Der Verteidiger der jungen Frau wies darauf hin, dass die Angeklagte sich in einer Ausnahmesituation befunden hätte. Sie sei schwanger mit ihrem zweiten Kind gewesen und habe sich von ihrem Ex-Freund möglicherweise überreden lassen.

Die Richterin begründete ihr Urteil damit, dass man der 24-Jährigen nicht nachweisen könne, dass sie nicht doch finanziell vom Betrug profitiert habe. Insoweit sei es Beihilfe zu einem gewerbsmäßigen Betrug gewesen. Zudem sei es möglich, dass sie von ihrem damaligen Lebensgefährten instrumentalisiert worden sei. Mildernd komme noch hinzu, dass es die erste Verurteilung der 24-Jährigen nach dem Erwachsenenstrafrecht sei. Allerdings habe die Entscheidung, ob Freiheitsstrafe mit oder ohne Bewährung, auf der Kippe gestanden, gab sie der jungen Frau mit. „Betrachten Sie es als ihre letzte Chance. Sollten wir uns hier wiedersehen, geht das für Sie nicht gut aus.“

Auf Anraten ihres Verteidigers nahm die 24-Jährige das Urteil an.

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