Am Mittwoch wurden nur noch Restdosen gespritzt – Impfzentrum öffnet später – Landrat kritisiert Ministerium
Impfstopp: Enttäuschung am Herforder Klinikum

Herford/Hiddenhausen (WB) -

Der Engpass beim Nachschub des Impfstoffes von Biontech/Pfizer hat auch im Kreis Herford erhebliche Auswirkungen auf die laufende Impfkampagne.

Mittwoch, 20.01.2021, 17:30 Uhr aktualisiert: 21.01.2021, 09:30 Uhr
Das Impfzentrum am Bustedter Weg 16 ist seit Wochen startklar. Doch frühestens am 8. Februar geht es dort los.
Das Impfzentrum am Bustedter Weg 16 ist seit Wochen startklar. Doch frühestens am 8. Februar geht es dort los. Foto: Karin Koteras-Pietsch

Bis Mittwoch wurden kreisweit 3792 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Viel mehr werden es wohl erst einmal nicht. Wegen Lieferengpässen hat das NRW-Gesundheitsministerium angekündigt, den Start der Impfzentren zu verschieben – auch den der seit Mitte Dezember startbereiten Einrichtung im Industriegebiet Bustedt.

„Das kam für uns sehr überraschend“, sagt der Herforder Arzt Dr. Frank Walhöfer, ärztlicher Leiter des heimischen Impfzentrums . Nach Angaben des Landes soll es am 8. Februar, also eine Woche später als zunächst geplant, losgehen. „Schön ist das nicht, aber uns bereitet das keine Probleme. Ganz anders ist das für die Krankenhäuser.“

Denn dort war erst am Montag medienwirksam die Impfkampagne für die Beschäftigten angelaufen. „Wir haben bislang 228 Mitarbeiter impfen können“, sagt Monika Bax, Sprecherin des Klinikums. Am Montag und Dienstag habe man Impfwilligen das Vakzin verabreicht, „am Mittwoch nur noch wenige Restdosen“.

Alle Geimpften arbeiteten in der Versorgung von Covid-Patienten oder seien in der Betreuung besonders gefährdeter Patienten eingesetzt. Es bleibt aber noch viel zu tun: „Wir gehen davon aus, dass sich mindestens 75 Prozent unserer Mitarbeiter impfen lassen möchten. Im Augenblick haben wir über 1200 Impfanmeldungen, bei einer wachsenden Nachfrage.“

Der Stopp der Vakzinvergabe bis Anfang Februar bereite organisatorische Probleme. „Wir hatten für die kommenden Tage Impftermine an unsere Mitarbeiter vergeben. Die Kollegen mussten nun alle informiert werden, dass es bis Ende Januar keine Impfdosen mehr für die Krankenhäuser geben wird.“ Alle Termine seien ausgesetzt.

Die Stimmung nach der mit viel Optimismus angelaufenen Impfkampagne ist offenbar merklich abgeflaut. „Es ist sicher eine Herausforderung, Impftermine mit den Dienstplänen aller Berufsgruppen abzustimmen, viel schwieriger ist es aber, intern zu kommunizieren, dass aktuell kein Impfstoff für Krankenhausmitarbeiter zur Verfügung steht.“

Insbesondere durch die kurzfristige Mitteilung des NRW-Gesundheitsministeriums sei die Enttäuschung „nachvollziehbar groß“. Die Nachricht über den Impfstopp habe das Klinikum am späten Dienstag erreicht.

Landrat Jürgen Müller (SPD) ist verärgert: „„Nun erfahren wir aus der Presse, dass das NRW-Gesundheitsministerium den Start der Impfzentren um eine Woche verschiebt. Einmal mehr zeigt sich, dass das Ministerium die Menschen, die einen Hauptteil der Verantwortung vor Ort tragen, nicht ausreichend informiert.“ Das verwirre auch die Bevölkerung und koste Steuergeld. Denn das Personal für die Impfzentren müsse bezahlt werden. „Dass nicht genügend Impfstoff bereitsteht, muss das Ministerium früher gewusst haben“, meint Müller.

Die erste priorisierte Personengruppe für die Impfungen im Impfzentrum erhalte noch in dieser Woche den Info-Brief zur Anmeldung. Die Zweitimpfungen in den Altenheimen sollen stattfinden.

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