Stadt hatte bei Unternehmen nachgehakt – Verfügbarkeit der Fahrstühle laut DB überdurchschnittlich
Aufzug-Pannen: Bahn wiegelt ab

Bünde (WB) -

Sie haben seit ihrer Inbetriebnahme oft für Ärger gesorgt: die beiden Aufzüge zu den Bahnsteigen am Bahnhof. Zuletzt hatte die Stadt bei der Deutschen Bahn (DB) nachgefragt. In der letzten Planungsausschusssitzung des alten Stadtrates berichtete Technischer Beigeordneter Andreas Siepenkothen.

Dienstag, 24.11.2020, 05:43 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 05:50 Uhr
Mehrfach waren die Fahrstühle an den Bünder Bahnsteigen bereits defekt. Manchmal waren sogar Personen in den Kabinen eingeschlossen.
Mehrfach waren die Fahrstühle an den Bünder Bahnsteigen bereits defekt. Manchmal waren sogar Personen in den Kabinen eingeschlossen. Foto: Daniel Salmon

 

Diverse Male funktionierten die Lifte nicht, manchmal blieben sogar Personen in den Kabinen stecken und mussten von der Feuerwehr befreit werden (diese Zeitung berichtete mehrfach). In den sozialen Medien sorgten die Pannen immer wieder für Gesprächsstoff.

Und sogar die Bundesregierung hatte sich nach einer Anfrage des heimischen FDP-Abgeordneten Frank Schäffler des Themas angenommen. „Die Ausfälle der Aufzüge am Bahnhof Bünde verärgern viele Reisende“, hatte er moniert und daher unter anderem eine Auskunft über die Ausfallzeiten der Fahrstühle vom Bundesverkehrsministerium gefordert. Mit der Antwort war Frank Schäffler jedoch nicht zufrieden und hatte von der Bahn gefordert, dass sie ihre „Anstrengungen für einen reibungslosen Betrieb schleunigst intensivieren“ möge.

Die Verwaltung hatte sich nach einer Anfrage von Ulrike Kowalewsky von der Inklusiven Politikgruppe Bünde ebenfalls mit der DB kurzgeschlossen und Auskunft verlangt. Aus der Antwort des Unternehmens hatte Siepenkothen in der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums zitiert.

So habe das zuständige Bahnhofsmanagement mitgeteilt, dass die Herstellerfirma und das beauftragte Serviceunternehmen von der DB immer wieder auf die Probleme hingewiesen worden seien. „Mehrfache Überprüfungen der Anlage durch die Beteiligten wurden vorgenommen. Ergebnis: Die Anlage hat keine Errichtermängel und funktioniert bei normaler Inanspruchnahme einwandfrei“, heißt es in dem Schreiben. Darüber hinaus würden die Aufzüge regelmäßig und engmaschig überwacht und überprüft.

Ferner teilte die Bahn mit, dass die Aufzugsverfügbarkeiten in Bünde seit Inbetriebnahme und nachdem Überprüfungsfahrten nach den Störungen in der Anfangsphase vorgenommen worden seien, über 98 Prozent betragen habe. „Unser bundesweiter Zielwert beträgt 95 Prozent. Somit ist die Verfügbarkeit der Aufzüge überdurchschnittlich hoch“, heißt es.

Allerdings könne die DB trotzdem nicht ausschließen, „dass es zu Störungen kommt und Menschen im Aufzug eingeschlossen werden“. Über die Notruffunktion im Aufzug könne jedoch Hilfe angefordert werden, so dass die Verantwortlichen für die Notbefreiung direkt informiert werden.

„Wenn absehbar ist, dass wir eine Notbefreiung nicht kurzfristig durchführen können oder in unserer Notrufzentrale der Eindruck entsteht, dass aufgrund des Gesundheitszustandes des Eingeschlossenen sofortige Hilfe notwendig ist, erfolgt hilfsweise die Verständigung der Feuerwehr“, teilte der Bahnhofsmanager mit. Er stellt allerdings fest, dass die Feuerwehr in Bünde bislang nur dreimal von der Bahn selbst eingeschaltet worden sei. „In allen anderen Fällen wurden die Notrufe an die Feuerwehr durch die Eingeschlossenen oder unbekannte Dritte ausgelöst. Unabhängig davon haben wir die Kosten für jeden Feuerwehreinsatz übernommen.“

Zudem weist die DB darauf hin, dass die Aufzugsanlage nach einer Notbefreiung zunächst außer Betrieb gesetzt und das Instandsetzungsunternehmen in Echtzeit darüber informiert werde. Die Wiederinbetriebnahme erfolge in aller Regel zeitnah, „in den allermeisten Fällen noch am selben Tag“. Lediglich wenn spezielle Ersatzteile beschafft werden müssten, könne der Ausfall länger dauern.

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