Runder Tisch für alle Bünder Vereine mit einer Kinder- oder Jugendabteilung geplant
Bünder CDU will Kinder besser schützen

Bünde (WB/hr) -

Mehr Schutz und Sicherheit für Kinder und Jugendliche auch in Bünder Vereinen – das fordert die CDU im Bünder Stadtrat. Und hat deshalb den Antrag gestellt, dass die Stadtverwaltung alle heimischen Vereine, die eine eigene Kinder- oder Jugendabteilung haben, an einen „Runden Tisch“ bittet.

Montag, 04.01.2021, 05:15 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 05:20 Uhr
Die Bünder CDU will Kinder und Jugendliche in Vereinen noch besser schützen.
Die Bünder CDU will Kinder und Jugendliche in Vereinen noch besser schützen. Foto: dpa

Im zuständigen Fachausschuss begründete Oliver Uhlich den Vorstoß seiner Fraktion. „Die Bünder Sportvereine leisten eine hervorragende und wichtige ehrenamtliche Arbeit in unterschiedlichen Bereichen. Die sportliche Vereinslandschaft ist sehr vielfältig und bietet unseren Kindern und Jugendlichen ein hohes Maß an Aktivitäten an. Innerhalb dieses Angebotes sind sehr viele Menschen engagiert – und dieses Engagement soll durch ein Sicherheits- und Schutzkonzept nicht diskreditiert werden, sondern neben den Kindern und Jugendlichen sollen auch die Ehrenamtler geschützt werden.“

Viele Bünder Vereine würden zwar bereits interne Sicherheitskonzepte besitzen, um sich vor Menschen zu schützen, die diesen Zugang zu Kindern und Jugendlichen aus niederen Bewegungsgründen nutzen könnten. „Ziel sollte es aber sein, ein einheitliches Sicherheits- und Schutzkonzept für alle Bünder Vereine zu entwickeln“, betonte Uhlich. Dabei sei es wünschenswert, wenn die großen Vereine, die auf diesem Gebiet aufgrund ihrer personellen Kapazitäten schon an vereinsinternen Schutzkonzepten gearbeitet hätten, dieses Wissen den anderen Vereinen zu Verfügung stellen würden.

Ebenso sollte das Jugendamt prüfen, ob die Stadtverwaltung den Vereinen anbieten könne, sich am sogenannten Dortmunder Modell – es sieht die Überprüfung von Führungszeugnissen vor – personell zu beteiligen.

Ferner sei ein Angebot an anonymer fachlicher Beratung für die Vereine durch das Jugendamt oder den Kinderschutzbund wünschenswert, heißt es weiter in der Begründung. „Wir sind uns bewusst, dass es diese Möglichkeit auf einem hohen fachlichen Niveau sehr wohl gibt – ob das allerdings im alltäglichen Bewusstsein verankert ist, sollte besprochen werden.“ Diese Beratung könnten Vereine nutzen, um eine fachliche Unterstützung bei Fragestellungen wie zum Beispiel Gewalt in unterschiedlichen Formen oder sexuelle Auffälligkeiten bei Kinder und Jugendlichen, aber auch im Sinne von Eigenschutz der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu erhalten.

Ziel sollte es sein, dass Eltern wüssten: Egal in welchem Bünder Verein sie ihre Kinder oder Jugendlichen anmelden - alle hätten einen gemeinsamen „Bünder Ehrenkodex“, an dem sich alle Ehrenamtler hielten, und ein gemeinsames Sicherheitskonzept, um ihre Kinder soweit wie möglich zu schützen.

Er wisse, dass sich das coronabedingt natürlich nicht zeitnah umsetzen lasse, so Uhlich. Nichtsdestotrotz müsse ein Signal an Eltern und Vereine geschickt werden, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt stehe. Zustimmung fand der Vorstoß der Christdemokraten unter anderem bei der SPD.

„Allerdings sollten wir uns der Tatsache bewusst sein, dass sich auch mit den besten Konzepten Übergriffe nicht komplett verhindern lassen“, gab Ulf Dreier (SPD) zu bedenken. Der Sportausschuss votierte anschließend einstimmig für den CDU-Antrag.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7749509?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
„Hier ist gar nichts los“
Jugendliche ziehen auf einem Bollerwagen eine Kiste Bier hinter sich her.
Nachrichten-Ticker